Donnerstag, 16. August 2018
Donnerstag, 9. August 2018
Sauber bleiben!
Das Thema "Sauberkeit" war hier schon öfter mal an der Tagesordnung. Fakt ist: in der bronxx liegt und fliegt jede Menge Müll rum und es gibt genug, die aufpassen, dass es hier ja sauber und rein bleibt und wird im WRG. Ihr erinnert Euch an die Müllsammlerin, den Kackesauger (den ich schon irrelange hier NICHT mehr gesehen habe) und unseren Meister hier im Haus. So und, weil hier noch mehr Unrat rumwuselt als Ordnungsliebhaber, gibt es jetzt auf Seiten letzterer noch ein richtig gutes Team. Ganz neu. Zusätzlich. Voller Tatendrang.
Woher ich das weiß? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, liebe Gemeinde. Und ich kann lesen, besonders am Wochenende beim Einkaufen in unserem Lieblingssupermerkato und dort ganz gezielt am schwarzen Brett. Eben das nehme ich immer ins Visier, wenn ich auf dem Weg zum Ausgang bin. Neben bunten Plakaten mit diversen Veranstaltungen in und um die bronxx, bieten da auch jede Menge Menschen ihre privaten kommerziellen Angebote feil.
Handgeschriebenes hängt da neben Pc-Ausdrucken und schreit nach Aufmerksamkeit. Und seid Euch ganz sicher: gab es bisher in den heiligen Hallen des Lebensmitteltempels noch keine sonderbaren Ereignisse, hängt garantiert na der Pinnwand rechts vor der Glastür ein Bonbonchen der Extraklasse.
Dieses Mal der Klassiker: Entrümpelungen, Treppenhausreinigung usw. Und man merkt gleich, die Crew, die hier wirbt, kennt sich aus. Denn a) weiß man um das dreckige WRG, b) um die wahrscheinlich reihenweise versifften Treppenhäuser (ich war aber dran letzte Woche und habe es auch brav gemacht, ich schwör) und c) um die Mietnomaden. Im Werbetext taucht sogar das Wort "Messie" auf. Ja, schau einer an, Endlich sacht das hier ma einer! Bin mir nur gerade nicht sicher, ob die auch hinten ein "e" angehängt haben. Besser wär das ja ma, Jungs!
Okay, die bisher aufgelisteten Tätigkeiten, dieser neu aus dem Boden geschossenen Ich- oder Wir-AG sind noch kein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Nee, machen alle. Irgendwie. Irgendwo.
Dann gehen wir mal geschmeidig zu Punkt 4 oder 5 der Offertenpalette über. Steht doch da allen Ernstes: Tatortreinigung.
Wie geil ist das den?! Ja, ich weiß, ich als Nicht-Glotze-Guckerin hinke da wieder hinterher und da gibt es doch so'ne Sendung und mit so'ner coolen Fritte von Typ und so... Ja, ja, ja, weiß ich doch längst! Habe ich auch damals einmal (genau, EIN einziges) geguckt und für ganz genial befunden.
Von die wissen, wo der Hammer hängt. Nämlich hier inner bronxx. Hier, wo schon so manches Verbrechen geschah, noch in Planung sein und dann umgesetzt werden wird... Auch dafür gibt es jetzt Abhilfe beim anschließenden Aufräumen der großen Sause. Da muss niemand mehr alleine den Ort des Geschehens wienern, Rückstände abkratzen oder wegpolieren oder gar Spuren beseitigen. Nein, es gibt da was von Hausmeisterservicepharm. Egal, wie dreckig, besudlet oder brutal das Örtchen der Tat daherkommt, der Mann hat Eier inne Hose.
Also, auch in Zukunft ist das gefährliche Leben hier bei uns in der bronxx gerettet. Puh, wat bin ich froh!
Dann dag ich mal so ganz lapidar in die Runde: Sauber bleiben, Jungs und Mädels, gell?! Vatti macht dat dann schon...
Woher ich das weiß? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, liebe Gemeinde. Und ich kann lesen, besonders am Wochenende beim Einkaufen in unserem Lieblingssupermerkato und dort ganz gezielt am schwarzen Brett. Eben das nehme ich immer ins Visier, wenn ich auf dem Weg zum Ausgang bin. Neben bunten Plakaten mit diversen Veranstaltungen in und um die bronxx, bieten da auch jede Menge Menschen ihre privaten kommerziellen Angebote feil.
