Freitag, 26. Oktober 2018

Flotter Dreier

So, Eure Aufmerksamkeit haben wir jetzt ja schon mal.... Hehe!
Und wenn die Kletterrose sowas schreibt, dürfte es wohl auch ziemlich spannend werden. Dürfte... so oder so! Denn, wir haben ein Date!
"Wir? Echt? Also, Du und ich, oder wer?", sehe ich Dich erstaunt fragen.
Ja, nee, wir sind zu dritt... also wir vom Blog. Und Du kommst einfach dazu. Nun, Du brauchst keine Angst haben, wir machen nix. Wir wollen nur spielen. Und lesen und Bilder zeigen und Spaß haben.

Hastes jetzt kapiert? Alles gut, Dir passiert gar nix. Außer, dass de 'nen schönen, unterhaltsamen Abend hast und uns endlich mal life gesehen hast. Und, dass de endlich mal beim Ollo drin warst, im MOKKABÄR am Franky.

Jetzt nochmalganz in Ruhe von vorne, zum Mitschreiben und ohne Flachs und so: unser bronxx-Blog macht ne Lesung am 03. November um 20 Uhr im MOKKABÄR in der Frankfurter Str. 266. Ollo wartet mit Getränken und einer ganz tollen location auf Euch. Wir - Bürger M., der schwarze Peter und the_climbing_rose - werden dasein und Euch unsere Geschichten um die Ohren und die Augen hauen. Wir lesen und beamen, was das Zeuch hält.

Und der Oberhammer: wir haben unser (erstes! erstes?) Buch mit im Gepäck! Yeah! Ich hab ma'n büschen Druck gemacht bei meinen Kollegen und dann haben wa losgelegt und Nils hat alles gegeben und die Druckerei hoffentlich den Rest bis zum ersten Samstag im November.
 

Ach ja, das wird fein, die bronxx endlich im WRG zu Gast, ein Heimspiel sozusagen, der Nils und ich können zweimal hinfallen und dann sitzen wir bei Ollo am Tresen. Und wie der sich freut, Euch alle kennenzulernen. Auch sein Herz hängt dolle anner bronxx und so legt sein Kultur Café ab Herbst richtig los mit Veranstaltungen aller Art. Und wir mittendrin und auch dabei.

So, denn schnappt Euch am 3.11. ein Gefährt und die Liebsten und macht Euch auf zum Franky, sichert Euch 'nen Platz im Warmen, bestellt ein Getränk und lauscht uns Bloggern und feiert mit uns allen die Buch-Release-Party. Endlich habt ihr nämlich mal 'n Grund hier aufzuschlagen, hier bei uns inne bronxx!
Es gab sogar schon die ersten Buchbestellungen - aber mit Autogramm -. Euer Dreier aussem WRG freut sich auf Euch!

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Beleidigungen aus der Wand


So, da isser wieder, der Bürger M., frisch zurück aus dem Urlaub und mit einer launigen Anekdote aus den eigenen vier Wänden. 

 

Wer von den Älteren kennt eigentlich noch den „Chopper“, dieses merkwürdige Phänomen das Anfang der achtziger Jahre in einer Arztpraxis aufgetreten ist? Das war so eine Stimme aus dem Nichts die rumgepöbelt und Ferkeleien erzählt hat. Lange ist´s her, großes Thema damals. Daran musste ich im Nachhinein denken. Aber von Anfang an … 

 

Im Frühsommer zog neben mir eine neue Nachbarin ein. Eine alleinstehende betagtere Dame, nennen wir sie Frau S.. Wir liefen uns im Treppenhaus einmal kurz nach dem Einzug über den Weg und stellten uns vor. Die Dame war sehr freundlich und redselig und freute sich über die Begrüßung. Ich freute mich auch, mit der Dame als Nachbarin war kein Lärm oder sonstiges Unheil zu erwarten. Puh, Glück gehabt, kein Partyvolk oder gar ein Tuba-Spieler. 

Dann sah ich sie nicht wieder, bis heute nicht. Wir liefen uns einfach nicht mehr über den Weg. Gut, wenn man arbeitet dann kann das für ein paar Wochen schon mal vorkommen, aber über Monate? Sie war aber da. Ich hörte ab und zu Gerausche von der Dusche und dem Waschbecken aus dem Badezimmer nebenan, sonst nichts weiter. Unsere Wohnungen "berühren" sich nur an der Badezimmerwand, an keiner anderen sonst. Das war das einzige Lebenszeichen von Frau S.. 

