Donnerstag, 30. August 2018

Licht aus - Spot an

Kennt einer von euch noch Disco mit Ilja Richter?
Hach, was war das schön in meiner Kindheit.... Ich war ja soo verliebt in Ilja. Und waren wir zur besten Sendezeit ausgerechnet bei Oma oder Uroma, habe ich so lange rumgezickt, bis der Fernseher angeschaltet wurde. Dann war ich ruhig, zufrieden und verknallt und habe geträumt von Ilja und mir. Siebzehn Jahre Altersunterschied und jetzt guckt bloß nicht bei Wikipedia wie alt ich bin, äh Ilja natürlich. Denn, darum geht es heute gar nicht. Ich schwöre. Musste halt nur den Bogen hinkriegen zwischen Überschrift und Inhalt. Und mir fällt immer recht schnell eine Titelzeile ein zum Inhalt. Deshalb bleibt mir nur noch übrig, die Schtorie vernünftig aufs Papier zu bringen, dass heißt ins backend unseres blogs, sodass es am Donnerstag wieder für alle was zum Lesen gibt.

Sicher hattet ihr damals alle die Geschichte über die Büchertelefonzelle in unserem Internetauftritt mitbekommen. Das kostenlose Bücherregal auf dem Franky in Form einer alten gelben Telefonzelle. Erstaunlicherweise hat die Idee bis heute gut überlebt und wird auch fleißig gelebt. Einmal war das einen Regal darin kaputt, aber sonst blieb alles hübsch verwendungsfähig, niemand hatte sich oben oder unten entleert zwischen den Seiten und Buchdeckeln. Das war ja die größte Angst hier im WRG. Aber nee, allet jut, alle brav.
Immer wieder wird getauscht, genommen, hingelegt, geliehen, geborgt usw. Zeitweise war zu beobachten, dass jeden Tag immer wieder andere Bücher in der Zelle standen. Was für eine tolle Sache! Die bronxx hat ihre Bücher und die gelbe Zelle lieb. Das merkt man. 

Und eine ganz besonders...
Jaha, ein Bücherwurm oder Leseratte, ganz wie ihr wollt. Und echt außer bronxx. Sie liebt Bücher, den Frankie und den Sommer. Wie wir darauf kommen? Na, sie saß da jeden Tag auf einem der bunten Würfel und hat in den Seiten geschmökert, was das Zeug hielt. Alles gelesen, was ihr zwischen die Finger und die Buchdeckel kam. Jeden Tag eifrig vertieft in spannendes, interessantes, vielleicht prosaisches oder triviales aus den Regalen der gelben Telefonzelle hinter ihr. Vertieft in die aussortierten Schätze anderer. So hockte sie da, tagein tagaus. Und ja, auch als jeder noch so heiße Sommertag sich seinem Ende neigte und sich die Dämmerung zu zeigen begann, sie las tapfer weiter. Dabei war sie sehr pfiffig und erfinderisch und bestens vorbereitet auf das Wohl ihrer Augen bedacht. Sie hatte nämlich an alles gedacht, so auch ein an Lämpchen. Das zierte ihren Kopf wie eine Grubenlampe und trotze so der Dunkelheit der Welt und dem Schummerlicht der Straßenlaternen rund um den Frankfurter Platz.


Ich sachet Euch, das ist wahre Liebe, echtes Hobby und eine Hommage an die Bücher der bronxx. Die Lady, die einzig in die Seiten vertief inmitten des WRGs auch des Nächtens ausharrt. Und das ganze im zarten Schein der Halogenleuchte umd den Schädel geknöpert.
Das musste erstmal bringen, hier bei uns. Lesen bis der Optiker kommt und abends mit Beleuchtung (das pflegte mein Vater immer zu antworten auf die Frage hin, welcher Wochentag denn heute sei. Dann nannte er den Wochentag und schob den obigen Nachsatz noch süffisant hinterher).