Handgeschriebenes hängt da neben Pc-Ausdrucken und schreit nach Aufmerksamkeit. Und seid Euch ganz sicher: gab es bisher in den heiligen Hallen des Lebensmitteltempels noch keine sonderbaren Ereignisse, hängt garantiert na der Pinnwand rechts vor der Glastür ein Bonbonchen der Extraklasse.
Dieses Mal der Klassiker: Entrümpelungen, Treppenhausreinigung usw. Und man merkt gleich, die Crew, die hier wirbt, kennt sich aus. Denn a) weiß man um das dreckige WRG, b) um die wahrscheinlich reihenweise versifften Treppenhäuser (ich war aber dran letzte Woche und habe es auch brav gemacht, ich schwör) und c) um die Mietnomaden. Im Werbetext taucht sogar das Wort "Messie" auf. Ja, schau einer an, Endlich sacht das hier ma einer! Bin mir nur gerade nicht sicher, ob die auch hinten ein "e" angehängt haben. Besser wär das ja ma, Jungs!
Okay, die bisher aufgelisteten Tätigkeiten, dieser neu aus dem Boden geschossenen Ich- oder Wir-AG sind noch kein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Nee, machen alle. Irgendwie. Irgendwo.
Dann gehen wir mal geschmeidig zu Punkt 4 oder 5 der Offertenpalette über. Steht doch da allen Ernstes: Tatortreinigung.
Wie geil ist das den?! Ja, ich weiß, ich als Nicht-Glotze-Guckerin hinke da wieder hinterher und da gibt es doch so'ne Sendung und mit so'ner coolen Fritte von Typ und so... Ja, ja, ja, weiß ich doch längst! Habe ich auch damals einmal (genau, EIN einziges) geguckt und für ganz genial befunden. Von die wissen, wo der Hammer hängt. Nämlich hier inner bronxx. Hier, wo schon so manches Verbrechen geschah, noch in Planung sein und dann umgesetzt werden wird... Auch dafür gibt es jetzt Abhilfe beim anschließenden Aufräumen der großen Sause. Da muss niemand mehr alleine den Ort des Geschehens wienern, Rückstände abkratzen oder wegpolieren oder gar Spuren beseitigen. Nein, es gibt da was von Hausmeisterservicepharm. Egal, wie dreckig, besudlet oder brutal das Örtchen der Tat daherkommt, der Mann hat Eier inne Hose.
Also, auch in Zukunft ist das gefährliche Leben hier bei uns in der bronxx gerettet. Puh, wat bin ich froh!
Dann dag ich mal so ganz lapidar in die Runde: Sauber bleiben, Jungs und Mädels, gell?! Vatti macht dat dann schon...
Donnerstag, 2. August 2018
Nur erschrecken

Sagt mal, ist Euch auch so warm und kriegt ihr auch nicht richtig was gebacken tagsüber und überhaupt?
Ich habe derzeit Urlaub, hatte so viele Pläne und ich bin echt froh, wenn ich es mal gerade schaffe, ein Drittel davon umzusetzen.
Stattdessen: schwitzen, ölen, kaum bewegen, bräsig im Schädel und die Hütte ist heiß ohne Ende...
Aber, zurück zum Wesentlichen: apropos "gebacken kriegen". Ich liebe ja die türkische Küche und die an diese angelehnten Gerichte. Oh my god, da gibt es so geile Sachen: Köfte, Menemen, Bulgur, Hummus und lauter so Zeugs. Ach, Menemen kennste nich, wa?! Das ist türkisches Rührei mit Tomaten, grüner Paprika, Peperoni und Zwiebeln. Kennengelernt habe ich es durch meine Freundin T. Sie war mit mir mal türkisch frühstücken. Wobei ich dachte, dass das in deftigem Fleischgelage endet, aber nee, war fantastisch. Sehr nahrhaft und lecker.
Theoretisch könnte ich das alles jeden Tag haben, denn ich schätze mich sehr glücklich darüber, Nachbarn aus der Türkei im Flur unter mir zu haben. An manchen Tagen kannste da nach Feierabend nicht ohne das berühmte im Mund zusammengelaufene Wasser durch das Treppenhaus vorbei huschen. Es riecht einfach nur genial aus deren Hütte. Und man ahnt bereits, was die da für coole Sachen auf dem Teller und in der Pfanne haben...
