Donnerstag, 17. August 2017

Kurz und gut

Ich war ja beim Frisör, nech... Jaha, nach ganzen sieben Jahren züchten und hegen der Matte war nun am Montag der letzten Woche Ende im Gelände. Schluss im Bus und die Schere musste ran.
Und diesmal ist die bronxx komplett unschuldig. War nämlich keiner von hier. Nee, war mehr so in der City.
Schnipp schnapp und ab waren se. Es ging nicht mehr. Die Pracht, die keine mehr war, hatte gelitten und saß hinten und vorne nicht mehr. Sieben Jahre lang war se mir treu gewachsen und stand mir in allen Lebenslagen zur Seite, zu Berge oder hing mir als Zopf am Kopf herum.


Nach dem Kahlschlag gab es erstmal ein Restebild in den sozialen Medien und später dann noch ein bis zwei vom neuen Schopf. Im WRG fielen die irritierten Blicke nur ganz selten bis gar nicht auf. Eher ein überraschtes Lächeln, ein zweiter Blick und überwiegend erfreute Anerkennung. Meine hood steht eben hinter mir, egal was ist. Bravo! Danke!

Auch der schwarze Peter war völlig begeistert, als er mich am Tag nach d e m  Tag zum Abendessen traf:"Wow, fresh." Ich musste mich ja mal vorstellen bei ihm, damit er in Zukunft echneller mit dem Zeichnen bei mir durch ist...Und ein blog-Abendessen war eh lange fällig. Schnell mal in seiner Küche was Warmes zum Essen rocken und dann nebenbei das neueste vom neuesten abkaspern.



Ein paar wenige Kandidaten waren enttäuscht und sogar richtig traurig über meinen Frisörin-Besuch. In der Nachrichtenfunktion des Gesichtsbuches gab es reichlich Texte dazu zu lesen. "Die schönen langen Haare..." Das stand da überwiegend drin und auch was von "so gerne mal durchwühlen". Okay...
Erstens: hätte, hätte, Fahrradkette. Das gilt hier inne bronxx noch mehr als irgendwo anders auf der Welt!
Zweitens: werde ich bitte erstmal gefragt, ob ich mir von X und Y die Haare durchwühlen lassen möchte?  Echt jetzt ma. Außerdem geht das ja trotzdem noch, denn es sind ja noch welche dran. Ist noch was da und es wächst ja auch wieder...



Also, ich kürze das Ganze jetzt hier mal ab - auch ohne Effilierschere -. Alles bleibt anders, wie immer. Und das ist auch gut so. Kurz und gut! Ebend! Und bronxx bleibt bronxx! Sowieso!
Bis zum nächsten Beitrag und immer fein die Haare schön haben...

Donnerstag, 10. August 2017

Ohohoho, wann kommst Du?

Es war morgens. Mitte Juli. Ich hatte schon Urlaub und wollte morgens irgendwo hinfahren. Wie üblich holte ich dazu mein Rad aus dem Keller und lehnte es - bis ich alle Türen wieder abgechlossen hatte - an unsere Hauswand. Dabei fiel mir eine kleine handgschriebene Botschaft neben einem Klingelschild auf. Neugierig wie ich bin, verschlang ich die blaue Schreibschrift auf Kästchenpapier. Partiell waren einige Worte mit einem pinkfarbenen Textmarker hervorgehoben.

Okay, meine Nachbarn erwarteten an dem Tag den Mann von einem großen deutschen Telefonanbieter. Magenta und so, ihr wisst schon.

Auf dem Zettelchen hatte er mehrere Optionen bekommen, sich bei Erscheinen zu melden. Nachbar A wurde dort genannt als anwesend bis ca. zehn Uhr und Nachbar B übernahm dann ab zehn Uhr den symbolischen Hörer-Staffelstab. Fein säuberlich leserlich und gut erklärt - für eventuelle Deppen - stand es dort geschrieben. Am coolsten fand ich den Schlusssatz:"Falls bei Nachbar B keiner aufmacht, bitte Sturmklingeln."
Es war also für alle gesorgt. Und als ich mittags nach Hause kam, war der Klebezettel an der Haustür auch weg. Ich beneidete insgeheim die Nachbarn. Hatten sie doch ausgerechnet mal Glück mit derart Technikern und waren ganz zackig verarztet worden.