Also, Licht aus - Spot an für soviel Wissensdurst! Und da sach noch einer, wir seien hier nicht gebildet. Nix da! Buch macht kluch, hier bei uns inne bronxx. Und jetzt alle: und abends mit ....

 

Donnerstag, 23. August 2018

Besenrein - dann Besen raus

Öhm, schon wieder Hauswoche? Nein, keine Angst. Auch kein Umzug oder sowas, wo man die Hütte besenrein übergeben muss. Ich habe mich gerade mal durchs weltweite Netz geklickt, um das Wort und seine rechte Schreibung ausfindig zu machen. Und zack biste bei Definitionen und hast wieder was für'n nächsten Einzug inne andere Bude gelernt. Da ist z.B. die Rede von der Beseitigung grober Verschmutzungen und niemand muss bei solchen Anlässen alles auf Hochglanz bringen... Das klingt doch mal nach'm Plan, oder?!
Doch nun zurück zu etwas komplett anderem. Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier (dieser Satz gildet M. zum Gruße. Dem fleißigen Blog-Leser, Fan (vielleicht) und Gang-Mitglied).


So, wo war ich? Ach ja, hier. Blog. Bronxx. Urlaub. Neulich jedenfalls noch. Gefühlt ist der meist nach 10 Minuten im Job auch wieder gnadenlos verpufft. Und dieser Sommerurlaub war extremst heftig, schon allein hitzemäßig. Ich habe ja kaum etwas bewerkstelligen können, außer debil inner Gegend rumzuschwitzen. Morgens immer früh raus und die Fenster zum Lüften aufgerissen. Um siebene haste da echt nochmal was vom Thermometer unter 20 Grad gehabt. Einzig mistig nur, die halbe bronxx war so drauf. Noch vor dem Aufstehen wach, Schotten aufreißen und rumdödeln. Man vergisst ja im Sommer auch gerne mal, dass andere eben trotzdem noch regulär arbeiten müssen. Ist ja nun ma nicht Massensiesta... Ja nee.

Besonders genial kam da den einen Morgen, es war höchstens halb acht, allerhöchstens, so eines von diesen lauten Knattergeräten. Dieses Nervtöter deluxe-Ding, bei dem Du erst auf die Uhr und dann aufs Datum guckst, wenn sie loslegen. Echt jetzt mal ey, was macht so ein Gerät am frühesten Morgen mitten im Hochsommer im Garten eines Hinterhofes in der Sch-straße??? Verdammt nochmal was? Alle wollen frische Luft inne demsigen Schlaf- und Wohnzimmer kriegen und der Depp da draußen mit seinem Verlängerungsspielzeug drückt auf den Knopf und versaut die schöne WRG-Aura mit solch einem unaushaltbaren Lärm... Unf*cking unfassbar oder wieder das heißt. Ihr wisst schon.

Und dann das alles auch noch im Urlaub. Biste eh genervt wegen dem ganzen Wärmekrams und denn noch Kettensägenmassacker-Heinz mit seinem Gebläse da im Arm. Ich kann nur mutmaßen, was sein Auftrag war. Sicher haben ihn die vielen vertrockneten Blätter gestört. Die, die aus diesem Pre-Herbst ohne Wasser und mit Ende-Dreißig-Grad-Dauerbesonnung der Bäume dann frühzeitig zu Boden gegangen sind.
Es dauerte keine zehn Minuten, bis der Supermann-Gärtner aus dem offenen Fenster der reichhaltig vorhandenen Nachbarschaft eine Ansage bekam:"Ey Alter, mach mal das Ding aus. Ich glaube wohl es hackt bei Dir. So früh am Morgen und denn och bei so'ner Hitze hier so einen Krach zu veranstalten. Merkst Du es noch??? Das geht gar nicht!! Also, mach das Scheißteil aus und nimm Dir mal'n Besen. Du tickst doch nicht ganz sauber!"