Ich hatte immer irgendwie türkische Nachbarn, egal, wo ich wohnte. In meiner allerersten Braunschweiger Bude war es Fatma. Sie hatte im Wohnzimmer eine riesige heiße Platte stehen und hat darauf so eine Art türkische Pizza und andere kulinarische Köstlichkeiten gezaubert. Wenn sie fertig war, klingelte sie und ich musste mit meinem Teller zu ihr kommen und dann war alles gut.
Die Familie aus der Sch-Straße macht mir das leider nicht so einfach. Tja, nee, da muss de deutsche Hausfrau selber bei. Aber immerhin gibt es die Rezeptanleitungen kostenlos. Vorzugsweise hinten im Garten bei vertrauten Gesprächen, wenn wir zusammen auf die Weinblätter und das andere Grünzeugs gucken. Dann wird N. immer ganz vertraulich und packt aus. Heute: "Gefüllte Weinblätter".
Als Füllung wird Reis gekocht und wenn man möchte, darf da auch noch kleingehackte Paprika mit rein. Später wird der dann in die Reisblätter eingearbeitet. Nach dem Einrollen kommt das Ganze in den Schnellkochtopf, mit 300 ml Wasser - was exakt ausreicht -, gegart und dann sind se endlich mal fertig, die leckeren Dinger.
"Und, wie bekomme ich die Weinblätter so schön weich? Einlegen in Öl oder sowas?", will ich aber ganz genau wissen, denn darin scheint ja der Haupttrick an diesem ganzen Zeug zu liegen.
"Nee, gibst Du in kochendes Wasser. Aber bloß so kurz erschrecken. Nich ganz kochen, nur ganz kurz erschrecken und rausnehmen", gibt N. den absoluten Geheimtipp preis.
Ich bin erstaunt über soviel Aufwand. Das hätte ich den Dingern gar nicht zu getraut. N. nickt: "Ja, ja, ist viel Arbeit. Denks Du nich.. Und Aische war faul diese Zeit, hat keine Weinblätter gemach. Da nehmen wir aus Dose. Schmecken auch und geht schneller." Also, kommt gut durch die Hitze und habt immer ne Büchse gefüllte im Kühlschrank. Wie hier, hier bei uns inne bronxx!
Donnerstag, 26. Juli 2018
Nils und Hugo
Und nu? Wer soll jetzt das schon wieder sein?
Ähm... also... Nils kennt ihr, ne?! Hier auch als schwarzer Peter bekannt. Ohne Frage, das war ja nich so schwer zu erraten.
Aber, wer um Himmels Willen und alles in der Welt ist dieser Hugo?
Das leicht alkoholisierte Sommercocktailgetränk aus diesem Mischzeugs mit Prosecco und so? Oder etwa dieser Modedesigner mit dem cheflastigen Nachnamen, der eigentlich nur inne Perföng-Werbung sein Geld gemacht hat?
Beides nö. Weiterraten.
Hm, dann mal sehen, was hätten wir da noch... Das weltweite Netz mit seiner meistgenutzten Suchmaschine hat da noch so einiges im Angebot: Zum Beispiel eine Zeche in Gelsenkirchen. Aba, hömma, wat soll unsa Nils denn da nun wedda?
Oder is das einfach nur der altdeutsche Vorname von irgendsonem Typen? Läge ja am nächsten und so, aber auch da, Fehlanzeige.
Ich helfe jetzt mal auf die Sprünge: Muss ja was mit de bronxx zu tun haben, nech?! Und sicher auch mit Kunst, denn was will uns Nils denn sonst mit dem Hugo so anfangen. Klickert es denn jetzt wenigsten endlich mal? Wenigstens bei ein ganz paar von Euch? Nämlich bei denen, die Hugo schon kennen??? Genau gesagt unter dem Namen "Hugo 45". So, jetzt seit ihr mit mir? Habe ich es geschaffft?