Tja, wir wären ja nicht die bronxx, wenn hier nicht wiederum alles anders kommt als man so denkt. Und magenta bleibt eben auch nur magenta.
Rot mit pink, hin oder her.... Bereits am nächsten Morgen prangte ein neuer Zettel unten am Eingang. Gleiche Schrift, aber neue Zuständigkeitenverteilung unter unseren Mitbewohnern. Hübsch übersichtlich aufgezählt und angemarkert.

Auch am Tag 3 der Telekommunikations-Challenge wurde wieder eine Kästchenpapiernotiz mit Schnitzeljagdaufgaben für unseren unsichtbaren Technikerfreund geklebt.

Inzwischen ist die Nachbarin bei Tag 19 angekommen. Botschaften gibt es nur noch an ausgewählten Tagen. Immer noch in blau, jedoch ohne pinke Leuchtefarbe. Magenta ist aus. Wahrscheinlich. Nee, ganz sicher eigentlich. 

Unglaublich, was der Mann der Telefonfirma sich da gönnt... T wie Tarnkappe oder Tata Morgana...
Aber, was willste machen? Und sicher werden solche Spielchen nicht nur hier inner bronxx gespielt, sondern alle anderen Braunschweiger können davon auch ein Warteschleifenliedchen trällern.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht beim Warten auf das dicke T. Und, wann ich dann mal dran bin mit Klingeldienst und da unten auf dem Zettel meinen Namen wiederfinde...

Donnerstag, 3. August 2017

Baumwollpflücker

Ich sitze wieder mal an einem neuen blog-Beitrag und mein Sohn eben noch so:"Mama, ich würde es anders nennen, das könnte Ärger geben und so.."

Und ich, wie ich eben bin, lasse es trotzdem bei dem Titel. Der kam mir bei dem Anblick zuerst in den Kopf und dann ist das auch gut so. Punkt.
Jeden Donnerstag erscheint ja bekanntlich hier auf dieser Seite eine neue Geschichte und manchmal ist der Inhalt lange nicht klar. Dann genügt ein aufmerksamer Ritt durch meine bronxx und zack haste im Nu fünf Stück in petto.
Der Anblick der nun folgenden Szenerie ist eine davon:

Es ist der mittlere Teil der Sch-Strasse. Wie schon den gesamten Asphaltweg entlang, säumen so etwa vier bis fünf Meter hohe Bäume die Bürgersteige. Im Frühling dunkelrosa blühend, bleibt für den Sommer noch das satte Grün übrig. Manche hinken im Wuchs ein wenig hinterher, aber irgendwie haben es alle Bäumchen geschafft, zu wachsen. Dieser hier ist ein besonders hóhes und schön gerade gewachsenes Exemplar. Jupp. Doch, was tummelt sich da auf seiner Krone und zweifach zwischen den Ästen?
Ich lenke meine Aufmersamkeit weg vom Radlenker, um das denkwürdig behangene Gewächs näher zu inspizieren: Eine Jeanshose, ein blau-weiß gestreiftes T-shirt (mit Polokragen!) und eine Shorts (Farbe habe ich vergessen).

Mein lieber Scholli! Eine für den Sommer durchaus akzeptable Ganzkörperausstattung. Nur die Schuhe fehlten. Und meine Augen sind okay, weil Polokragen auch gut erkannt. Wobei, geschmacklich nicht so der Kracher, finde ich! Eins ist aber sicher: Klamottem eines Typen.

Mein Kopfkino ist schon wieder angekurbelt und ich muss lauthals lachen. Eine Ahnung, was jetzt kommt? Mein Sohn hatte die auf jeden Fall. Und schon gleich beim ersten Anlauf...
"Tja, Mama, da ist sie wohl zickig geworden und hat vor lauter Wut seine Klamotten aus dem Fester gedonnert."
Ganz mein Junge... Bei der Mama, kein Wunder.
Klingt logisch, vor allem hier im WRG. Einzig logisch.

Stunden später war der Baum allerdings fein säuberlich aufgeräumt. Ich wäre gerne dabeigewesen. Sowohl als auch versteht sich. Das wäre sicher sehr sehr amüsant gewesen...
Nun musste der Baumwollpflücker ganz allein und ohne meine Observation tätig werden. Ernten in etwa vier Meter Höhe.
Wäre auch nix für mich.
Und der Typ auch nicht... mit diesem Polokragen...