Eines morgens dann, ich hatte mich wieder einmal zu viel umgedreht und war dementsprechend in Eile, stehe ich im Bad, höre Gerausche von nebenan und denke „Schön, sie ist wenigstens noch da. Man weiß ja nie bei den älteren Herrschaften.“ und putze mir derweil die Zähne.

Auf einmal höre ich, sehr laut und eindringlich "MENSCH, IST DER IDIOT SCHON WIEDER AM KACKEN?!“. Direkt aus der Wand und unmissverständlich die Stimme einer älteren Frau, anscheinend Frau S.  

Ich grinse und denke mir "Hach, ein Lebenszeichen. Leben live. Prima!". Und dann gehen mir schlagartig die räumlichen Begebenheiten hier im Haus durch den Kopf. Meine Nachbarn unter mir links wie rechts sind derzeit nicht da und über mir gibt es keine Nachbarn. Die Badezimmer der Nebenhäuser sind von hier aus auch nicht einsehbar.

"DIE MEINT MICH!" schießt es mir blitzschnell in den Kopf. Sie konnte nur mich meinen. Geistesgegenwärtig und nicht auf den Mund gefallen höre ich mich selbst sehr deutlich erwidern "DER IDIOT KANN SIE HÖÖÖREN!". Ein kurzes Poltern und danach Stille, Ruhe, nix mehr.

 

Das ist jetzt auch schon wieder gut drei Wochen her und ich habe seitdem noch weniger von meiner Nachbarin gesehen, geschweige denn gehört. Kein Licht im Flur, keine Geräusche aus dem Badezimmer nebenan und die Wand hat auch nicht mehr mit mir gesprochen. Ich sehe aber anhand des Briefkastens und der Fußmatte, dass sie da ist und existiert.

Wie geht man denn jetzt damit um? Einfach mal klingeln? War es doch nur ein Missverständnis oder ein Verhörer? Und was ist in dem Moment damals tatsächlich passiert? Hat sie etwa, während sie selber – na, Ihr wisst schon – mit einem Smartphone oder Tablet komische Videos geguckt und diese kommentiert? Inzwischen bin ich wirklich neugierig. Ich werde berichten … 

 

Tja, so ist das. Des Wahnsinns fette Beute sind die ganz normalen Leute. Auch hier, bei uns in der bronxx …

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Azubis im Wunderland



Eigentlich heißt es ja richtig: Alice im Wunderland. Da wir hier aber erstmal keine Alice haben, müssen wir auf andere Figuren zurückgreifen. Da gibt es ja bekanntlich jede Menge Auswahl an herrlichen Gestalten. Eben ein bisschen sehr viele hier.
Ich muss gestehen, ich habe den besagten Film noch nicht gesehen. Jaha, ich weiß. Wie kann man nur? Oder Bildungslücke und das kann doch gar nicht sein. Übrigens einer meiner absoluten Lieblingssätze in meinem ganzen Leben. Der wird mir immer wieder an den Kopf geknallt, die klügere gibt natürlich dann nach. Und behält am Ende auch noch Recht.
Also, es kann ALLES sein, merkt Euch das. Besonders bei mir!
Und natürlich auch im WRG. Damit zurück zum Film. Dazu musste ich nämlich extra recherchieren.
Unser letztes konspiratives blogger-Treffen bei mir zuhause auffen Sofa warf allerlei lustige Schtories von allen Beteiligten auf und der schwarze Peter brachte zwischen Bierchen, Fingerfood und Chips „Diedeldei und Diedeldum
“ ins Spiel.
Bürger M. grinste sofort allwissend und nur die Kletterrose war wieder mal planlos zwischen ne ganze Kerle und musste heute erstmal Bildchen im Netz gucken.