Der letzte Satz war irgendwie der geilste, nicht wahr?! Der Puste-Hoschi jedenfalls hatte zunächst erstmal zig Gegenargumente. Natürlich mit annem Gerät, bei gefühlten 300 Dezibel vorgetragen.
Sehr sinnfrei! Das findet auch der lautstarke Kritiker und ruft ihn immer wieder zur Raison auf.
nach ein paar Minuten hat ersterer es geschafft. Yeah! Ruhe. Wie himmlisch! Und die Vögel hört man wieder zwitschern. Und schließlich reicht ja auch besenrein aus. Vollkommen! Und hier bei uns inner bronxx sowieso.
Also, immer schön mit'm Besen und dann mit der Ruhe!
 

Donnerstag, 16. August 2018

Drei Engel für Meister Meyer


Es ist ja nicht immer alles so, wie es scheint. Auch hier bei uns im WRG gibt es Dinge die einem erst auf den zweiten Blick nicht so ganz schlüssig erscheinen. Ihr kennt das bestimmt auch, man sieht etwas, denkt nicht weiter darüber nach, sieht es wieder und auf einmal denkt man „Häää? Da passt doch etwas nicht!“. Und weil es einem so komisch vorkommt, fängt man an zu spekulieren und zu phantasieren um sich einen Reim darauf machen zu können.


Hier, in unmittelbarer Nähe vom Rudi, in der Goslarschen Straße, dem Jagd-, Erholungs- und Wohnrevier von mir, Bürger M., gibt es drei Friseur-Salons in unmittelbarer Nachbarschaft, flankiert von einem vierten in direkter Nähe. Um alle vier zu Fuß der Reihe nach abzulaufen sind es vielleicht drei Minuten und nur ein zwei- dreihundert Meter Entfernung. Die Schnippelstätten von Gabi, Nicky, Kerstin und Meister Meyer. Und in den Läden ist so gut wie nie etwas los, jedenfalls nicht, wenn ich dort mal vorbeikomme. Wuseliges Treiben und proseccoschwangeres Gegackere, so wie es einem in der Glotze ja immer vorgemacht wird, gibt es dort nicht. Lohnt sich das überhaupt? Teilen die sich die anscheinend nicht allzu üppige Kundschaft untereinander auf oder luchsen sie sich die sogar gegenseitig ab? Und keiner der Lockentempel strahlt eine besondere Exklusivität oder andere Besonderheit aus. Noch nicht einmal einer dieser originellen Namen, wie zum Beispiel „Kaiserschnitt“, „Hairzblut“ oder „Dirty Hairy“, prangt über der Tür. Alles schreit nach „Hier gibt es nichts zu sehen, gehen Sie bitte weiter!“. Würde man viele Menschen darum bitten einen möglichst unspektakulären Friseursalon zu beschreiben, dann kämen mit sehr großer Sicherheit im Durchschnitt genau diese vier Läden dabei heraus. Jede Wette!


Oder steckt vielleicht etwas ganz anderes dahinter? Sind das überhaupt keine Ondulierungs-Oasen sondern geheime Basen für etwas ganz anderes? So wie in diesem Filmen, wo sich hinter einer Tür auf einmal etwas unerwartet Spektakuläres auftut? Ist es nicht seltsam, dass es in diesem Fall drei Frauen und ein Mann sind? Gab es da nicht mal diese Fernsehserie mit den drei sehr pompös frisierten Frauen und ihrem Chef? „Drei Engel für Charlie“, die Älteren mögen sich vielleicht erinnern. In unserem Fall wären das dann die drei Engel für Meister Meyer. Jede mit ihrem eigenen Quartier, aber in direkter Rufweite. Allzeit bereit und so. Aber was genau ist ihre Aufgabe? Ist es eine geheime Taskforce für krisenauslösende Haarunglücke? Hat jede von ihnen eine spezielle Fähigkeit? Gibt es ein cooles Einsatzmobil oder sogar Flugzeug in Form eines Föns oder einer Lockenbürste? Halt, nein, ha! Es ist ein Hubschrauber! So einer startet und landet ja hier hier ein, zweimal am Tag und es wird so getan als würde der zum Krankenhaus wollen. Nein, jetzt ist es raus, es ist der Hair-Heli, der zu geheimen Kommando-Einsätzen fliegt. Wo mag es wohl nächstes Mal hingehen und wer muss gerettet werden? Jetzt bin ich ja neugierig geworden. Wenn ich noch mehr Haare auf dem Kopf hätte, dann würde ich mich ja täglich in einem der Läden herumdrücken in der stillen Hoffnung mal etwas mitzubekommen, aber so bleibt es wohl euch überlassen, dieses Mysterium endgültig zu lösen.


