Ja, die gute alte Rio Reiser Band ist diesmal Namensgeber für unseren Beitrag.
Und klar wissen wir, dass die im Original noch ein ganz klein wenig anders hieß...
Das ist ja schon alles mit Absicht etwas verändert... Nicht auszudenken, wenn es anders und ganz in echt wäre. Wir wären sicher geliefert...
Die heutige Geschichte liegt etwa zwei Jahre zurück. In etwa. Ich habe mir nicht alles akribisch im Kalender angezeichnet, was hier so passiert ist in der bronxx.
Zweitausendvierzehn war ich noch in einem Schichtdienstberuf tätig, daran erinnere ich mich ganz genau. Und ich hatte die Woche Frühschicht. Früh ins Bett und noch früher wieder raus. Also kurz nachdem die bronxx sich schlafen legt.
An diesem Morgen war ich noch eher wach als sonst. Irgendwas um vier Uhr war es. Es war schon hell, das Vogelgezwitscher weckte mich. Und eine Frauenstimme.
Sie rief immerzu einen Namen. Dazwischen ließ sie ihrer Wut lautstark freien Lauf. Schimpfworte. Frisch serviert à la card aus der bronxx. Mit Beilagen.
Na, ihr wisst schon, diese ganzen bösen Wörter, für die man als Kind im Kindergarten zehn Minuten im Waschraum bleiben muss. Die hatte sie alle wieder rausgeholt. Denn die Waschraumtage waren längs vorbei für sie. Die Pubertät allerdings auch. Das konnte ich hören. Sie keifte im Stile einer gehörnten Gattin, die die Verliebtheitsphase nach den Hochzeitsglocken lange überbrückt hatte. Mit was auch immer. Wut wahrscheinlich. Und die musste jetzt raus. Genau morgens um vier Uhr fünfzehn. Nun gut, denn mach. Ich ging erstmal in Ruhe auf den Pott.
War allerdings von der Seite des Hauses noch näher am Geschehen dran.
Dann krachte und klirrte es da draußen nebenan unten links ein paar Mal hintereinander gewaltig. Ich fuhr zusammen in meiner Küche, wo mein Morgencafé mich gleich erwarten würde. Boah, was um Himmels Willen war das? Zertrümmerte da jemand Autoscheiben mit einem Hammer? Was passierte da unten?
Nach kurzem Herzstillstand und Gesichtslähmung sortierte ich mich, warf mir ein Jäckchen über, zog den Schlüssel und rannte in den Hausflur. Fenster aufreißen und gucken, was da los ist.
Schräg links unten hatte es sich der kleine olivhäutige Nachbar mitsamt Kissen an seinem geöffneten Fenster gemütlich gemacht. Feixend und mit Kippe im Mund beobachtete er genüsslich die Szenerie. Die gute Frau, also die wütende Dame von eben, keifte und schimpfte übelst weiter. Sie zog wiederum abermals alle Register des bronxx-slangs. Ihre Aggression hatte sich um ein vielfaches potenziert. Denn, der letzte Stein, den sie da in das Fenster des Gatten - oder was auch immer - geworfen hatte, war auf der Fensterbank liegengeblieben. Munition war also verschossen.
Ich war ja irgendwie froh. Das waren ganz schöne Brocken, die da lagen...
Kollege oliv zog grinsend an seiner Zigarette. War besser als Fernsehen und Weiber muss man in so'nem Stadium einfach mal machen lassen. In Ruhe. Und genau so dann auch beobachten. Er hatte die Lage im Griff.
Die Steinschleuder zog nun motzend von dannen, begleitet von beschwichtigenden Wortfetzen ihres Mannes, der - sich schützend - weder aus dem Fenster noch aus dem Haus gewagt hatte.
Dann war Ruhe und mein Milchkaffee war auch fertig. Und ich auch. Oh what a day... Als ich später zur Arbeit losmusste, lagen da die Scherben in der Fensterbank.