Und, was soll ich sagen, ich weiß, was die beiden meinen. Das sind sie, die Azubis an der Kasse vom berühmtberüchtigten „Harte-Erbeeren-Supermarkt“.
Form- und farbgleich halten se eisern de Stellung am Kassierband, im schicken grünen Arbeitsdesigner-Polopiquet (sprich: piekeeee und das heißt übersetzt soviel wie „irgendwas mit Kragen“) und immer de gelangweilte bis genervte Miene am Start. Zackich können se, denn kaum hat man hinten alles hindrappiert, kann man schon nach vorne wetzen und alles in den Rucksack werfen. Akkord ist Trumpf und manchmal denke ich, das ist die heimliche Rache. – Ja, ich weiß, ich bin böse… - Oder das ist erst das erste Lehrjahr, wir werden es sehen im laufe der Jahre.
Vielleicht hatten se sich das hier im Wunderland alles n bisschen cooler vorgestellt. So mit de fliegenden gebratenen Tauben und Regenbogen und Zuckerwatte. Und lauter Glitzer überall und die Alice, die man hernehmen und foppen kann und der man mal gehörig was vormachen und erzählen kann, wo die rosa Häschen so langhoppeln.
Aber wie schon gesagt, Punkt eins: Alice is nicht da. Die kommt hier auch nicht her. Für Regenbogen und Zuckerwatte ist eventuell, wenn überhaupt, der Norbeeert zuständig.

Punkt zwei: Wunderland ist hier ja eigentlich auch nicht... Nee, hier is bronxx. Schlicht und ergreifend. Nicht mehr und nicht weniger.
Und da musste gefälligst das Volk so nehmen, wie es zu Dir zum Zahlen da vorne daherkommt. Da kannste des ma mit nem Lächeln probieren.
Also, nicht ärgern, nur wundern. Ein bis zwei Jahre habt ihr ja noch ihr beiden…

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Wir lieben Lebensmittel

Und natürlich nicht nur wir. In der Hauptsache tut das ja die Lebensmittelkette mit dem gelben "E" tun. Also die Lebensmittel lieben. Das ist ihr Slogan und unter dem Motto läuft da so einiges mit allem Essbaren.
Und, wenn man den witzigen Werbefilmchen glauben darf, wird sich hinterm Fleischtresen, anner Wursttheke, in der Gemüseabteilung und im Flaschenregal um die Ware ausgiebig gekümmert: Apfelsinen streicheln und nett stapeln, jede einzeln. Die toten Tierteile in die Auslagen drappieren, appetitlich rot unter die rote Lampe. Und so weiter und sofort. Des Marktleiters Strenge und Güte und des Marketingdirektors Ideenreichtum sind best friends und kennen da keine Grenzen.
Was se nur nich so optimal in ihre Planung einbezogen haben, sind König und Königin, also der gemeine KundInnen-Pulk. Die beömmeln sich sicher köstlich übere Reklame, aber im Grunde ist es doch so: rein mit dem Zeuch innen Einkaufswagen oder ins Körbchen, denn der Hunger treibt's rein und der Ekel treibt's runter. So haben wir früher immer gesagt. Essen musste wat, also musste kaufen gehen und dann ab nach Hause mit der Beute. Liebe hin oder her, der Magen knurrt nach vier Stunden eh wieder.

Tja, nich so bei uns inne bronxx. Unser Supermarkt (harte Erdbeeren sind Trumpf, ihr wisst ja?!) als DER Lebensmitteltempel am Fränky fährt da ne ganz andere Schiene. Statt dem 5. Buchstaben aussem Alphabet muss man sich hier mit den mittleren und hinteren Plätzen zufrieden geben. Und dass, o b w o h l man verwandt und verschwägert ist mit den gelben, Tochter in guter Gesellschaft. Aber, wo de Muddi die Kohle inne Youtube-Filme und inne Werbefuzzis steckt, bleibt halt ma im WRG für den wirklich wichtigen Eckladen nüscht über. Kein Cinema, keine extra Streicheleinheiten füre Auslagen. Die Wursttheke wurde gar nicht erst aufgebaut und das Spiritousenregal, quasi die Kassenbandverlängerungsstraße, ist ewig gut geleert.
Hier in der bronxx hat man auch nicht genug Personal für all die angepriesenen Liebesdienste. Die 4 Vollzeitkräfte und die beiden Azubis routieren in langen Schichten im Auf und Ab der Woche.
So, und was meint ihr, wie lösen die WRGler das Problem? Janz einfach: die Kunden müssen bei uns ran und Lebensmittel lieben.
Das geht nicht? Und ob...
Testperson erster Güte war natürlich, wer sollte es anders ein, MEIN Rapper. Seine Aufgabe war, zeig uns Deine Liebe zum Essen. Und er geht erstmal gleich schnurstracks ab in den Laden, zack durchs Drehkreuz und auf der Hälfte rechts an die Käsekühlung. Schrank auf, Packung mittelalten Gouda, 400 g in Scheiben, gereift, dies das bli bla... Schrank zu und lächeln. Was lächeln? Jaha, lächeln.
Und zwar hin zur Packung, zum Käse. So lange Du kannst. Und schön dranbleiben und Blickkontakt halten. Nicht blinzeln und immer schön strahlen. Nicht aufhören. Hörst Du? zeig Deinem Käse, wie sehr Du ihn lieben tust. Wie sehr Du ihn begehrst. Dass er sich geborgen fühlen kann bei Dir, in Sicherheit ist und der ganze Sermon. Bau Vertrauen zu ihm auf! Schau im tief in die Augen und lass ihn wissen: "I love you, Baby! Forever!"
Was soll ich sagen, der Rapper hat die Aufgabe super gemeistert. Er kann es, folks. Er hat es allen locker gezeigt. Ganze zehn Minuten. Das ist fast Spielfilmlänge. Das dicke E kann in seinen Reklamevideos einpacken... Ich wusste es und bin stolz auf ihn!
Und wenn ihr mal wieder Liebe machen wollt, kommt zu uns in den Supermerkato anner Ecke, Millionen Lebensmittel warten auf Euch! Yes, hier bei uns inne bronxx! 


