Donnerstag, 26. Juli 2018

Nils und Hugo

Und nu? Wer soll jetzt das schon wieder sein?
Ähm... also... Nils kennt ihr, ne?! Hier auch als schwarzer Peter bekannt. Ohne Frage, das war ja nich so schwer zu erraten.

Aber, wer um Himmels Willen und alles in der Welt ist dieser Hugo?
Das leicht alkoholisierte Sommercocktailgetränk aus diesem Mischzeugs mit Prosecco und so? Oder etwa dieser Modedesigner mit dem cheflastigen Nachnamen, der eigentlich nur inne Perföng-Werbung sein Geld gemacht hat?
Beides nö. Weiterraten.

Hm, dann mal sehen, was hätten wir da noch... Das weltweite Netz mit seiner meistgenutzten Suchmaschine hat da noch so einiges im Angebot: Zum Beispiel eine Zeche in Gelsenkirchen. Aba, hömma, wat soll unsa Nils denn da nun wedda?
Oder is das einfach nur der altdeutsche Vorname von irgendsonem Typen? Läge ja am nächsten und so, aber auch da, Fehlanzeige.

Ich helfe jetzt mal auf die Sprünge: Muss ja was mit de bronxx zu tun haben, nech?! Und sicher auch mit Kunst, denn was will uns Nils denn sonst mit dem Hugo so anfangen. Klickert es denn jetzt wenigsten endlich mal? Wenigstens bei ein ganz paar von Euch? Nämlich bei denen, die Hugo schon kennen??? Genau gesagt unter dem Namen "Hugo 45". So, jetzt seit ihr mit mir? Habe ich es geschaffft?
Galerie. Hugo-Luther-Straße 45. Die Top-Adresse in Sachen Kunst hier im WRG von und mit dem Galeristen Hans-Joachim Helweg und seinem Team. Seit dem Jahr 2012 ist er am Start und öffnet mehrmals im Jahr seine Tür, um tolle Künstler und deren Werke zu präsentieren. Auch gerne mit Musik-acts und Lesungen zur Vernissage.

Ja, und nun... tusch... tadadaaa... ist Nils dort mit seinen Werken vertreten. Wir finden das richtig genial und sind mächtig gespannt. Genau gestern Abend um 19 Uhr ging das nämlich mit der Eröffnung los.
Also, nochma fix geduscht (obwohl das einem Glas Wasser in der Wüste auskippen glich und nix gebracht hat), schick gemacht und ab zu Hans-Joachim und Nils inne Galerie Hugo 45. Bilder geguckt, geredet, nette Leute getroffen, ein Radler genommen, den Geruch der Bratwurst inhaliert und Kunst genossen. Mit Laudatio, eigenen Texten von Nils und Wiedersehensfreude! Die Hütte war sehr voll und das war gut so!

Nur, wo wart ihr denn so gestern Abend? Ja, Du z.B. und Du und ja, auch Du, Dich habe ich da nich gesehen...
Sollteste echt ma machen, denn das lohnt sich. Hugo ist da, donerstags und sonntags und macht auf und, wenn de Glück hast, triffste da auch den Nils.
Lass Dich mal überraschen, lerne unseren blog-Kritzler persönlich kennen, schau, was er geniales drauf hat und mach das WRG unsicher. Eine gute Gelegenheit! Mitten drin... Hier bei uns inne bronxx.


Donnerstag, 19. Juli 2018

Le Tour de Labyrinth




Kennt Ihr das auch, dass man holterdipolter aus seinen Gewohnheiten und seinen Abläufen gerissen wird, nur weil sich ein kleines, aber entscheidendes Detail geändert hat? Hier bei uns am Rudi ist das gerade der Fall. Die Rudi … äh Rudolfstraße ist gesperrt. Baustelle, alles aufgerissen. Gefühlt von Hauswand zu Hauswand und bis kurz vor´n Erdkern runtergebuddelt.