Ganz schön spannend, was es so alles zu entdecken gibt hier bei uns in der bronxx ...


Donnerstag, 9. August 2018

Sauber bleiben!

Das Thema "Sauberkeit" war hier schon öfter mal an der Tagesordnung. Fakt ist: in der bronxx liegt und fliegt jede Menge Müll rum und es gibt genug, die aufpassen, dass es hier ja sauber und rein bleibt und wird im WRG. Ihr erinnert Euch an die Müllsammlerin, den Kackesauger (den ich schon irrelange hier NICHT mehr gesehen habe) und unseren Meister hier im Haus. So und, weil hier noch mehr Unrat rumwuselt als Ordnungsliebhaber, gibt es jetzt auf Seiten letzterer noch ein richtig gutes Team. Ganz neu. Zusätzlich. Voller Tatendrang.
Woher ich das weiß? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, liebe Gemeinde. Und ich kann lesen, besonders am Wochenende beim Einkaufen in unserem Lieblingssupermerkato und dort ganz gezielt am schwarzen Brett. Eben das nehme ich immer ins Visier, wenn ich auf dem Weg zum Ausgang bin. Neben bunten Plakaten mit diversen Veranstaltungen in und um die bronxx, bieten da auch jede Menge Menschen ihre privaten kommerziellen Angebote feil. 
Handgeschriebenes hängt da neben Pc-Ausdrucken und schreit nach Aufmerksamkeit. Und seid Euch ganz sicher: gab es bisher in den heiligen Hallen des Lebensmitteltempels noch keine sonderbaren Ereignisse, hängt garantiert na der Pinnwand rechts vor der Glastür ein Bonbonchen der Extraklasse.
Dieses Mal der Klassiker: Entrümpelungen, Treppenhausreinigung usw. Und man merkt gleich, die Crew, die hier wirbt, kennt sich aus. Denn a) weiß man um das dreckige WRG, b) um die wahrscheinlich reihenweise versifften Treppenhäuser (ich war aber dran letzte Woche und habe es auch brav gemacht, ich schwör) und c) um die Mietnomaden. Im Werbetext taucht sogar das Wort "Messie" auf. Ja, schau einer an, Endlich sacht das hier ma einer! Bin mir nur gerade nicht sicher, ob die auch hinten ein "e" angehängt haben. Besser wär das ja ma, Jungs!

Okay, die bisher aufgelisteten Tätigkeiten, dieser neu aus dem Boden geschossenen Ich- oder Wir-AG sind noch kein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Nee, machen alle. Irgendwie. Irgendwo.
Dann gehen wir mal geschmeidig zu Punkt 4 oder 5 der Offertenpalette über. Steht doch da allen Ernstes: Tatortreinigung.

Wie geil ist das den?! Ja, ich weiß, ich als Nicht-Glotze-Guckerin hinke da wieder hinterher und da gibt es doch so'ne Sendung und mit so'ner coolen Fritte von Typ und so... Ja, ja, ja, weiß ich doch längst! Habe ich auch damals einmal (genau, EIN einziges) geguckt und für ganz genial befunden.
Von die wissen, wo der Hammer hängt. Nämlich hier inner bronxx. Hier, wo schon so manches Verbrechen geschah, noch in Planung sein und dann umgesetzt werden wird... Auch dafür gibt es jetzt Abhilfe beim anschließenden Aufräumen der großen Sause. Da muss niemand mehr alleine den Ort des Geschehens wienern, Rückstände abkratzen oder wegpolieren oder gar Spuren beseitigen. Nein, es gibt da was von Hausmeisterservicepharm. Egal, wie dreckig, besudlet oder brutal das Örtchen der Tat daherkommt, der Mann hat Eier inne Hose.   
Also, auch in Zukunft ist das gefährliche Leben hier bei uns in der bronxx gerettet. Puh, wat bin ich froh!
Dann dag ich mal so ganz lapidar in die Runde: Sauber bleiben, Jungs und Mädels, gell?! Vatti macht dat dann schon...