Donnerstag, 27. September 2018

In drei bis acht Schritten zum Profi

Anleitung zum Saufen am Platz:

Man nehme seinen Nachbarn, den man wenige Tage zuvor noch im Flur getroffen hat. Sollte das rein zufällig nicht mit dem Treffen klappen, können sie natürlich auch einfach klingeln bei ihren anderen Hausbewohnern. Achten sie dabei jedoch unbedingt auf die Mittagsruhe und, dass die ausgesuchte Person ihres Vertrauens alt genug ist, um Alkohol trinken zu dürfen.
Hat sich ein Opfer gefunden, schnell sodann einen Tag, eine Uhrzeit und die genaue Sitzposition vereinbaren: auf der Bank oder auf einem der farbigen Sitzquader am Franky oder lieber in der Nähe des Pissoirs auf der langen Betonsitzbank bei Biggi vis-à-vis. Ganz wie ihnen beliebt und je nachdem, wie chaotisch der Abend werden und enden darf. Sprechen sie sich ab!

Das nächste, was sie zu zweit oder mit noch mehr Personen klären müssen, sind die Getränkewünsche: egal, was da ist oder was weg muss; oder hat jemand eine Histaminintoleranz, dann geht natürlich nur Bier oder Weißwein. Oder gar der richtig heftige Schluck?
Aber: fangen sie langsam an, wenn der Abend ein bisschen was abwerfen soll, nicht zu hastig. Sie machen das schon!
Wenn sie das erste Mal am Platz saufen gehen, sind ihnen wahrscheinlich auch die Gläser und Becher noch ziemlich wichtig. Keinen Stress, wir können sie beruhigen: das Messener und das Harzkristall brauchen sie da nicht aufzutischen. Interessiert zum einen keinen und zum anderen wissen sie nie, wie der Abend endet und es wäre schade um das gute Zeuch. Also, Plaste und Elaste eingepackt und wegns die Umwelt die guten Konzerttrinkbecher. Dafür haben sie die schließlich mindestens seit 7 Jahren im Schrank gebunkert. Jetzt kommt auch deren großer Auftritt und ihrer sowieso.

Haben sie sogar eventuell und rein zufällig Eiswürfel im Haus oder besser ja im Gefrierschrank? Ja, nun, dann kurz vorm Gang vore Tür ab inne Tüte damit. Der Weißweingenießer wird nun neben dem weißen Rebensaft auch sie dafür liebhaben. Überraschen sie ihren Begleiter damit!
Eine große Freude werden sie ihren Mittrinkern sicher auch bereiten, wenn sie einen Öffner mitnehmen, einen für Korken und Kronkorken versteht sich. Sollte nämlich von den Profis da unten keiner mehr sitzen, sind se ohne Schraubverschlüsse aufgeschmissen... also, seien sie ein Fuchs. Sollten sie auch zum Profi aufsteigen, werden sie in diesem Level alles nötige zum puren Überleben ohne Hilfsmittel lernen. Ganz sicher!

Noch zwei Geheimtipps: 1. Lassen sie so Schnickschnack wie Brot oder Knabbereien weg! Ja, nur Mut! Braucht kein Mensch, verdirbt nur den Geschmack und lenkt unnötig ab.Und sie laufen Gefahr, vor Ort von den Kenner gleich als blutiger Anfänger geoutet zu werden. Und das wollen sie doch nun wirklich nicht.