Galerie. Hugo-Luther-Straße 45. Die Top-Adresse in Sachen Kunst hier im WRG von und mit dem Galeristen Hans-Joachim Helweg und seinem Team. Seit dem Jahr 2012 ist er am Start und öffnet mehrmals im Jahr seine Tür, um tolle Künstler und deren Werke zu präsentieren. Auch gerne mit Musik-acts und Lesungen zur Vernissage.
Ja, und nun... tusch... tadadaaa... ist Nils dort mit seinen Werken vertreten. Wir finden das richtig genial und sind mächtig gespannt. Genau gestern Abend um 19 Uhr ging das nämlich mit der Eröffnung los.
Also, nochma fix geduscht (obwohl das einem Glas Wasser in der Wüste auskippen glich und nix gebracht hat), schick gemacht und ab zu Hans-Joachim und Nils inne Galerie Hugo 45. Bilder geguckt, geredet, nette Leute getroffen, ein Radler genommen, den Geruch der Bratwurst inhaliert und Kunst genossen. Mit Laudatio, eigenen Texten von Nils und Wiedersehensfreude! Die Hütte war sehr voll und das war gut so!
Nur, wo wart ihr denn so gestern Abend? Ja, Du z.B. und Du und ja, auch Du, Dich habe ich da nich gesehen...
Sollteste echt ma machen, denn das lohnt sich. Hugo ist da, donerstags und sonntags und macht auf und, wenn de Glück hast, triffste da auch den Nils.
Lass Dich mal überraschen, lerne unseren blog-Kritzler persönlich kennen, schau, was er geniales drauf hat und mach das WRG unsicher. Eine gute Gelegenheit! Mitten drin... Hier bei uns inne bronxx.
Ähm... also... Nils kennt ihr, ne?! Hier auch als schwarzer Peter bekannt. Ohne Frage, das war ja nich so schwer zu erraten.
Aber, wer um Himmels Willen und alles in der Welt ist dieser Hugo?
Das leicht alkoholisierte Sommercocktailgetränk aus diesem Mischzeugs mit Prosecco und so? Oder etwa dieser Modedesigner mit dem cheflastigen Nachnamen, der eigentlich nur inne Perföng-Werbung sein Geld gemacht hat?
Beides nö. Weiterraten.
Hm, dann mal sehen, was hätten wir da noch... Das weltweite Netz mit seiner meistgenutzten Suchmaschine hat da noch so einiges im Angebot: Zum Beispiel eine Zeche in Gelsenkirchen. Aba, hömma, wat soll unsa Nils denn da nun wedda?Oder is das einfach nur der altdeutsche Vorname von irgendsonem Typen? Läge ja am nächsten und so, aber auch da, Fehlanzeige.
Ich helfe jetzt mal auf die Sprünge: Muss ja was mit de bronxx zu tun haben, nech?! Und sicher auch mit Kunst, denn was will uns Nils denn sonst mit dem Hugo so anfangen. Klickert es denn jetzt wenigsten endlich mal? Wenigstens bei ein ganz paar von Euch? Nämlich bei denen, die Hugo schon kennen??? Genau gesagt unter dem Namen "Hugo 45". So, jetzt seit ihr mit mir? Habe ich es geschaffft?
Galerie. Hugo-Luther-Straße 45. Die Top-Adresse in Sachen Kunst hier im WRG von und mit dem Galeristen Hans-Joachim Helweg und seinem Team. Seit dem Jahr 2012 ist er am Start und öffnet mehrmals im Jahr seine Tür, um tolle Künstler und deren Werke zu präsentieren. Auch gerne mit Musik-acts und Lesungen zur Vernissage.
Ja, und nun... tusch... tadadaaa... ist Nils dort mit seinen Werken vertreten. Wir finden das richtig genial und sind mächtig gespannt. Genau gestern Abend um 19 Uhr ging das nämlich mit der Eröffnung los.
Also, nochma fix geduscht (obwohl das einem Glas Wasser in der Wüste auskippen glich und nix gebracht hat), schick gemacht und ab zu Hans-Joachim und Nils inne Galerie Hugo 45. Bilder geguckt, geredet, nette Leute getroffen, ein Radler genommen, den Geruch der Bratwurst inhaliert und Kunst genossen. Mit Laudatio, eigenen Texten von Nils und Wiedersehensfreude! Die Hütte war sehr voll und das war gut so!