Donnerstag, 2. August 2018

Nur erschrecken



Sagt mal, ist Euch auch so warm und kriegt ihr auch nicht richtig was gebacken tagsüber und überhaupt?

Ich habe derzeit Urlaub, hatte so viele Pläne und ich bin echt froh, wenn ich es mal gerade schaffe, ein Drittel davon umzusetzen.
Stattdessen: schwitzen, ölen, kaum bewegen, bräsig im Schädel und die Hütte ist heiß ohne Ende...
Aber, zurück zum Wesentlichen: apropos "gebacken kriegen". Ich liebe ja die türkische Küche und die an diese angelehnten Gerichte. Oh my god, da gibt es so geile Sachen: Köfte, Menemen, Bulgur, Hummus und lauter so Zeugs. Ach, Menemen kennste nich, wa?! Das ist türkisches Rührei mit Tomaten, grüner Paprika, Peperoni und Zwiebeln. Kennengelernt habe ich es durch meine Freundin T. Sie war mit mir mal türkisch frühstücken. Wobei ich dachte, dass das in deftigem Fleischgelage endet, aber nee, war fantastisch. Sehr nahrhaft und lecker.

Theoretisch könnte ich das alles jeden Tag haben, denn ich schätze mich sehr glücklich darüber, Nachbarn aus der Türkei im Flur unter mir zu haben. An manchen Tagen kannste da nach Feierabend nicht ohne das berühmte im Mund zusammengelaufene Wasser durch das Treppenhaus vorbei huschen. Es riecht einfach nur genial aus deren Hütte. Und man ahnt bereits, was die da für coole Sachen auf dem Teller und in der Pfanne haben...
Ich hatte immer irgendwie türkische Nachbarn, egal, wo ich wohnte. In meiner allerersten Braunschweiger Bude war es Fatma. Sie hatte im Wohnzimmer eine riesige heiße Platte stehen und hat darauf so eine Art türkische Pizza und andere kulinarische Köstlichkeiten gezaubert. Wenn sie fertig war, klingelte sie und ich musste mit meinem Teller zu ihr kommen und dann war alles gut.

Die Familie aus der Sch-Straße macht mir das leider nicht so einfach. Tja, nee, da muss de deutsche Hausfrau selber bei. Aber immerhin gibt es die Rezeptanleitungen kostenlos. Vorzugsweise hinten im Garten bei vertrauten Gesprächen, wenn wir zusammen auf die Weinblätter und das andere Grünzeugs gucken. Dann wird N. immer ganz vertraulich und packt aus. Heute: "Gefüllte Weinblätter".
Als Füllung wird Reis gekocht und wenn man möchte, darf da auch noch kleingehackte Paprika mit rein. Später wird der dann in die Reisblätter eingearbeitet. Nach dem Einrollen kommt das Ganze in den Schnellkochtopf, mit 300 ml Wasser - was exakt ausreicht -, gegart und dann sind se endlich mal fertig, die leckeren Dinger.
"Und, wie bekomme ich die Weinblätter so schön weich? Einlegen in Öl oder sowas?", will ich aber ganz genau wissen, denn darin scheint ja der Haupttrick an diesem ganzen Zeug zu liegen.
"Nee, gibst Du in kochendes Wasser. Aber bloß so kurz erschrecken. Nich ganz kochen, nur ganz kurz erschrecken und rausnehmen", gibt N. den absoluten Geheimtipp preis.