Tja, hier verkommt keiner, hier bei uns inne bronxx!
Und was mir gerade noch beim erneuten Lesen so einfällt: Was um alles in der Welt hatte der Pflücker bloß an beim Abernten?
Jetzt kommt mir aber nicht mit Schuhe und Strümpfe...

Donnerstag, 27. Juli 2017

In vier Monaten und siebenundzwanzig Tagen

Und, hast Du Deinen Kalender bereits gezückt und nachgerechnet? Oder weißt Du es so schon, worauf ich hinaus will?

Ist ja eigentlich auch gar nicht so schwer. Für viele wartet da der Tag der Tage im Jahr. Und wenn man im Sommer schon mal den Countdown bis dahin anfängt, klappt das mit dem "Was kaufe ich denn bloß für xy?"-Thema bestimmt auch gleich viel besser. Denn es bleibt definitiv mehr Zeit dafür, sich was anständiges zu überlegen, als dann wieder auf den letzten Drücker loszurennen und alles umreißen zu wollen.


Hier in der bronxx haben mindestens zwei Haushalte eine ganz andere Lösung für - oder besser gesagt gegen - den alljährlichen Weihnachtsstress gefunden. Und das ist gar nicht so kompliziert, wie ihr vielleicht dachtet. Nee, im Gegenteil, ganz einfach. Also, Haushalt eins hat sich einen Plastikschneemann ins Fenster der guten Stube gebammelt. Der kleine Kerl lächelt jeden vorbeigehenden Passanten auf der Straße niedlich an. Strahlen tut er nicht, das sehen die Besitzer nun wirklich nicht ein. Im Hochsommer noch Geld für die Beleuchtung rauskanten? Nö, kommt nicht inne Steckdose. Vorteil: Ressourceneinsparend und der weiße Mann mit der Möhre im Gesicht schmilzt nicht.

Im zweiten Haushalt im WRG indes scheint man den Pfennig nicht ganz so oft umdrehen zu müssen. Hier läuft die Weihnachts-Geschenke-kaufen-müssen-Erinnerungs-Variante de luxe. Nämlich abends mit Beleuchtung. Aber auch nicht irgendein kindlich naives Kunststoffwintersymbol... Nein, hier wird richtig aufgefahren: der weiße Schlitten mit Sternchen - kunstvoll geformt im Lichterkettendesign. 

Und, wenn alle oder doch wenigstens ein Familienmitglied abends mit dran denkt, wird das Ding angeknipst. Wozu ziert es schließlich die Glasscheibe und sorgt ganzjährig dafür, dass die Gardine nicht zu kann? Ja eben, also soll das Teil leuchten. Aber erst, wenn es dämmert. Denn vorher sieht man das ja irgendwie gar nicht so richtig; weder von draußen noch von drinnen. Ergo, Sonnenuntergang abwarten und dann... Im Sommer dauert das logischerweise ein bisschen länger, wird jedoch derweil nicht so unendlich teuer von den Stromkosten her. Die längeren Tage haben somit auch wiederum gleich was für sich. Und die Feste muss man bekanntlich feiern wie sie fallen und so weiter und so fort.

Praktisch ist sicherlich auch, dass die nähere Umgebung gleichermaßen davon profitiert: sie wird unweigerlich mit an die Erinnerungsfunktion angeschlossen. Konkret heißt das: fahre ich abends noch mit dem Rad durch die Sch-straße in die City zum Bier mit Olaf, komme ich am Leuchteschlitten vorbei und kann mir gleich mal ein paar Gedanken dazu machen, was ich in vier Monaten und siebenundzwanzig Tagen so verschenke und kochen werde und überhaupt.
Und auch dafür liebe ich mein WRG. Jeder für jeden. Gott für uns alle, wie mein Englischlehrer immer zu sagen pflegte. 
Ja, so fürsorglich ist man und hier wird eben mitgedacht. Hier bei uns in der bronxx...