Und, wenn sie nicht gestorben sind, liegen sie da noch immer.
Schwund musste mit einplanen. Woanders und ebenso hier in der bronxx. Und zum Glück bin ich aus dem Schichtdienst raus...
Donnerstag, 30. Juni 2016
Donnerstag, 23. Juni 2016
Tanz Deine bronxx
Am letzten Wochenende bin ich auch mal spät nach Hause gekommen. D.h. so spät war es eigentlich noch gar nicht.
Ehrlich gesagt habe ich dann immer ein wenig Angst, mein Rad noch in den Keller zu bringen. Denn dabei steht die Haustür lange auf und ich habe das alles nicht im Blick... Und dazu noch mein Kopfkino und Drama-Denken, ihr wisst ja...
Umso mehr froh war ich, als ich in meiner hood um die Ecke bog und schon von Weitem meinen Nachbarn rauchend vor dem Haus stehen sah. Yeah! Ein Aufpasser!
Ich war gerettet.
Er begrüßte mich freudig und wir kamen sofort ins Reden. Ich mag ihn sehr. Und ein bißchen berühmt isser auch. Denn er ist Tänzer. Und vor 1-2 Jahren hing das halbe Haus nachts vor der Glotze, um - zusammen mit ihm - dem Weltmeister-Titel entgegenzufiebern. Boah, ich war damals voll müde, bin x-mal eingeschlafen und doch noch rechtzeitig wieder aufgewacht, als seine Truppe es geschafft hatte.
Die sehen ja dann auf dem Bildschirm ganz anders aus als in da Haus. Gefühlte drei Zentner Schuhcreme zieren Gesicht und Haar und alles ist irgendwie sehr steif und gestelzt. Aber das muss wohl so.
Jedenfalls machte er mir das Begrüßungskommitée und damit den Abend.
Wie immer bei unseren Treffen in und ums Haus herum ist der blog das Thema Nummer Eins. Als fleißiger Verfolger ist er auf jeden Fall up to date und jede story wird nochmal durchgehechelt. Mittendrin biegen dann noch zwei weitere Nachbarn um die Ecke. Sie von nebenan und er aus dem dritten.
Da müssen wir beide erstmal Aufklärungsarbeit betreiben, weil die beiden sich - weder im blog noch im Nachbarn beobachten - als besonders bewandert erweisen.
Werbung scheint mal wieder das A und O zu sein und so legt der Tänzer auch gleich los:
Er schnappte sich ein paar Charaktere aus dem blog, beschrieb sie nochmal mit seinen Worten und untermauerte das Ganze mit einer kleinen Performance aus Tanz, Pantomime und Figuren à la heiteres Beruferaten. Mimik, Bewegung perfekt. Mit Händen und Füssen gleichzeitig im Einsatz. Einfach göttlich. Ich habe abgefeiert als ich die Blicke unserer beiden Hausbewohner dazu sah.
Eine Mischung aus Amüsement und Verwirrung zugleich. Zwischendurch haben sie immer überlegt, ob sie die Person kennen und demnächst dann endlich wiedererkennen werden. Als Zuschauerin habe ich diese Spätvorstellung im bronxx-Straßen-Theater sehr genossen. Waren doch auch noch mir bis dato verborgene Schätzchen dabei, die ich nunmehr nur noch schriftlich hier drin zu verwursten brauche.... Wie praktisch.
Weltmeister im Tanzen wird er nicht mehr, da er aus dieser Truppe raus ist. Aber ein neuer Job ist ihm sicher: Bronxx-blog-Vortänzer. Nämlich, wenn wir unsere Ausstellungs- und Lesetour starten. Dabei darf er auf gar keinen Fall fehlen....
So als Augenschmaus und optische Untermalung beim Geschichten erzählen.
"Ich war zwar nicht auf dieser einen Schule und meinen Namen kann ich auch nicht tanzen" - so sein statement nachts um halb zwei. Aber: gelernt ist eben gelernt.