Nur, wo wart ihr denn so gestern Abend? Ja, Du z.B. und Du und ja, auch Du, Dich habe ich da nich gesehen...
Sollteste echt ma machen, denn das lohnt sich. Hugo ist da, donerstags und sonntags und macht auf und, wenn de Glück hast, triffste da auch den Nils.
Lass Dich mal überraschen, lerne unseren blog-Kritzler persönlich kennen, schau, was er geniales drauf hat und mach das WRG unsicher. Eine gute Gelegenheit! Mitten drin... Hier bei uns inne bronxx.
Donnerstag, 19. Juli 2018
Le Tour de Labyrinth
Kennt Ihr das
auch, dass man holterdipolter aus seinen Gewohnheiten und seinen
Abläufen gerissen wird, nur weil sich ein kleines, aber entscheidendes
Detail geändert hat? Hier bei uns am Rudi ist das gerade der Fall. Die
Rudi … äh Rudolfstraße ist gesperrt. Baustelle, alles aufgerissen.
Gefühlt von Hauswand zu Hauswand und bis kurz vor´n Erdkern
runtergebuddelt.
„Ja nun, kommt
vor, muss ja, geht ja nicht anders, wenn man mal an die Rohre ran will
oder so.“ wird vielleicht der eine oder andere jetzt völlig berechtigt
sagen. Ja, ihr habt ja recht. Das Problem an dem Ganzen ist aber, genau
hier in der Ecke gibt es recht viele Einbahnstraßen. Mal eben umdrehen
und geschickt abkürzen ist nicht. Da muss man schon umplanen und mal
ganz um den Pudding fahren. Und wenn man Pech hat, sogar um den ganz
großen Pudding, nämlich durch die Stadt oder zumindest in die Richtung
dorthin. Zumindest wenn man mit dem Auto unterwegs ist und das geht ja
manchmal nicht anders. Der geübte Hobby-Anarchist auf seinem Zweirad
lacht sich derweil dezent ins Fäustchen und kurvt geschwind die
Abkürzungen entlang.
Und selbst dann,
wenn nichts abgesperrt ist, ist´s manchmal schwierig sich hier
zurechtzufinden wenn man hier nicht täglich durchjuckeln muss. Ich, der
stets nett, ortskundig und auskunftsfreudig wirkende Bürger M., werde regelmäßig alle zwei, drei Wochen hier nach dem Weg gefragt. In der
Regel von leicht unter Strom stehenden Autofahrern mit auswärtigen
Kennzeichen die ins Krankenhaus in die Holwedestraße wollen. Wenn man
falsch abbiegt, dann ist das nämlich gar nicht so leicht. Stichwort
Einbahnstraße. Man erklärt es gestenreich und möglichst
unmissverständlich und schwupps, fünf Minuten später steht das Auto
wieder vor einem. Mehrfach passiert. Einmal, ich wollte gerade mein
Fahrrad abstellen, habe ich sogar Lotse gespielt. Das schreiende Kind
auf dem Arm der Mutter auf dem Rücksitz schrie förmlich nach Notfall.
„Mir hinterher!“. Ich schwang mich aufs Rad und fuhr einfach vor, direkt
bis vor die Einfahrt vom Krankenhaus. Musste sein. Ein Strich auf der
Heute-eine-gute-Tat-Liste mehr. Karma und so, nicht wahr?
Und jetzt stellt
euch mal vor, was hier in der Ecke los war, kurz nachdem die
Rudolfstraße dicht war. Neurologen erzählen ja immer, dass sich die
Nervenbahnen im Körper neu organisieren können, wenn mal was war,
Schlaganfall oder so. Aber das dauert. Und genauso war es hier auch. Die
ersten Tage, pünktlich zur Feierabendzeit, kurvten hier Autos durch die
Straßen als würden die Fahrer zum ersten Mal am Steuer sitzen und dabei
den Mond erkunden. Blind und mit einer Hand auf dem Rücken. Ein Gehupe
und Gemeckere sondergleichen. Zu den ganzen Einbahnstraßen kommen ja
auch noch sehr enge Straßen, Fahrradstraßen und andauernd
Rechts-vor-Links dazu. Expert-Level sozusagen. Wäre ich Fahrlehrer, ich
würde meine Schüler hier am Nachmittag zwei Doppelstunden
durchscheuchen, danach klappt das mit Schulterblick und Vorfahrt und so.