Donnerstag, 20. Juli 2017

Salsa Night

Diesen Sommer bin ich oft abends und zwischendurch immer irgendwie recht platt. Geht Euch das auch so? Oder werde nur ich ganz schön viel älter als ich mich fühle und will es nicht wahrhaben? Ich wache zum Beispiel morgens extrem früh auf und abends nach Job und Co ist dann recht schnell empty mit den Kräften.
Ach so, ihr meint, ich habe mich mal wieder aus Versehen ins Denglisch verirrt? Kann passieren. Und fast hätte ich noch ein "sorry" hinterhergeschoben oder wohl besser: oben drauf gepackt. Also gut, ich versuche, das zu lassen. Aber, will ich das?
Worauf ich eigentlich hinaus wollte... denn, ich schweife schon wieder ab vom Thema, gelle?!

Ja, ich bin immer müde diesen Sommer und so. Am vorletzten Freitag dann extremst. Ich kam am Nachmittag vom Job und habe mich und meinen müden Körper noch bis ca. neunzehn Uhr durch meine Hütte geschleppt. Haushalt und das ganze Geraffel. Danach saß ich dann debil in die Stube guckend auf meinem Sofa und überlegte etwa knappe zwei Stunden lang, ob ich mich jetzt hinlege und ob oder wie sich das wohl auf meine (vermutlich) senile Bettflucht am nächsten Morgen auswirken könnte.
Aufwachen um drei oder vier Uhr morgens? Oh nee, noch schlimmer... Ergo halte ich noch durch. Währendessen dröhnt plötzlich und unvermittelt laute Musik in die Straßen des WRG. Eine karibisch klingende Männerstimme singt in einer Mischung aus Spanisch, Kolumbianisch und Kauderwelsch ihre Weisen. Musikalisch untermalt wird das ganze durch diverse Blasinstrumente, Congas, Maracas und noch was. Wichtig ist das "as" am Ende. Schätze ich mal. Ich kenne mich da eigentlich gar nicht aus, aber es gibt ja einen Tab weiter auf meinem Rechner eine Suchmaschine. Und die weiß eben alles.
Leider ist das nicht meine Lieblingsmucke. Maleiderweise nicht. Die Lautstärke half auch nix beim Gutfinden. Bei mir jedenfalls nicht. Bei den Nachbarn schon. Leider weiß ich nicht, wem da nach Salsa-Party zumute war. Da es hier im allgemeinen in letzter Zeit auch verhältnismäßig ruhig und friedlich war, dachte ich mir auch so:"Halt einfach Deinen Mund. Ertrage es und gut." Man muss ja auch nicht immer anti sein und alles spießig blöd finden.
Ich zog meine Spendierhosen an und hörte drüber hinweg. Um acht und auch noch um neun.

Dann, um einundzwanziguhrzwanzig musste ich ins Bett. Schon fast vornübergekippt vom Sofa gefallen, wankte ich mit letzter Kraft nach nebenan in mein Schlafzimmer. Boah, nee ey. Salsa pur erwartete mich hier. Die offenen Fenster ließen das Gejau... äh Gejam... äh den Gesang ungefiltert und mit noch mehr Dezibel, da wohl näher an der Quelle, in meinen Gehörgang.
Na, toll ey, wie sollte ich dabei schlafen können. Zwischendurch wieder ne flotte Einlage von diesen Instrumentas und dann versuchte ein anderer Sänger mit schnell wechselnden, wie weinend klingenden Melodien, das geneigte Zuhörerpublikum in heiße Stimmung zu versetzen. Grummel, mir war bloß heiß vor Wut! Ich wollte endlich schlafen und konnte es nicht und auch das geschlossene Fenster ersparte mir nichts von alledem. Die Party lief weiter.

Vor lauter Frust widmete ich mich meinem Mobiltelefon, immer wieder einen kritischen Blick auf die Uhrenanzeige darin werfend und fest entschlossen auf zweiundzwanzig Uhr wartend. Und dann wäre hop oder top angesagt, sprich Ruhe oder einseinsnull anrufen. So der Plan! Sonst bin ich nicht so, aber im Fast-Delir-Modus muss man mich besser in Ruhe lassen. Und mir nicht lateinamerikanische Schlaflieder geigen oder vorsingen. Ihr merkt schon, Mutti war müde und knurrig.
Die Minuten vergingen wie Stunden, meine Beine zappelten vor Müdigkeit. Sowas nennt sich "restless legs" und ist auch ein anerkannter Krankheitsbegriff, aber das böse Englisch wollter ja nicht. Und ich wollte das kolumbianische nicht, echt nicht.