„Ja nun, kommt vor, muss ja, geht ja nicht anders, wenn man mal an die Rohre ran will oder so.“ wird vielleicht der eine oder andere jetzt völlig berechtigt sagen. Ja, ihr habt ja recht. Das Problem an dem Ganzen ist aber, genau hier in der Ecke gibt es recht viele Einbahnstraßen. Mal eben umdrehen und geschickt abkürzen ist nicht. Da muss man schon umplanen und mal ganz um den Pudding fahren. Und wenn man Pech hat, sogar um den ganz großen Pudding, nämlich durch die Stadt oder zumindest in die Richtung dorthin. Zumindest wenn man mit dem Auto unterwegs ist und das geht ja manchmal nicht anders. Der geübte Hobby-Anarchist auf seinem Zweirad lacht sich derweil dezent ins Fäustchen und kurvt geschwind die Abkürzungen entlang.



Und selbst dann, wenn nichts abgesperrt ist, ist´s manchmal schwierig sich hier zurechtzufinden wenn man hier nicht täglich durchjuckeln muss. Ich, der stets nett, ortskundig und auskunftsfreudig wirkende Bürger M., werde regelmäßig alle zwei, drei Wochen hier nach dem Weg gefragt. In der Regel von leicht unter Strom stehenden Autofahrern mit auswärtigen Kennzeichen die ins Krankenhaus in die Holwedestraße wollen. Wenn man falsch abbiegt, dann ist das nämlich gar nicht so leicht. Stichwort Einbahnstraße. Man erklärt es gestenreich und möglichst unmissverständlich und schwupps, fünf Minuten später steht das Auto wieder vor einem. Mehrfach passiert. Einmal, ich wollte gerade mein Fahrrad abstellen, habe ich sogar Lotse gespielt. Das schreiende Kind auf dem Arm der Mutter auf dem Rücksitz schrie förmlich nach Notfall. „Mir hinterher!“. Ich schwang mich aufs Rad und fuhr einfach vor, direkt bis vor die Einfahrt vom Krankenhaus. Musste sein. Ein Strich auf der Heute-eine-gute-Tat-Liste mehr. Karma und so, nicht wahr?



Und jetzt stellt euch mal vor, was hier in der Ecke los war, kurz nachdem die Rudolfstraße dicht war. Neurologen erzählen ja immer, dass sich die Nervenbahnen im Körper neu organisieren können, wenn mal was war, Schlaganfall oder so. Aber das dauert. Und genauso war es hier auch. Die ersten Tage, pünktlich zur Feierabendzeit, kurvten hier Autos durch die Straßen als würden die Fahrer zum ersten Mal am Steuer sitzen und dabei den Mond erkunden. Blind und mit einer Hand auf dem Rücken. Ein Gehupe und Gemeckere sondergleichen. Zu den ganzen Einbahnstraßen kommen ja auch noch sehr enge Straßen, Fahrradstraßen und andauernd Rechts-vor-Links dazu. Expert-Level sozusagen. Wäre ich Fahrlehrer, ich würde meine Schüler hier am Nachmittag zwei Doppelstunden durchscheuchen, danach klappt das mit Schulterblick und Vorfahrt und so. Jede Wette. Aber was weiß ich schon. Zum Glück hat sich das nun erstmal alles eingependelt. Mal schauen was passiert, wenn im nächsten Bauabschnitt die nächste Straße abgeschnitten wird. Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt. Es bleibt spannend.



So kommt es vor, dass man auch hier mal von Pontius zu Pilatus geschickt wird und mal um den Pudding fahren muss, hier bei uns in der bronxx ….

Donnerstag, 12. Juli 2018

Rollich

Letzte Woche war es wieder soweit: Die Studios der HBK-StudentInnen hatten ihre Tore geöffnet. Zum alljährlichen Rundgang.
Ich liebe dieses event und freue mich das ganze Jahr auf den Sommer und wenn es wieder heißt: Wir zeigen unsere Werke.
Diesmal habe ich mir mit meiner Freundin zusammen sogar die Eröffnungsshow gegeben. Mit Rede, Ehrungen und der Verkündung der Stipendiaten. Wir standen da und haben es dem schwarzen Peter echt ganz dolle gegönnt, dass er mit unter den auserwählten ist, aber... es hat nicht sollen sein.