2. Für den schmalen Geldbeutel empfiehlt es sich, sich da unten zu treffen, wenn der Supermarkt noch ne beachtliche Weile offen ist...
Dann kann ma einer mittem Leergut los und tauschen gehen oder so Nachschub holen. Zu Preisen, die ne ganze Ecke billiger sind als bei Biggi nach 22:00 Uhr am Kiosk oder gar anne Tanke. Ewig langes Gelatsche zum Ende der Frankfurter braucht keiner mehr dann, wenner dreiacht auffem Kessel hat.

So, nun haben se alles beisammen. Nachbarn schnappen und auf ins Abenteuer. Für den Anfang reicht das einmal alle zwei Wochen. Nach gut zwei Monaten steigern se langsam die Dosis und sie werden sehen, nach einem halben Jahr sind se Profi. Dann haben sie ihr Ziel erreicht. Bis dahin: üben,üben,üben. Und zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker oder die blogger. Hier bei uns in der bronxx, gell?!




Donnerstag, 20. September 2018

Jetzt ist sie weg

.... und ich bin wieder allein...
Der Songtext war vor Jahren der Titel eines Hits der deutschen Hip-Hop-Szene. Vielleicht kennt ihr ihn noch? So mit Herzschmerz und  das ganze volle Programm.


Tja, was soll ich sagen, so geht es mir auch, genauso. Auch und eben trotzdem, wenngleich sie keine Person oder ein Mensch war. Sie war vielmehr ein Gegenstand, ein ziemlich großer Gegenstand sogar. Sie war ein Container. Ein weißer, großer wie man ihn üblicherweise auf dem Bau antrifft. Dort, wo die Architekten und Maurer sich guten Nacht sagen und die Pläne begucken. So'n Ding war das, nur mit nem extra riesigen Fenster an einer der langen Seiten, nachträglich eingebaut vom Besitzer. Dem sympathischen S. aus der Blumenstraße in unserer bronxx. Er hatte die Artbox ins Leben gerufen und sie damals an den Rand der Straße, gegenüber vom Gebrauchtwagenhändler hingestellt. Im Frühjahr oder Sommer habe ich mich dann getraut und habe die Nummer auf der Visitenkarte angerufen, die im Artbox-Fenster auslag.
YEAH! Schnell war ein Termin mit dem Vater der Box gefunden und noch schneller ein Termin für meinen ersten, alleinigen Auftritt als Kletterrose im Kunstkasten. Im Oktober 2013 war es dann soweit, die Box war belebt mit ordentlich Publikum und ich vorneweg am Mikro und mit sexy stories im Gepäck. Es gab Sektchen und für mich ein Bierchen und S. war ein supertoller Veranstaltungsbetreuer. Unvergessene Stunden und ich war verliebt. Nee, nicht in S., aber in die Artbox.

Über die Jahre empfahl ich diese wahre Schatzkästchen immer weiter an Freunde aus Kunst und Küche, hatte selbst noch einige Auftritte darin und meine Liebe zu der Kiste wuchs mit jedem Mal mehr. Ein kleines Stückchen bronxx-Heimat im Herzen und in der Blumenstraße. Dort, wo man als Kletterröschen ja per se irgendwie ganz bombig hinpasst. 

Irgendwann warer dann blau der Container und 2016 zog dann ein bleuer Künstler mit braunen Ausstellungsstücken ein. "2 Jahre kein Bock" las man auf dem Schild an der Fensterfront zwischen den braunen Vorhängen. Und es tat sich wirklich 730 plus minus 1 Tag überhaupt nüschte darin. Weder noch. Still ruhte der blau braune Riesenkunstkarton. Ich fuhr oft vorbei und hoffte, dass die Jahre bald um sein mochten. Denn, ich wollte ja wieder mal in "meine" Box und da lesen oder whatever. Am liebsten auch meinen Geburtstag feiern und danach regelmäßig dort kleine Kunstevents anbieten. Pläne hatte ich reichlich. Vorsichtig fragte ich bei S. an, ob und wann wir denn mal reden könnten dazu.
September, das sollte der magische Monat sein. Da wollte er sich melden und so wartete ich brav... ganz brav sogar, den eigentlich bin ich eine furchtbar ungeduldige Person. Aber ich wollte mich bessern... Ich hielt durch... ganz tapfer... bis...ja bis Mitte September als ich zufällig bei S. auf dem Profil Bilder vom blauen Container sehe. Und zwar in den Fängen eines riesigen Kranes. Dreimal dürft ihr raten, was der gemacht hat...