Jede Wette. Aber was weiß ich schon. Zum Glück hat sich das nun erstmal
alles eingependelt. Mal schauen was passiert, wenn im nächsten
Bauabschnitt die nächste Straße abgeschnitten wird. Eine neue Runde,
eine neue Wahnsinnsfahrt. Es bleibt spannend.
So kommt es vor,
dass man auch hier mal von Pontius zu Pilatus geschickt wird und mal um
den Pudding fahren muss, hier bei uns in der bronxx ….
Donnerstag, 12. Juli 2018
Rollich
Letzte Woche war es wieder soweit: Die Studios der HBK-StudentInnen hatten ihre Tore geöffnet. Zum alljährlichen Rundgang.
Ich liebe dieses event und freue mich das ganze Jahr auf den Sommer und wenn es wieder heißt: Wir zeigen unsere Werke.
Diesmal habe ich mir mit meiner Freundin zusammen sogar die Eröffnungsshow gegeben. Mit Rede, Ehrungen und der Verkündung der Stipendiaten. Wir standen da und haben es dem schwarzen Peter echt ganz dolle gegönnt, dass er mit unter den auserwählten ist, aber... es hat nicht sollen sein.
Gut, dann sind wir eben so los. Ohne Auszeichnung. Ein paar Ateliers am Johannes-Selenka-Platz durchstöbern und dabei quasi die Spielzimmer der StudentInnen betreten. Herrlich! I like! Selbstgebaute Tapeten, jede Menge Kritzeleien, bunten und unbunte Installationen, Figuren aus Knete, Wolle, Glas, Papier, Fotografien, Farballerlei, Filme, Geräusche, Stille und Gegenstände des Alltags, künstlerisch verwurstet...ähm...na ja... verarbeitet. Passt besser, gell? Bevor hier jemand denkt, ich nehme die wieder ma nich richtich ernst. Doch, mache ich. Mir ist dieser Rundgang ein Fest und eine Inspiration sondergleichen. Hab ich doch manchmal direkt Lust, wie in alten Kindertagen, meine Schuhe auszuziehen, mich auf den Fußboden zu knien und auch loszulegen und mitzuspielen.
Mein Highlight dieses Jahr lag unten in einem der Ateliers in der Blumenstraße, hinten beim Arbeitsamt vor den Kleingärten. Da in der Fensterbank lag es: ein Nudelholz. Küchentaugliche Größe, vollkommen aus Holz und mit roten Haltegriffen. Kindheit pur. Son Ding hatte ich als ich klein war. Echt jetzt ma. Auch in klein natürlich. Und damit habe ich beim Plätzchenbacken geholfen. Solange, bis ich einmal die ganze Tüte mit alle kleinen bunten Zuckerstreuseln aus Versehen ausgeschüttet hab. Da war dann vorbei mit Backwahn....
Und jetzt komme ich am Donnerstag da in ein Atelier und da liegt da meine Kindheitsbackrolle in groß. Auf dem Fensterbrett mit Blick auf eines der Kastenneubauten vor ein bis zwei Jahren zugezogener Neureicher, die sich im übrigen sehr über die Anwesenheit der Kunststudenten muckieren.
Ich trete näher, um meine Rolle anzusehen. Etwas ist eingeritzt auf der Oberfläche des Nudelholzes. Ein kurzer Schriftzug, mit irgendeinem Werkzeug in das Material eingebracht: ICH BIN ROLLIG.
Steht da in krakeligen Buchstaben und ich muss laut lachen, hole meine Freundin Geli, um ihr meinen lustigen Fund zu zeigen und dann lachen wir beide.
Wie geil! So oder so. Und auch so prägnant passend, kurz und knapp auf den Punkt gebracht, schön eindeutig zweideutig. Und die größte Herausforderung war sich, den Schriftzug ins Holz zu meißeln...
Man möchte das Holzding in die Hand nehmen und es rollen, wenn ihm doch schon so unbedingt danach ist...
Ich habe es beim Fotografieren belassen Man darf da ja LEIDER auch immer nix anfassen und ausprobieren. Und ich habe es am Abend auf Facebook geteilt, als meine Unternehmung des Tages, an der ich viele viele teilhaben lassen wollte. Und mein Nudelholz bekam den ersten platz im entsprechenden Bilderalbum.