Gut, dann sind wir eben so los. Ohne Auszeichnung. Ein paar Ateliers am Johannes-Selenka-Platz durchstöbern und dabei quasi die Spielzimmer der StudentInnen betreten. Herrlich! I like! Selbstgebaute Tapeten, jede Menge Kritzeleien, bunten und unbunte Installationen, Figuren aus Knete, Wolle, Glas, Papier, Fotografien, Farballerlei, Filme, Geräusche, Stille und Gegenstände des Alltags, künstlerisch verwurstet...ähm...na ja... verarbeitet. Passt besser, gell? Bevor hier jemand denkt, ich nehme die wieder ma nich richtich ernst. Doch, mache ich. Mir ist dieser Rundgang ein Fest und eine Inspiration sondergleichen. Hab ich doch manchmal direkt Lust, wie in alten Kindertagen, meine Schuhe auszuziehen, mich auf den Fußboden zu knien und auch loszulegen und mitzuspielen.

Mein Highlight dieses Jahr lag unten in einem der Ateliers in der Blumenstraße, hinten beim Arbeitsamt vor den Kleingärten. Da in der Fensterbank lag es: ein Nudelholz. Küchentaugliche Größe, vollkommen aus Holz und mit roten Haltegriffen. Kindheit pur. Son Ding hatte ich als ich klein war. Echt jetzt ma. Auch in klein natürlich. Und damit habe ich beim Plätzchenbacken geholfen. Solange, bis ich einmal die ganze Tüte mit alle kleinen bunten Zuckerstreuseln aus Versehen ausgeschüttet hab. Da war dann vorbei mit Backwahn....

Und jetzt komme ich am Donnerstag da in ein Atelier und da liegt da meine Kindheitsbackrolle in groß. Auf dem Fensterbrett mit Blick auf eines der Kastenneubauten vor ein bis zwei Jahren zugezogener Neureicher, die sich im übrigen sehr über die Anwesenheit der Kunststudenten muckieren.

Ich trete näher, um meine Rolle anzusehen. Etwas ist eingeritzt auf der Oberfläche des Nudelholzes. Ein kurzer Schriftzug, mit irgendeinem Werkzeug in das Material eingebracht: ICH BIN ROLLIG.
Steht da in krakeligen Buchstaben und ich muss laut lachen, hole meine Freundin Geli, um ihr meinen lustigen Fund zu zeigen und dann lachen wir beide.
Wie geil! So oder so. Und auch so prägnant passend, kurz und knapp auf den Punkt gebracht, schön eindeutig zweideutig. Und die größte Herausforderung war sich, den Schriftzug ins Holz zu meißeln...
Man möchte das Holzding in die Hand nehmen und es rollen, wenn ihm doch schon so unbedingt danach ist...

Ich habe es beim Fotografieren belassen Man darf da ja LEIDER auch immer nix anfassen und ausprobieren. Und ich habe es am Abend auf Facebook geteilt, als meine Unternehmung des Tages, an der ich viele viele teilhaben lassen wollte. Und mein Nudelholz bekam den ersten platz im entsprechenden Bilderalbum.
Die likes waren mir sicher und Lachen. Vor allem Männer haben das für gut befunden. Muss ja nix heißen.. nech... just saying...

Was da nu wieder mit WRG zu tun hat? Die bronxx hat und kann. Merkt ihr schon, gell?
Und jetzt roll ich mal wieder ab. Bis nächste Woche...







Donnerstag, 5. Juli 2018

foramen aestivus

Ma gleich vorweg, Latein kann ich nich. Aber google kann und ich dann logischerweise auch. Und so habe ich mal zwei Worte separat übersetzen lassen. Vielleicht gibt es das in der Kombo bisher gar nicht... Wer weiß. Und mein Sohn ist gerade nicht da, den kann ich nicht fragen. Da musste Muttern das eben alleine entscheiden und das bleibt jetzt so.
Was das heißen soll? Sommerloch oder so in etwa sommerliches Loch. Ihr kennt das... Es ist eigentlich nur viel zu heiß, der Urlaub noch furchtbar weit weg, kein Regen, kaum Abkühlung, alle Freunde sind nicht da und flezen ihren Popo irgendwo in der Sonne rum... Fußball kommt auch nicht bzw. sie haben es nicht geschafft usw. Diese Zeit, auf die alle das ganze Jahr warten und die dann doch irgendwie nichts gebracht hat und viel zu schnell wieder mal rumging. Genau diese Zeit meine ich, das berühmte Sommerloch.