Ich bin erstaunt über soviel Aufwand. Das hätte ich den Dingern gar nicht zu getraut. N. nickt: "Ja, ja, ist viel Arbeit. Denks Du nich.. Und Aische war faul diese Zeit, hat keine Weinblätter gemach. Da nehmen wir aus Dose. Schmecken auch und geht schneller." Also, kommt gut durch die Hitze und habt immer ne Büchse gefüllte im Kühlschrank. Wie hier, hier bei uns inne bronxx!




Donnerstag, 26. Juli 2018

Nils und Hugo

Und nu? Wer soll jetzt das schon wieder sein?
Ähm... also... Nils kennt ihr, ne?! Hier auch als schwarzer Peter bekannt. Ohne Frage, das war ja nich so schwer zu erraten.

Aber, wer um Himmels Willen und alles in der Welt ist dieser Hugo?
Das leicht alkoholisierte Sommercocktailgetränk aus diesem Mischzeugs mit Prosecco und so? Oder etwa dieser Modedesigner mit dem cheflastigen Nachnamen, der eigentlich nur inne Perföng-Werbung sein Geld gemacht hat?
Beides nö. Weiterraten.

Hm, dann mal sehen, was hätten wir da noch... Das weltweite Netz mit seiner meistgenutzten Suchmaschine hat da noch so einiges im Angebot: Zum Beispiel eine Zeche in Gelsenkirchen. Aba, hömma, wat soll unsa Nils denn da nun wedda?
Oder is das einfach nur der altdeutsche Vorname von irgendsonem Typen? Läge ja am nächsten und so, aber auch da, Fehlanzeige.

Ich helfe jetzt mal auf die Sprünge: Muss ja was mit de bronxx zu tun haben, nech?! Und sicher auch mit Kunst, denn was will uns Nils denn sonst mit dem Hugo so anfangen. Klickert es denn jetzt wenigsten endlich mal? Wenigstens bei ein ganz paar von Euch? Nämlich bei denen, die Hugo schon kennen??? Genau gesagt unter dem Namen "Hugo 45". So, jetzt seit ihr mit mir? Habe ich es geschaffft?
Galerie. Hugo-Luther-Straße 45. Die Top-Adresse in Sachen Kunst hier im WRG von und mit dem Galeristen Hans-Joachim Helweg und seinem Team. Seit dem Jahr 2012 ist er am Start und öffnet mehrmals im Jahr seine Tür, um tolle Künstler und deren Werke zu präsentieren. Auch gerne mit Musik-acts und Lesungen zur Vernissage.

Ja, und nun... tusch... tadadaaa... ist Nils dort mit seinen Werken vertreten. Wir finden das richtig genial und sind mächtig gespannt. Genau gestern Abend um 19 Uhr ging das nämlich mit der Eröffnung los.
Also, nochma fix geduscht (obwohl das einem Glas Wasser in der Wüste auskippen glich und nix gebracht hat), schick gemacht und ab zu Hans-Joachim und Nils inne Galerie Hugo 45. Bilder geguckt, geredet, nette Leute getroffen, ein Radler genommen, den Geruch der Bratwurst inhaliert und Kunst genossen. Mit Laudatio, eigenen Texten von Nils und Wiedersehensfreude! Die Hütte war sehr voll und das war gut so!

Nur, wo wart ihr denn so gestern Abend? Ja, Du z.B. und Du und ja, auch Du, Dich habe ich da nich gesehen...
Sollteste echt ma machen, denn das lohnt sich. Hugo ist da, donerstags und sonntags und macht auf und, wenn de Glück hast, triffste da auch den Nils.
Lass Dich mal überraschen, lerne unseren blog-Kritzler persönlich kennen, schau, was er geniales drauf hat und mach das WRG unsicher. Eine gute Gelegenheit! Mitten drin... Hier bei uns inne bronxx.