Die likes waren mir sicher und Lachen. Vor allem Männer haben das für gut befunden. Muss ja nix heißen.. nech... just saying...
Was da nu wieder mit WRG zu tun hat? Die bronxx hat und kann. Merkt ihr schon, gell?
Und jetzt roll ich mal wieder ab. Bis nächste Woche...
Ich liebe dieses event und freue mich das ganze Jahr auf den Sommer und wenn es wieder heißt: Wir zeigen unsere Werke.
Diesmal habe ich mir mit meiner Freundin zusammen sogar die Eröffnungsshow gegeben. Mit Rede, Ehrungen und der Verkündung der Stipendiaten. Wir standen da und haben es dem schwarzen Peter echt ganz dolle gegönnt, dass er mit unter den auserwählten ist, aber... es hat nicht sollen sein.
Gut, dann sind wir eben so los. Ohne Auszeichnung. Ein paar Ateliers am Johannes-Selenka-Platz durchstöbern und dabei quasi die Spielzimmer der StudentInnen betreten. Herrlich! I like! Selbstgebaute Tapeten, jede Menge Kritzeleien, bunten und unbunte Installationen, Figuren aus Knete, Wolle, Glas, Papier, Fotografien, Farballerlei, Filme, Geräusche, Stille und Gegenstände des Alltags, künstlerisch verwurstet...ähm...na ja... verarbeitet. Passt besser, gell? Bevor hier jemand denkt, ich nehme die wieder ma nich richtich ernst. Doch, mache ich. Mir ist dieser Rundgang ein Fest und eine Inspiration sondergleichen. Hab ich doch manchmal direkt Lust, wie in alten Kindertagen, meine Schuhe auszuziehen, mich auf den Fußboden zu knien und auch loszulegen und mitzuspielen.
Mein Highlight dieses Jahr lag unten in einem der Ateliers in der Blumenstraße, hinten beim Arbeitsamt vor den Kleingärten. Da in der Fensterbank lag es: ein Nudelholz. Küchentaugliche Größe, vollkommen aus Holz und mit roten Haltegriffen. Kindheit pur. Son Ding hatte ich als ich klein war. Echt jetzt ma. Auch in klein natürlich. Und damit habe ich beim Plätzchenbacken geholfen. Solange, bis ich einmal die ganze Tüte mit alle kleinen bunten Zuckerstreuseln aus Versehen ausgeschüttet hab. Da war dann vorbei mit Backwahn....
Und jetzt komme ich am Donnerstag da in ein Atelier und da liegt da meine Kindheitsbackrolle in groß. Auf dem Fensterbrett mit Blick auf eines der Kastenneubauten vor ein bis zwei Jahren zugezogener Neureicher, die sich im übrigen sehr über die Anwesenheit der Kunststudenten muckieren.
Ich trete näher, um meine Rolle anzusehen. Etwas ist eingeritzt auf der Oberfläche des Nudelholzes. Ein kurzer Schriftzug, mit irgendeinem Werkzeug in das Material eingebracht: ICH BIN ROLLIG.
Steht da in krakeligen Buchstaben und ich muss laut lachen, hole meine Freundin Geli, um ihr meinen lustigen Fund zu zeigen und dann lachen wir beide.
Wie geil! So oder so. Und auch so prägnant passend, kurz und knapp auf den Punkt gebracht, schön eindeutig zweideutig. Und die größte Herausforderung war sich, den Schriftzug ins Holz zu meißeln...
Man möchte das Holzding in die Hand nehmen und es rollen, wenn ihm doch schon so unbedingt danach ist...
Ich habe es beim Fotografieren belassen Man darf da ja LEIDER auch immer nix anfassen und ausprobieren. Und ich habe es am Abend auf Facebook geteilt, als meine Unternehmung des Tages, an der ich viele viele teilhaben lassen wollte. Und mein Nudelholz bekam den ersten platz im entsprechenden Bilderalbum.Die likes waren mir sicher und Lachen. Vor allem Männer haben das für gut befunden. Muss ja nix heißen.. nech... just saying...
Was da nu wieder mit WRG zu tun hat? Die bronxx hat und kann. Merkt ihr schon, gell?