Und das macht natürlich auch vor der bronxx nicht halt, ganz klar.
Es ist Sommer, Du kommst nach Hause, fährst übern Franky und Ollo aus dem Mokkabär winkt Dir fröhlich zu. Du fährst an dem urbanen Gartenboxen vorbei, guckst mal kurz nach dem Stand der Ernte, freust Dich über die Gartenpracht und fährst weiter in Richtung Sch-straße.
Links von Dir eiert die Müllsammlerin auf dem Bürgersteig rum, pöbelt die Radfahrer dort an und ramentert mit de Mülltonnen rum. Weiter hinten siehste den Rapper in Deine Straße einbiegen, wie immer mit leicht federndem Gang und im Unterhemd, Frisör mal wieder fällig und die rote Turnhose gibt es auch noch an ihm.

Als du verbotenerweise auf dem Gehweg in Deiner Straße mit dem Rad unter Norbääärts Fenster vorbei rollerst, kommt Dir ein leicht kräuterwürziger Dufthauch entgegen. Die Töchter vom Nachbarn haben mit Kreide tuffigbunte Willkommensgrüße in den Eingangsbereich gekritzelt und erzählen Dir stolz ne Kante ans Bein, während Du Dein Rad an der Regenrinne ankettest, weil de gleich nochmal wegmusst.
Oben in Deiner Wohnung siehste aus der Küche die neuen Nachbarn köcheln gegenüber und in der Wohnung darunter tummeln sich die Malutensilien der Kunststudenten im Wohnzimmer.
Du gehst kurz für kleine Mädchen und durch Dein Badfenster riechst Du den Zigarettenrauch Deines Nachbarn über Dir, der paffend am Fenster oben steht.
Dann packste Dein Zeug ein für den nächsten Ritt und machst Dich auf zum Bürgerpark. Vorbei am Harz- und Heidegelände, das wie jeden Tag darauf wartet, endlich wieder durch Marktgeschicke belebt zu werden. Weiter geht es mit dem Rad bis zur Brücke, Du trägst es hoch, auch, wenn Du schon lange davon träumst, das Ding in voller Fahrt zu nehmen, wie Dein Moto-Crosser-Freund T. Einfach, weil es geil aussieht... Aber Du hast nicht die Power und die Übung und lässt es dann doch lieber sein. 


Oben angekommen wartet dort die Rückwärtsgeherin auf Dich. Sie sieht Dich, dreht sich schon mal in den Rückwärtsgang und Du hoffst, dass der Tourette-Kelch an Dir vorbeigehen mag... Und heute hast Du Glück, es trifft die beiden sportlichen Läufertypen, die kurz hinter die auf der Brücke ankommen.

Und so hat jeder seine Aufgabe hier im Kiez. Wirklich jeder. Und eben auch der Sommer. Er ist heiß und es passiert nichts aufregendes...
Das ganz normale sommerliche Loch, das alles ein bißchen langsamer und unspektakulärer von statten gehen lässt. Und bestimmt auch bei Euch und nicht nur hier in der bronxx, oder? Oder ist das die Ruhe vor dem Sturm? Wer weiß das schon so genau...


Donnerstag, 28. Juni 2018

Wolle Rose kaufen?