Endlich war der Zeiger auf die zehn gesprungen und die heilige Nachtruhe begann. Mir wurde mulmig, denn die Congas schwiegen noch immer nicht und in Ermangelung meiner mir selbst gesetzten Alternativen hatte ich nun nur noch eine Aufgabe: blauweiß. 

Schöner Mist. Warum? Wenn man auf Uniformen steht, aber vor Müdigkeit nicht mehr kann, ist das wenig effizient. Dann noch im sexy Schlafdress und den berühmten Pandabärchenaugen... Sicherlich zum Abgewöhnen für alle Beteiligten. Und dann die berechtigte, bange Frage, wer zahlt für ihr Erscheinen (jaha, ich achte auf die Wortwahl!)? Ich gehe mit zwei Minuten in die Grübelverlängerung und dennoch bin ich in meinem inzwischen fast komatösen Zustand eigentlich schon zu rein gar nichts mehr in der Lage. Nicht mal das Schlafen war mir gelungen. Komischerweise.

Dann, plötzlich Ruhe. Zweiundzwanziguhrdrei und es ist mucksmäuschenstille. Die Afrokubanischen Klagesänger und ihre ganze Cassammlung sind verstummt. Was ne Wohltat! Nix Uniform anheuern, sondern Fenster auf, umdrehen und schlafen. Unfassbar! Wie genial. Mutti ist gerettet.
Und die bronxx auch. Hat se doch ma wieder einmal mehr bewiesen, dass se anständig ist und sich anne Ruhezeiten hält. Kinners, ihr seid spitze! Ich bin stolz auf Euch!
Hier machen se de Regeln nicht, aber halten sich dran... Hier bei uns inne bronxx!

Donnerstag, 13. Juli 2017

Zum Teufel

Tach auch! Willkommen bei "mach mit und machs nicht unbedingt nach", frisch gesendet ausse bronxx!
Zunächst dürfen sich die Mathematiker unter Euch mal ein bisschen anstrengen. Gesucht werden nämlich drei Zahlen. Und zwar drei gleiche Zahlen. Zusammenaddiert ergeben sie das Produkt, das Du erhälst, wenn Du die beiden Faktoren zwei und neun miteinander multiplizierst. Also denn nimm mal hübsch mal und teile das Ganze dann noch fix durch drei und dann haste es.
Das wiederum machste noch genau zweimal hintereinander und dann haste drei gleiche Zahlen nebeneinander.
Ähm, Du kannst mir folgen? Sicher?

Teil eins der Bastelanleitung ist schonnemal fertig.
Weiter geht es. Was Du jetzt brauchst ist: Klebefolie, ne ruhige Hand und ne scharfe Schere. Bei der Folie ist es wichtig, dass sie es selbst tut (also kleben jetzt) und einfach mal niedlich bunt ist. Mit Tiermotiv am besten. Such Dir mal eine mit Eichhörnchen, Bäumchen und Eisvögelchen aus. Wo de die kriegst? Im Baumarkt hier umme Ecke oder beim Künstlerbedarf. Logo!
Also, weißte bescheid.

Wenn de die hast, zeichneste Deine drei Zahlen ordentlich vor. Und pass auf, dass alle Motive auch mit drauf kommen. Und zwar richtig. Halber Eisvogel oder so zählt nicht. Haste verstanden, ne?
So, wenn de vorhin gut gerechnet hast, jetzt ebenso toll gekritzelt, darfste ausschneiden.

Fertig? Dann nimm Dir Deine Nummern und ab vor die Tür, hin zu den Mülltonnen. Da nimmste Dir die blaue. Ja, richtig, die ganz blaue. Auf der steht eh schon ein Wort. Und unter dem Schriftzug darfst Du nun Deine Dinger kleben. Orientierste Dich einfach an den Buchstaben oben drüber. Auf den Abstand achten und gut verteilen. Muss nicht millimetergenau, aber solltes Du schon ernst nehmen und es sollte professionell aussehen. Weisste ja. Das ist hier keine Show für Anfänger...