Und, was im Waldorf geht, geht hier in der bronxx auch... Nur eben anders...
Ehrlich gesagt habe ich dann immer ein wenig Angst, mein Rad noch in den Keller zu bringen. Denn dabei steht die Haustür lange auf und ich habe das alles nicht im Blick... Und dazu noch mein Kopfkino und Drama-Denken, ihr wisst ja...
Umso mehr froh war ich, als ich in meiner hood um die Ecke bog und schon von Weitem meinen Nachbarn rauchend vor dem Haus stehen sah. Yeah! Ein Aufpasser!
Ich war gerettet.
Er begrüßte mich freudig und wir kamen sofort ins Reden. Ich mag ihn sehr. Und ein bißchen berühmt isser auch. Denn er ist Tänzer. Und vor 1-2 Jahren hing das halbe Haus nachts vor der Glotze, um - zusammen mit ihm - dem Weltmeister-Titel entgegenzufiebern. Boah, ich war damals voll müde, bin x-mal eingeschlafen und doch noch rechtzeitig wieder aufgewacht, als seine Truppe es geschafft hatte.
Die sehen ja dann auf dem Bildschirm ganz anders aus als in da Haus. Gefühlte drei Zentner Schuhcreme zieren Gesicht und Haar und alles ist irgendwie sehr steif und gestelzt. Aber das muss wohl so.
Jedenfalls machte er mir das Begrüßungskommitée und damit den Abend.
Wie immer bei unseren Treffen in und ums Haus herum ist der blog das Thema Nummer Eins. Als fleißiger Verfolger ist er auf jeden Fall up to date und jede story wird nochmal durchgehechelt. Mittendrin biegen dann noch zwei weitere Nachbarn um die Ecke. Sie von nebenan und er aus dem dritten.
Da müssen wir beide erstmal Aufklärungsarbeit betreiben, weil die beiden sich - weder im blog noch im Nachbarn beobachten - als besonders bewandert erweisen.
Werbung scheint mal wieder das A und O zu sein und so legt der Tänzer auch gleich los:
Er schnappte sich ein paar Charaktere aus dem blog, beschrieb sie nochmal mit seinen Worten und untermauerte das Ganze mit einer kleinen Performance aus Tanz, Pantomime und Figuren à la heiteres Beruferaten. Mimik, Bewegung perfekt. Mit Händen und Füssen gleichzeitig im Einsatz. Einfach göttlich. Ich habe abgefeiert als ich die Blicke unserer beiden Hausbewohner dazu sah.Eine Mischung aus Amüsement und Verwirrung zugleich. Zwischendurch haben sie immer überlegt, ob sie die Person kennen und demnächst dann endlich wiedererkennen werden. Als Zuschauerin habe ich diese Spätvorstellung im bronxx-Straßen-Theater sehr genossen. Waren doch auch noch mir bis dato verborgene Schätzchen dabei, die ich nunmehr nur noch schriftlich hier drin zu verwursten brauche.... Wie praktisch.
Weltmeister im Tanzen wird er nicht mehr, da er aus dieser Truppe raus ist. Aber ein neuer Job ist ihm sicher: Bronxx-blog-Vortänzer. Nämlich, wenn wir unsere Ausstellungs- und Lesetour starten. Dabei darf er auf gar keinen Fall fehlen....
So als Augenschmaus und optische Untermalung beim Geschichten erzählen.
"Ich war zwar nicht auf dieser einen Schule und meinen Namen kann ich auch nicht tanzen" - so sein statement nachts um halb zwei. Aber: gelernt ist eben gelernt.
Und, was im Waldorf geht, geht hier in der bronxx auch... Nur eben anders...
Donnerstag, 16. Juni 2016
Perverser Milchshake
„Und
zum Nachtisch mache ich uns einen perversen Milchshake“, meinte der
Schwarze Peter letzte Woche, als wir uns zu unserem Treffen
verabredeten.