Die Frage aller Fragen in den sechtzigern und neunzigern. Ihr erinnert Euch noch an die türkischen und indischen Mitbürger, die von geduldig bis aufdringlich ab Mitternacht durch die Dissen zogen und ihre Blümchen feilboten?
Die dick- und langstieligen Blumeranten im Arm, hübsch dunkelrot im Bündel, halbverschlossen noch die Blüte der Spezies, die ich selbst so sehr liebe und verehre: die Rose..
Is klar, ne?! Mein Name kommt ja nich von unjefähr. Sondern vonne schönsten Pflanzen überhaupt auf diesem Planeten.
Jedenfalls war das vor 20 bis 30 Jahren voll der Renner nach Mitternacht in Braunschweigs Tanzpalästen: der angebeteten Göttin der Nacht (egal, ob sie eine weiter bleiben wollte oder eben, damit sie auch eine weitere und noch zahlreiche mehr bleiben wollte) die Verehrung durch die Blume sagen.
Soviel zu Traditionen und früher war alles und so. Wech isset. Nix mehr Rose kaufen und schenken. Anne Haare gleich inne Höhle ziehen… Aus und vorbei mit de Verehrung?
Von de Frauen vielleicht. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Von den Rosen jedoch nicht. Das wird immer bleiben Und wo ist ein besserer Ort dafür als hier bei uns im WRG.

Genau dies dachte sich auch unser Freund F. Also der, der neulich mal die Eier aus seinem Dachfenster ins Cabrio pfefferte (die restlichen hat er endgültig weggedonnert, erzählte er mir stolz vor ein paar Wochen). Ja, er ist nicht so fieser Hau-druff, er kann auch voll nett. Und so trug es sich zu, dass er im Frühjahr anfing, in seiner Strasse loszuziehen und ringsum jedes Fleckchen Grün mit Samen zu versehen. Hiernach zog er Tag für Tag aus, um dieselben liebevoll zu versorgen, zu gießen, zu pflegen und nach dem rechten zu sehen. Und so wuchsen, so Gott oder welche Macht auch immer es wollte oder der man jetzt mal so im christlichen Sinnen gesehen eben die Verantwortung dafür aufhucken möchte, Stockrosen in der F.schen Straße an allen möglichen und unmöglichen Stellen heran. Voller Stolz erzählte mir der Hobbygärtner von den Fortschritten.
Stockrosen… ich kannte sie – zugegebenermaßen - erstmal gar nicht. Rosen mit Stock in einem, oder was?! Muss ich da nachher hin und das Gestänge noch anbasteln? Das war mir irgendwie suspekt. Ich dachte unweigerlich an Kletterrosen und fragte mich, warum die dann nicht gleich so heißen. Dann schickte mir F. ein Foto und das Rätsel war gelöst. Die Blume ist mit ihrem langen Stiel in der Mitte quasi ihr eigener Stock und von dort as recken sich gar niedlich viele viele Blüten in die Luft. Fast englisch anmutend, in vielen zarten Rot- und Rosatönen oder auch in gelb und weiß.
F. geht immer noch regelmäßig seine Schätze gießen und begärtnern und direkt in einem Beet an seinem Haus wartete eine besondere Blütenbotschaft auf ihn. Mitten im Rosenbeet lag ein Zettel mit blässlich blauem Kugelschreiber bekritzelt. Buchstaben, die aus der Feder einer Person älteren Datums zu entstammen schienen, verkündeten auf dem Notizblockähnlichen Karokästchenpapier: BITTE STEHEN LASSEN!

Wielieb, das rührte den Gärtner zutiefst und spornte ihn an, weiterzumachen.F- hatte den richtigen Riecher gehabt: Rosensamenbomben in die bronxx gestreut und alles in Nullkommanix in ein Blumenmeer der Verehrung verwandelt. Und mal wieder zeigt das WRG wie es gehen muss. Wir wissen das. Denn Tradition ist bronxx und bronxx hat Tradition.
Alsso, wenn de nachts mit Deiner Flamme durch das WRG scharwenzelst, könnteste Dir glatt wieder überlegen, ob de ihr ne Rose schenken willst… Doch, lasse ma besser stehen, kannst ihr ja stattdessen welche kaufen…




Montag, 18. Juni 2018

Der Zonk

Diese Schtorie ist ma wieder den etwas älteren Leserinnen und Lesern unter uns gewidmet. Also all jenen, die Mitte bis Ende der Neunziger zur besten Vorabendsendezeit vor der Glotze gehangen haben. 