So, das haste gut gemacht. Kannste stolz auf Dich sein. Jetzt haste Deine echte eigene satanische Tonne. Die erste wurde schon gesichtet bei uns im WRG. So richtig schön evil und schrecklich. Die Eichhörnchen hatten sich zunächst gar nicht getraut, inmitten der bösen Zahlenkombi zu verharren und friedlich an ihren Nüsschen zu nagen.
Tja, wie Du siehst, sind wir hier in der bronxx mal wieder Trendsetter, der Mode weit voraus, immer am Puls der Zeit. Tonnenverzierung à la upcycling de lux.
Und, frag bitte nicht, warum, wieso und was das ganze soll. Ich weiß es auch nicht.
Vielleicht ist es einfach nur ein echt teuflisch guter Plan, der nicht nur für die Tonne ist. Außerdem, wen interessiert das schon, hier bei uns inne bronxx...



Donnerstag, 6. Juli 2017

Kannste so machen...

Wie ihr ja bereits wisst, mache ich mich meistens am Samstagvormittag auf, um meine Einkäufe zu erledigen. Denn, dann habe ich genügend Zeit und Muße, alles abzuklappern und zu erledigen.
Apropos klappern... Wenn es irgend geht, lebe ich natürlich und fast ausnahmslos meine Stiefelliebe aus. Im Sommer wie im Winter. Ich liebe es. Aber die Kommentare meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger sind mir immer sicher. "Ist Dir das nicht zu warm in den Dingern?" oder "Schwitzt Du nicht?" 
Boah, jedes Jahr das selbe. Fein nuanciert variierend in der Betonung der Worte allerhöchstens. Und ich? Ja, ich schwitze im Sommer. So oder so. Ob nun mit hohem Schuhwerk oder ohne. Das nimmt sich quasi nix. Ich schwöre.
Und so weiß auch die bronxx, dass am Samstag eigentlich nur eine klappernd über den Franky läuft. Ganz genau. Meine Wenigkeit.

Mit einer Ausnahme vor gut zwei Wochen. Da war ich spät dran mit de Einkäufe. Ich war früh schon in der Weltgeschichte unterwegs, habe meine Heimat besucht, im Anschluss noch einen Citybummel in BS absolviert und danach war ich dann im WRG Lebensmittel shoppen. Was für ein Trip. Und, wie ihr Euch vielleicht denken könnt, ist auch der geübteste Fuß nach zwölf Stunden Stiefellauf einfach mal feddich und braucht Entspannung. So habe ich sie denn mal abgeworfen, die schwarzen langen Lederstelzen und meine derangierten Füßchen inne Ballerinas abgeparkt. Schwarz, wie es sich auch hier gehört, mit Lochmuster. Aber flach wie meine ausgestreckte Hand. Kein Hacken, kein Stiletto, kein nüschte.

Jaha, es war eine Wohltat nach dem Marathon. Und ich bin zum Supermarkt getappert. Geräuschlos und deshalb quasi fast inkognito.
Na, ja, nur fast eben.
Auf halbem Weg, kurz vorm Franky, kommt mir Norbärt entgegen. Fluppe im Mund, Brille auf und am Strahlen. Er nickt zur Begrüßung. Dann bleibt er stehen. Er schaut mich weiterhin lächelnd an. Auch ich komme zum Stillstand, kurz vor ihm. Ich bin gespannt, was jetzt wohl passieren wird.
Seine linke Hand erhebt sich und landet kumpelhaft auf meiner linken Schulter. Und dann haut er das hier raus:"Du, das will ich Dir mal sagen. Du hast ja heute mal keine hohen Stiefel an. Heute mal nicht. Das fällt richtig auf, Du. Und, die flachen Schuhe stehen Dir gut. Die kannste auch tragen. Das kannste ruhig so machen. Also... Ne?!"

Nach diesem Wort zum Samstag nimmt er seine Hand wieder zu sich, nickt mir nochmal bestätigend zu, dreht sich um und geht weiter seiner Wege.


So, die bronxx hat gesprochen. Aus dem Mund vom Norbärt. Und jetzt wisster alle bescheid und ich natürlich auch. Flach geht auch. Kann ich ruhig so machen, hier bei uns inne bronxx. 
Hach, ist dat schön Kinders, das man hier so mit mir ist... Dat is echt ma ganz wie zuhause, oder?!
Danke, Norbärt, danke, meine geliebte bronxx!