Wir
sehen uns seit dem blog echt nicht so oft. Manchmal per Zufall auf
dem Franky. Beim Einkaufen oder so. Heute Abend waren wir richtig
verabredet. Zum Essen und zum Arbeiten.Ich bin dann mit einem Blech voller Gemüsekuchen, dem Laptop und Schreibkrams rübergeflitzt zu Nils. Und jetzt sitzen wir hier auf seiner neuen grünen Couch im Arbeitszimmer. Zum Gemüsekuchen gibt es Guinness. Ein Ritual bei uns. Aus der Dose. Das mit der Stickstoffkapsel.
Dabei schmieden wir Pläne zu unserer ersten Ausstellung mit Lesung im November. Das ist ziemlich aufregend, denn wir brauchen Flyer, Visitenkarten und lauter so Zeugs. Und wir haben eben grob die Auswahl der Ausstellungsmotive besprochen. Ihr kennt sie ja schon alle. Schließlich begleitet ihr uns jetzt fast ein Jahr lang hier durch die bronxx. Im September ist es soweit. Wer hätte das gedacht. Bestimmt gibt es dann auch eine kleine Mitmach-Aktion für Euch. Wir lassen uns da noch was einfallen.
Irgendwie
ist das ein witziges Bild hier beim Schwarzen Peter zuhause im
Arbeitszimmer. The_climbing_rose kniet auf dem Teppich vorm Sofa und
häckert den neuen Text ins Uralt-Laptop. Gegenüber kritzelt Nils
ein neues Bildchen für den Beitrag morgen. Keiner von uns beiden
weiß, was der andere da wirklich macht. Egal, es wird gut.
Genauso gut wie der perverse Milchshake. Den gibt es nebenbei. Immer mal wieder ein Hieb aus dem kalten Glas neben mir. Und das Teil ist richtig pervers gut. Milch mit Vanilleeis und Erdnussbutter. Und Kakaopulver obendrauf.
Genauso gut wie der perverse Milchshake. Den gibt es nebenbei. Immer mal wieder ein Hieb aus dem kalten Glas neben mir. Und das Teil ist richtig pervers gut. Milch mit Vanilleeis und Erdnussbutter. Und Kakaopulver obendrauf.
Ich
habe sogar einen rosafarbenen Strohhalm bekommen.
So,
ich sag ma „Tschüss“ jetzt. Denn, ich muss weiterschlürfen… Und
dann mal gucken, was der Schwarze Peter da aufs Papier gekrickelt
hat. Wir lesen uns und wir sehen uns...
Donnerstag, 9. Juni 2016
Wo kommt denn nun das "h" hin?
Diese Geschichte hat sich schon vor einigen Jahren ereignet und sie ist bestimmt schon einigen von Euch passiert. Auch, wenn ihr nicht in der bronxx wohnt und auch deswegen nicht ausdrücklich hierher ziehen müsst...
Es war der Tag eines für mich recht bedeutenden Vorstellungsgespräches. Solche Ereignisse sind ja fast immer wichtig, außer man m u s s dahin und will es eigentlich gar nicht. Zu diesem Termin wollte ich sehr gerne hin. War was im kulturellen Bereich. Das interessierte mich schon immer. Bezahlung schien gut zu sein und bisher war die Kommunikation mit dem potentiellen neuen Arbeitgeber recht gut verlaufen.
Ich kam so gegen Mittag von meinem Noch-Job nach Hause geradelt. Da blieb nicht mehr viel Zeit bis zu meinem Gespräch. Ich musste mich noch im Netz darauf vorbereiten, kurz abbrausen, in Schale schmeißen und dann losdüsen.
Ich schloss mein Rad draußen am Zaun an, gegenüber der Haustür. Lange war ich ja nicht weg und da konnte mein Gefährt mal eben da unten auf mich warten.