Donnerstag, 19. Juli 2018

Le Tour de Labyrinth




Kennt Ihr das auch, dass man holterdipolter aus seinen Gewohnheiten und seinen Abläufen gerissen wird, nur weil sich ein kleines, aber entscheidendes Detail geändert hat? Hier bei uns am Rudi ist das gerade der Fall. Die Rudi … äh Rudolfstraße ist gesperrt. Baustelle, alles aufgerissen. Gefühlt von Hauswand zu Hauswand und bis kurz vor´n Erdkern runtergebuddelt.

„Ja nun, kommt vor, muss ja, geht ja nicht anders, wenn man mal an die Rohre ran will oder so.“ wird vielleicht der eine oder andere jetzt völlig berechtigt sagen. Ja, ihr habt ja recht. Das Problem an dem Ganzen ist aber, genau hier in der Ecke gibt es recht viele Einbahnstraßen. Mal eben umdrehen und geschickt abkürzen ist nicht. Da muss man schon umplanen und mal ganz um den Pudding fahren. Und wenn man Pech hat, sogar um den ganz großen Pudding, nämlich durch die Stadt oder zumindest in die Richtung dorthin. Zumindest wenn man mit dem Auto unterwegs ist und das geht ja manchmal nicht anders. Der geübte Hobby-Anarchist auf seinem Zweirad lacht sich derweil dezent ins Fäustchen und kurvt geschwind die Abkürzungen entlang.



Und selbst dann, wenn nichts abgesperrt ist, ist´s manchmal schwierig sich hier zurechtzufinden wenn man hier nicht täglich durchjuckeln muss. Ich, der stets nett, ortskundig und auskunftsfreudig wirkende Bürger M., werde regelmäßig alle zwei, drei Wochen hier nach dem Weg gefragt. In der Regel von leicht unter Strom stehenden Autofahrern mit auswärtigen Kennzeichen die ins Krankenhaus in die Holwedestraße wollen. Wenn man falsch abbiegt, dann ist das nämlich gar nicht so leicht. Stichwort Einbahnstraße. Man erklärt es gestenreich und möglichst unmissverständlich und schwupps, fünf Minuten später steht das Auto wieder vor einem. Mehrfach passiert. Einmal, ich wollte gerade mein Fahrrad abstellen, habe ich sogar Lotse gespielt. Das schreiende Kind auf dem Arm der Mutter auf dem Rücksitz schrie förmlich nach Notfall. „Mir hinterher!“. Ich schwang mich aufs Rad und fuhr einfach vor, direkt bis vor die Einfahrt vom Krankenhaus. Musste sein. Ein Strich auf der Heute-eine-gute-Tat-Liste mehr. Karma und so, nicht wahr?



Und jetzt stellt euch mal vor, was hier in der Ecke los war, kurz nachdem die Rudolfstraße dicht war. Neurologen erzählen ja immer, dass sich die Nervenbahnen im Körper neu organisieren können, wenn mal was war, Schlaganfall oder so. Aber das dauert. Und genauso war es hier auch. Die ersten Tage, pünktlich zur Feierabendzeit, kurvten hier Autos durch die Straßen als würden die Fahrer zum ersten Mal am Steuer sitzen und dabei den Mond erkunden. Blind und mit einer Hand auf dem Rücken. Ein Gehupe und Gemeckere sondergleichen. Zu den ganzen Einbahnstraßen kommen ja auch noch sehr enge Straßen, Fahrradstraßen und andauernd Rechts-vor-Links dazu. Expert-Level sozusagen. Wäre ich Fahrlehrer, ich würde meine Schüler hier am Nachmittag zwei Doppelstunden durchscheuchen, danach klappt das mit Schulterblick und Vorfahrt und so. Jede Wette. Aber was weiß ich schon. Zum Glück hat sich das nun erstmal alles eingependelt. Mal schauen was passiert, wenn im nächsten Bauabschnitt die nächste Straße abgeschnitten wird. Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt. Es bleibt spannend.



So kommt es vor, dass man auch hier mal von Pontius zu Pilatus geschickt wird und mal um den Pudding fahren muss, hier bei uns in der bronxx ….