Was dem einen sein Peter vom Glücksrad war, war der anderen ihr Jörch, der aufs Ganze geht. Na ja, nicht ganz und auch nicht er. Es waren die Kandidaten aus dem Publikum, die das mussten, wenn sie denn wollten und konnten. Sie mussten nach vorne zum Herrn Draeger, der optisch und stimmlich ein ziemlicher Sympath war, und dort immer wieder neu entscheiden, ob se nun Tore, Koffer oder Briefumschläge auswählten, um irgendwo hoffentlich ganz sehr den größten Geldgewinn des Abends abzuräumen. Das Publikum half immer dabei, mit Trampeln, Pfeifen und lauten Unterstützungsrufen. Auch der Jörg versuchte natürlich, den aufgeregten Teilnehmer auf der Bühne von seiner vermeintlichen Gewinnchance durch falsche Fährten und Verwirrkommentaren abzulenken.

Vielleicht habt ihr es auch mal gesehen. Ich einmal öfter und ich habe es immer kaum ausgehalten, endlich zu wissen, wo sich denn nun der richtig fette Geldgewinn verbirgt. Unterhaltung so janz vom alten Schlag: mit Leuten wie Du und ich, ohne ganze Duden und Weltatlanten auswendig können zu müssen, Spaß und Spannung auch fürs Publikum, einem smarten Moderator und eben noch echten Gewinnern oder Verlierern. Bei mir gehörte diese gute alte TV-battle lange lange zum alltäglichen must look. Ein schönes Einläuten des Feierabends. Leider war das Ende Mai 1997 dann vorbei. Schnief!

Doch, wir wären ja nicht das WRG und die bronxx, wenn wir nicht auch dafür ein Denkmal geschaffen hätten, nicht wahr?! Wir hier haben nämlich ein großes Herz und ein besonders großes für die Verlierer im Leben. Nämlich die, die beim Jörch dann letztendlich Pech hatten bei ihrer Entscheidung für das richtige oder falsche Tor oder den Briefumschlag, der ihnen eigentlich ja den Weg zum großen Geld geebnet haben machen täten tun sollte. Für eben genau diese Menschen gab es viele viele Jahre auf dem Cyriaksring etwas ganz besonders in einem der Erdgeschossfenster der Siedlungswohnungen zu sehen. 
Nein, es war keine mannshoehe aufblasbare Jörg Draeger-Gedächtnis-Puppe und auch kein Startschnitt desselben.
Ich sage nur zwei Worte: TOR DREI.

Na, dämmert's bei Euch? Die old-school-Fraktion weiß spätestens jetzt genauestens bescheid und fängts icher an zu grinsen so wie ich...
Hatte doch Herr Draeger für die looser immer das Tor drei parat. Dieses böse Nümmerchen an diesem skurrilen Aufbau Studio. Dort in dieser Pfosten-Netz-Atrrappe wartete, feierlich beim Öffnen des Vorhanges begrüßt, das riesengroße schwarz-rote Zottelratten-Kuscheltier namens Zonk. Es saß da brav im Tor drei, fing die enttäuschten Blicke der Verlierer auf und wurde dabei mit einem dröhmemd tiefen Ton aus der Konserve untermalt. Das Ratespiel war aus, der Verlierer musste nach Haus und unterm Arm die dicke rote Ratte mit den schwarzen zotteligen Ohren.

Tor drei und sein Zonk. Und das, original im Cyriaksring, nur wenige hundert Meter gegenüber von der HBK lächelte die große Kuscheltierratte jedem vorbeiziehenden Menschen entgegen. Tag und Nacht und Jahr um Jahr. Und immer wieder schien die Sonne, blich in mehr und mehr aus, aber er wich nie aus seinem Fenster und es war immer irgendwie Tor 3 da in dem Wohnhaus Paterre.