Mein heißgeliebter Oldtimer, den ich in einem berühmtberüchtigten Fahrradsecondhand-Reparaturschuppen für angemessenes Geld erstanden hatte. Anthrazit, mit Stange und jetzt kommt's: ein rosafarbener Blümchenüberzug für den Sattel. Wegen keinem nassen Popo und so...
Jedenfalls hab' ich dann oben in der Wohnung mein Vorbereitungsprogramm schnell abgearbeitet und kam nach einer guten Stunde gestriegelt und geschniegelt nach unten. Zack, auf den rosa Sattel setzen und Abfahrt...
Dachte ich! Und beim"Dachten" blieb es dann auch...
Da stand nämlich kein Rad mehr, jedenfalls keins mit dem rosa Dingens...
In meiner ersten Benommenheit suchte ich alles ab: Garten, Nachbargarten, Keller, Straße... Nichts! Oh f**k! Ich konnte es nicht fassen!
Was nun? Meine gesamten Fortbewegungsmittel waren nun von jetzt auf gleich weg und der Schock saß tief. Aber für Wut und Trauer blieb so gar keine Zeit. Mein Termin wartete. Ich raste schnell zur Straßenbahn und was soll ich sagen, ich schaffte alles noch irgendwie... Die eine Gesprächsteilnehmerin bot mir sogar ein Ersatzrad aus ihrem Fundus an. Wie lieb!
Den Job bekam ich (natürlich) nicht, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Danach machte ich mich auf zur Polizei. Denn nix Geld von Versicherung ohne Anzeige bei den blau-weißen. Und hier begann erst die eigentliche Odyssee: Systemabsturz im Hause Münzstraße und ein sehr ungeduldiger Beamter, der sich ganz offensichtlich zu so einem Zeitpunkt nicht auch noch mit einer Lapalie wie meinem Anliegen auseinandersetzen wollte. Ich war bedient... Als seine Unfreundlichkeit zu eskalieren drohte, überlegte ich kurzerhand, mit meinem Handy in der Tasche schnell mal die 110 zu wählen und mich dann bei einem Kollegen zu beschweren, der vermutlich nur drei Zimmer weiter saß. Dieser Gedanke, den ich aus Selbstschutzgründen dann nicht umsetzte, machte mir den Tag. Was für ein Spaß wäre das gewesen...
Nach langem Hin- und Her liefen der PC und auch sein Bediener wieder rund. Ohne Murren. Puh! Er stellte viele Fragen über Art und Aussehen des Rades. Und beim Wort "anthrazit" war es dann wieder vorbei mit dem Freund- und Helfer-Status... Er wollte wissen, wie man DAS nun wieder schreibt und wo das "h" hinkäme... Ich war zwischen angepisst und megaamüsiert... Sein Beamtenstatus. Seine Allgemeinbildung. Sein Problem. Basta!
Wir einigten uns schließlich versöhnlich auf dunkelgrau.
Mein rosafarbener Sitzüberzug machte i h m dann den Tag: "Das ist nicht ihr Ernst, Frau...!!!" "Oh, doch, Herr.....!!!!"
Beim Rausgehen aus seinem Büro waren wir schlussendlich best friends. Alles war gut. Es stand 1:1. Anthrazit gegen rosa.
Er so: " Dafür weiß ich wie man "aubergine" schreibt." Ich: "Klar, mit "e" am Ende!"
Sein Blick: unbezahlbar. 1:2 für mich also.
Tja, ihr merkt schon. In der bronxx ist man vor nix sicher: Raddiebstahl und und und.
Rechtschreibung klappt woanders aber auch nicht....
Also, Rad jetzt immer schön in den Keller bringen!
Donnerstag, 2. Juni 2016
friday bloody friday
Schon wieder so ein englischer Titel als blog-Überschrift... Ja, auch vor uns in der bronxx macht diese Sprache nicht halt.