Und jetzt roll ich mal wieder ab. Bis nächste Woche...
Donnerstag, 5. Juli 2018
foramen aestivus
Ma gleich vorweg, Latein kann ich nich. Aber google kann und ich dann logischerweise auch. Und so habe ich mal zwei Worte separat übersetzen lassen. Vielleicht gibt es das in der Kombo bisher gar nicht... Wer weiß. Und mein Sohn ist gerade nicht da, den kann ich nicht fragen. Da musste Muttern das eben alleine entscheiden und das bleibt jetzt so.Was das heißen soll? Sommerloch oder so in etwa sommerliches Loch. Ihr kennt das... Es ist eigentlich nur viel zu heiß, der Urlaub noch furchtbar weit weg, kein Regen, kaum Abkühlung, alle Freunde sind nicht da und flezen ihren Popo irgendwo in der Sonne rum... Fußball kommt auch nicht bzw. sie haben es nicht geschafft usw. Diese Zeit, auf die alle das ganze Jahr warten und die dann doch irgendwie nichts gebracht hat und viel zu schnell wieder mal rumging. Genau diese Zeit meine ich, das berühmte Sommerloch.
Und das macht natürlich auch vor der bronxx nicht halt, ganz klar.
Es ist Sommer, Du kommst nach Hause, fährst übern Franky und Ollo aus dem Mokkabär winkt Dir fröhlich zu. Du fährst an dem urbanen Gartenboxen vorbei, guckst mal kurz nach dem Stand der Ernte, freust Dich über die Gartenpracht und fährst weiter in Richtung Sch-straße.
Links von Dir eiert die Müllsammlerin auf dem Bürgersteig rum, pöbelt die Radfahrer dort an und ramentert mit de Mülltonnen rum. Weiter hinten siehste den Rapper in Deine Straße einbiegen, wie immer mit leicht federndem Gang und im Unterhemd, Frisör mal wieder fällig und die rote Turnhose gibt es auch noch an ihm.
Als du verbotenerweise auf dem Gehweg in Deiner Straße mit dem Rad unter Norbääärts Fenster vorbei rollerst, kommt Dir ein leicht kräuterwürziger Dufthauch entgegen. Die Töchter vom Nachbarn haben mit Kreide tuffigbunte Willkommensgrüße in den Eingangsbereich gekritzelt und erzählen Dir stolz ne Kante ans Bein, während Du Dein Rad an der Regenrinne ankettest, weil de gleich nochmal wegmusst.
Oben in Deiner Wohnung siehste aus der Küche die neuen Nachbarn köcheln gegenüber und in der Wohnung darunter tummeln sich die Malutensilien der Kunststudenten im Wohnzimmer.
Du gehst kurz für kleine Mädchen und durch Dein Badfenster riechst Du den Zigarettenrauch Deines Nachbarn über Dir, der paffend am Fenster oben steht.
Dann packste Dein Zeug ein für den nächsten Ritt und machst Dich auf zum Bürgerpark. Vorbei am Harz- und Heidegelände, das wie jeden Tag darauf wartet, endlich wieder durch Marktgeschicke belebt zu werden. Weiter geht es mit dem Rad bis zur Brücke, Du trägst es hoch, auch, wenn Du schon lange davon träumst, das Ding in voller Fahrt zu nehmen, wie Dein Moto-Crosser-Freund T. Einfach, weil es geil aussieht... Aber Du hast nicht die Power und die Übung und lässt es dann doch lieber sein.
Oben angekommen wartet dort die Rückwärtsgeherin auf Dich. Sie sieht Dich, dreht sich schon mal in den Rückwärtsgang und Du hoffst, dass der Tourette-Kelch an Dir vorbeigehen mag... Und heute hast Du Glück, es trifft die beiden sportlichen Läufertypen, die kurz hinter die auf der Brücke ankommen.
Und so hat jeder seine Aufgabe hier im Kiez. Wirklich jeder. Und eben auch der Sommer. Er ist heiß und es passiert nichts aufregendes...
Das ganz normale sommerliche Loch, das alles ein bißchen langsamer und unspektakulärer von statten gehen lässt. Und bestimmt auch bei Euch und nicht nur hier in der bronxx, oder? Oder ist das die Ruhe vor dem Sturm? Wer weiß das schon so genau...
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