Vor ein paar Jahren haben sie die Bleiben saniert, damit die bronxx modernert wird und auch die oberen Zehntausend hierher gelockt werden. Und das geht natürlich nicht mit so einem Verlierergewinn wie dem Zonk. Da musste schon mehr bieten, also sagen wir mal mindestens Tor 1 oder Tor 2 oder am besten noch den Koffer dazu.
Doch, dit is hier nicht, denn wir sind lieber WRG und am besten bleiben wa och de bronxx, denn das können wa jut und wenn alles nix nützt, kuscheln wa mit dem Zonk. Bald ist wieder Flohmarkt, da gehe ich nen ma suchen...






Sonntag, 17. Juni 2018

Redaktionskonferenz bei Bär, Bier und brütender Hitze



Der fleißige Frequently Unique Reader - hier bei uns in der bronxx sagt man noch ganz herzhaft Stammkunde - dieses fluffigen, kleinen Stadtteil-Blogs wird sich wahrscheinlich schon einmal gefragt haben, wie das alles so zustande kommt mit den ganzen wöchentlichen Geschichtchen. Dazu heute eine kleine Background-Reportage unserer letzten Redaktionskonferenz. Bürger M. setzt sich dafür die Harry-Hirsch-Reportermütze auf und berichtet investigativ vom Ort des Geschehens.
 
Die Kletterrose, der Schwarze Peter und meine Wenigkeit, Bürger M. tickern uns zwar immer in schöner Regelmäßigkeit mit unseren elektronischen Kleingeräten, um uns bei den Themen und Terminen abzustimmen, hatten uns aber schon eine ganze Weile nicht mehr zu dritt getroffen. Wir mussten mal wieder, musste sein. Ist ja auch ganz schön sich beim Reden, sabbeln und Pläne schmieden in die Augen schauen zu können. Gesagt, getan, Termin abstimmen. Zack, schon ein erstes Problem: Der Termin. Ihr kennt das, drei Leute wollen sich treffen und einen gemeinsamen Termin zu finden ist schwieriger als einen Weltwirtschaftsgipfel einzuberufen. Klappte dann aber doch. Der Ort war schnell gefunden: Unser kleines Kultur-Cafe direkt hier am Fränky. Wir hatte auch einen guten Grund für diesen Ort, wir haben da nämlich so eine Idee. Aber erstmal ankommen. Die Kletterrose erzählt von Ideen und Plänen im großen B ostwärts, der Schwarze Peter über den Stress mit einer Ausstellung und Bürger M. so dies und das und über Herzensdinge. Und es wurden natürlich auch die neuesten bronxx-News ausgetauscht. Man will ja nichts verpassen, auf dem neuesten Stand bleiben und Futter für die nächsten Beiträge sammeln. Ein Wort ergab das nächste und die erste Runde war geleert. Aber wir waren ja nicht ohne Grund hier, wir haben ja eine Idee. Der Raum wurde in Augenschein genommen, die Wände begutachtet und geschaut, ob der Wirt, der Ollo, ein offenes Ohr für uns hat. Er und sein Mokkabär wären nämlich perfekt dafür geeignet uns mal wieder in der Öffentlichkeit, so richtig in live und in Farbe und mit Ton, zu präsentieren. Das letzte Mal ist ja schon ein bisschen her und inzwischen ist ja wieder einiges an Stoff angefallen. Der Ollo fand die Idee gut und mit dem Termin wird man sich auch einig werden. Wir waren erleichtert, dass sich sich unser Vorhaben wohl umsetzen lässt. Alles prima, alles im Fluss, das wird werden und ihr dürft gespannt sein. Wir halten euch auf dem Laufenden.
 
Ein paar Biere, Heiß-und Kaltgetränke später war alles besprochen und die Marschrichtung für die nächste Zeit in die passenden Bahnen gelenkt. So schloss sich unsere gemütlich-gesellige Redaktionskonferenz.
 
So jetzt wisst ihr es, so kommen all die kleinen und großen Geschichten, Schoten und Schwänke zusammen, immer rein subjektiv, fantasievoll ausgeschmückt und immer mit einem zwinkernden Auge, hier bei uns in der bronxx ...