Eigentlich sollte da auch sunday statt friday stehen. Ein uralter Song einer meiner Lieblingsbands aus dem Jahre 1983. Aber... Ich bin mir heute nicht mehr ganz sicher, ob es wirklich ein Sonntag war. Freitag würde besser passen. Und, letzten Endes egal, denn schlimm genug war es auch so.
Also, wer zart besaitet ist von Euch, sollte genau jetzt die (Web)Seite wechseln. Das ist nix für schwache Nerven und bronxx heißt ja nicht umsonst bronxx.
Als ich vor Jahren hier meine Recherche bezüglich der Dreiecke im Viertel machte, gab es gut eins bis zwei Tage vor meiner Pirsch wieder mal eine von diesen Nächten, die gerade hier besonders gefährlich und heftig sind.
Zwischen eins und vier geht's ja bekanntlich ab hier. Und so wurde ich auch in jener Nacht wach, weil sich in unserer Straße um diese Uhrzeit da unten, unweit von meinem Schlafzimmerfenster - auf Kipp -, etwas ungutes zusammenbraute.
Die Unruhe kroch durch den Fensterspalt zu mir ans Ohr und weckte mich. Menschen, Stimmen und eine gewisse Hektik waren zu hören und zu spüren. Ich spitze die Ohren, verzog mich wie gebannt unter meine Decke und wartete ab.
Kennt ihr das? Dieses Gefühl, wenn man genau weiß, gleich passiert hier wieder was und das wird nicht wirklich gut sein...
Ich blieb ganz still, war hellwach und hatte Angst: Was kommt jetzt? Wieder ein Überfall? Eine Frau in Not? Klingelts gleich an meiner Tür?
Bah, ich mag dieses Zustand nicht, der versetzt mich echt in Panik und macht mich hilflos... Ich kann nichts tun und einfach weiterschlafen geht dann auch nicht...
Verkrampft blieb ich also auf meinem Bett sitzen und harrte der Dinge die dann kommen. Die Stimmen waren etwas entfernt, sodass ich nicht wirklich Details der Auseinandersetzung verfolgen konnte. Lautstärke und Hektik ließen jedoch auf Stress aller Beteiligten miteinander schließen. Puh! Sie stritten sich. Um was auch immer. Laut von weiter unten in der Straße. Vermutlich da rechts bei den einstelligen Hausnummern. Ich versuchte mich daran zu erinnern, wie die Häuser da wohl aussehen. Innen drin hoffte ich inständig, dass die ganze Szenerie sich ganz schnell in Luft auflöste und ich einfach weiterschlafen würde.
Dann kam ein Knall, dem gleich noch einer folgte. Schock! Was war das??? Wurde da geschossen? Keine Ahnung, ich weiß nicht, wie Pistolen sich anhören, wenn man da auf den Auslöser drückt... Woher auch?
Kurz danach war Stille, alles war mucksmäuschenstill, rein gar nichts war mehr zu hören. Alles ruhig. Und auch keine Polizei, kein Krankenwagen, einfach nur Schweigen. Ich fing langsam an, mich zu entspannen. War wohl nix... wieder Dramakopfkino gefahren und völlig unbegründet. Manchmal gibt es ja in der Natur auch so ein Wetterbedingtes Knallen, was alle in Angst und Schrecken versetzt, im Grunde genommen jedoch nur auf irgendwelchen Entladungen beruht...
Glück gehabt, Gott sei Dank! Ich konnte endlich entspannt in die Kissen sinken und beruhigt einschlafen. Was ich auch immer habe; typisch Frau, oder?!
Zwei Tage später zog ich los auf meine Dreieck-Graffiti-Recherche und mein Weg führte mich logischerweise als erstes durch unsere Straße. Auch da entlang bei den einstelligen Hausnummern. Auf dem Bürgersteig zeichneten sich auf einmal einige rote Sprenkel ab, die sich Meter für Meter dichter auf den Gehwegplatten drängten. In mir kroch die alte Angst hoch und ich versuchte, mich selbst zu beruhigen: "Das sind Spuren von zertretenen Beeren... Da hat jemand einen Hagebuttenteebeutel rumgeschleudert...Alles gut."