Mein Herz blieb stehen und ich hatte Tränen in den Augen. Da geht sie dahin, meine geliebte Box und ich habe nicht mal "Tschüss" gesagt und nix. Und jetzt ist sie weg und ich bin wieder allein.
Wieder ein schöner Kunstort in Braunschweig - sogar noch im WRG - verschwunden. So ganz klammheimlich und für mich hinterlässt diese Aktion eine riesige Lücke, hier bei uns in der bronxx...


 

Donnerstag, 13. September 2018

Schleudergang mit SchokoVanilleErdbeer

Nachdem ich vor kurzem bei meinen Streifzügen durch die Nachbarschaft ganz investigativ die geheimen Einsatzzentralen der Haarunfall-Einsatztruppe aufgedeckt habe, bin ich neugierig geworden und wollte wissen, was sich hier noch so hinter den Türen und Schaufensterscheiben verbirgt. Und ich bin fündig geworden ….

Ich habe mich dabei an eine Kolumne von Max Goldt erinnert. Er hat sich seinerzeit, als Berlin noch eine Mauer hatte und DM noch ein Zahlungsmittel und kein Drogeriemarkt war, gewünscht, dass in seinem Berliner Kiez doch bitte mal ein vernünftiges ‚Kopierparadies‘ eröffnen möge. Stattdessen öffnete nur Obskures wie ein Zubehörladen für Zauberer oder ein Kerzen-Selbstmach-Shop, wo man Docht als Meterware kaufen konnte.

So ähnlich erging es mir, als ich neulich mit offenen Augen die Goslarsche Straße heruntergeschlurft bin. Wusstet Ihr, dass es hier bei uns einen Imker-Laden gibt? Völlig unscheinbar und mit nur einem kleinen Schild „Imker“ und „hier klingeln“ versehen. Leider war es schon spät und es war kein Licht mehr um der Aufforderung nachkommen zu können. Das hat mich neugierig gemacht und ein Glas Honig brauchte ich sowieso. Merken, nächstes Mal. Oder kann sich dort auch der zukünftige Hobby-Imker mit Materialien und Gerätschaften eindecken? So´n riesiger Hut mit Vorhang vor wäre dieses Jahr bei den ganzen Wespen die einen um den Kopf herumgeflogen sind, sicherlich ganz praktisch gewesen. Wie gesagt, nächstes Mal.

So, weiter gelatscht und am Penny-Markt vorbei und halt, stop, was ist das? Hä? Eine Eisdiele, oder besser ein Eis-Verkaufsfenster eingebaut in einen Waschsalon. Ja, ne, is´ klar,Waschsalon mit Eisdiele. Wer kommt denn auf sowas? Aber hey, liegt doch auf der Hand. Da hängt man im Waschsalon rum und wartet dass die Maschine endlich fertig ist und hat die GALA oder ADAC-Motorwelt, die da so rumliegen, schon dreimal durchgeblättert, dann wäre doch ein Eis meistens ganz fein. Und das geht dort, direkt im Laden. Wie geil ist das denn? Und wenn man als Betreiber eh vor Ort ist, dann kann man ja auch gleich noch Schleckerkram vertickern. Schlau gemacht. Wenn der Laden jetzt auch noch WLAN hätte, dann könnten sich diese hippen Co-Working-Buden aber mal ganz fein gehackt legen. 

Und wenn ich jetzt auf der Straße weiter heimwärts latsche, dann komme ich auch noch am Flamenco-Studio(das hier ja auch schon mal prominent zu Gast war) und einem klitzekleinen Teeladen vorbei. Die Kombi TanzTeeBude hätte natürlich auch etwas, klingt aber dann doch ein bisschen zu ausgedacht. 

Und was fehlt auf der Straße? Was gab es früher an jeder zweiten Straßenecke? Einen Kiosk. Es gibt seit über einem Jahr hier in direkter Nachbarschaft keinen Kiosk mehr. Lohnt wohl nicht. Und so hip ist die Ecke anscheinend wohl (noch) nicht, dass bärtige Knöchelfrei-Träger hier lässig rumstromern und abhängen wollen. Hier wohnt man halt und lümmelt nicht an Ecken herum.

Alles hochinteressant und eine weitere, genauere Betrachtung wert. Ich bleibe am Ball, klingele mal hier und dort oder gehe einfach und forsche weiter. Ich werde berichten.

Was es nicht alles so gibt, hier bei uns in der bronxx …