Ja, nee, nix gut. Wenn kein Herbst ist, gibt es keine Beeren auf den Bäumen und die Nummer mit dem Teebeutelweitwurf war auch irgendwie ein Lacher... Je weiter ich ging, desto näher kam ich dem ganzen... Eine noch nicht ganz getrocknete Blutlache an einer der Häuserecken, weitere fette Spritzer an der Hauswand.Tatort. Nur in echt. Kein Filmblut sondern echtes.
Mir wird eben auch noch ganz schlecht und mir ist ganz kalt, weil mir der Kreislauf abhaut, wenn ich das schreibe und lese.
Scheinbar waren es wirklich Schüsse... Ich weiß es bis heute nicht. Der Fleck ist lange schon weg, aber diese Ungewissheit und das vermutet Ausmaß der Situation bleiben. Bleiben als Spur in meinem Kopf und als Spur des Lebens. Hier bei uns in der bronxx...
Eigentlich sollte da auch sunday statt friday stehen. Ein uralter Song einer meiner Lieblingsbands aus dem Jahre 1983. Aber... Ich bin mir heute nicht mehr ganz sicher, ob es wirklich ein Sonntag war. Freitag würde besser passen. Und, letzten Endes egal, denn schlimm genug war es auch so.
Also, wer zart besaitet ist von Euch, sollte genau jetzt die (Web)Seite wechseln. Das ist nix für schwache Nerven und bronxx heißt ja nicht umsonst bronxx.
Als ich vor Jahren hier meine Recherche bezüglich der Dreiecke im Viertel machte, gab es gut eins bis zwei Tage vor meiner Pirsch wieder mal eine von diesen Nächten, die gerade hier besonders gefährlich und heftig sind.
Zwischen eins und vier geht's ja bekanntlich ab hier. Und so wurde ich auch in jener Nacht wach, weil sich in unserer Straße um diese Uhrzeit da unten, unweit von meinem Schlafzimmerfenster - auf Kipp -, etwas ungutes zusammenbraute.
Die Unruhe kroch durch den Fensterspalt zu mir ans Ohr und weckte mich. Menschen, Stimmen und eine gewisse Hektik waren zu hören und zu spüren. Ich spitze die Ohren, verzog mich wie gebannt unter meine Decke und wartete ab.
Kennt ihr das? Dieses Gefühl, wenn man genau weiß, gleich passiert hier wieder was und das wird nicht wirklich gut sein...
Ich blieb ganz still, war hellwach und hatte Angst: Was kommt jetzt? Wieder ein Überfall? Eine Frau in Not? Klingelts gleich an meiner Tür?
Bah, ich mag dieses Zustand nicht, der versetzt mich echt in Panik und macht mich hilflos... Ich kann nichts tun und einfach weiterschlafen geht dann auch nicht...
Verkrampft blieb ich also auf meinem Bett sitzen und harrte der Dinge die dann kommen. Die Stimmen waren etwas entfernt, sodass ich nicht wirklich Details der Auseinandersetzung verfolgen konnte. Lautstärke und Hektik ließen jedoch auf Stress aller Beteiligten miteinander schließen. Puh! Sie stritten sich. Um was auch immer. Laut von weiter unten in der Straße. Vermutlich da rechts bei den einstelligen Hausnummern. Ich versuchte mich daran zu erinnern, wie die Häuser da wohl aussehen. Innen drin hoffte ich inständig, dass die ganze Szenerie sich ganz schnell in Luft auflöste und ich einfach weiterschlafen würde.
Kurz danach war Stille, alles war mucksmäuschenstill, rein gar nichts war mehr zu hören. Alles ruhig. Und auch keine Polizei, kein Krankenwagen, einfach nur Schweigen. Ich fing langsam an, mich zu entspannen. War wohl nix... wieder Dramakopfkino gefahren und völlig unbegründet. Manchmal gibt es ja in der Natur auch so ein Wetterbedingtes Knallen, was alle in Angst und Schrecken versetzt, im Grunde genommen jedoch nur auf irgendwelchen Entladungen beruht...
Glück gehabt, Gott sei Dank! Ich konnte endlich entspannt in die Kissen sinken und beruhigt einschlafen. Was ich auch immer habe; typisch Frau, oder?!
Zwei Tage später zog ich los auf meine Dreieck-Graffiti-Recherche und mein Weg führte mich logischerweise als erstes durch unsere Straße. Auch da entlang bei den einstelligen Hausnummern. Auf dem Bürgersteig zeichneten sich auf einmal einige rote Sprenkel ab, die sich Meter für Meter dichter auf den Gehwegplatten drängten. In mir kroch die alte Angst hoch und ich versuchte, mich selbst zu beruhigen: "Das sind Spuren von zertretenen Beeren... Da hat jemand einen Hagebuttenteebeutel rumgeschleudert...Alles gut."
Ja, nee, nix gut. Wenn kein Herbst ist, gibt es keine Beeren auf den Bäumen und die Nummer mit dem Teebeutelweitwurf war auch irgendwie ein Lacher... Je weiter ich ging, desto näher kam ich dem ganzen... Eine noch nicht ganz getrocknete Blutlache an einer der Häuserecken, weitere fette Spritzer an der Hauswand.Tatort. Nur in echt. Kein Filmblut sondern echtes.
Mir wird eben auch noch ganz schlecht und mir ist ganz kalt, weil mir der Kreislauf abhaut, wenn ich das schreibe und lese.
Scheinbar waren es wirklich Schüsse... Ich weiß es bis heute nicht. Der Fleck ist lange schon weg, aber diese Ungewissheit und das vermutet Ausmaß der Situation bleiben. Bleiben als Spur in meinem Kopf und als Spur des Lebens. Hier bei uns in der bronxx...
Donnerstag, 26. Mai 2016
Biggy goes EM
Es ist Samstag. Die Sonne scheint. Bestes Wetterchen. Fast Sommer in der bronxx.
Und ich bin wieder mal mittendrin unterwegs zum Einkaufen. Vorbei am Marktstand auffem franky.
Und auch bei Biggy komme ich vorbei. Bei Biggy ist heute richtig action.
Biggy rüstet auf. Wegen Fußball und so. Pokal-Finale und EM werfen ihre Schatten voraus. Ebenso die neue Markise, die gerade an der Außenfassade vom Kiosk angebracht wird. Schließlich sollen es die fleißigen Biertrinken richtig schön schattig haben, wenn die Sonne ihnen auf den Kopp brezelt. Zu heiß ist auch nicht gut...
Sonnenschirme sind out, nehmen unnötig Platz weg und sind eben irgendwie nicht so richtig schick. Deshalb hat Biggy einen patenten Handwerker engagiert, der nun aus ein paar Holzbalken und aus lang die Meter Plastiklackfolie - kennt ihr vielleicht von Tischdecken - einen Sonnenschutz zaubert. Und weil man ja hier in Braunschweich is... natürlich in blau und gelb... is klar, ne?!
Es dauert jedenfalls nicht lange und dann steht äh hängt dat Ding anner Wand. Der Mann mit der Bohrmaschine, dem Hammer und den Nägeln hat richtig rangeklotzt. Zack noch eine Bahn weiß-blau-gestreifte Folie in Sitzhöhe an die Hauswand und eine zweite blaue Gartenbank davor, fertig ist die kleine neue Chillout-Zone in der bronxx. Schön mit Sitzkissen und allem Schnickschnack. Fast wie Terrasse. Am gleichen Nachmittag wurde die auch schon ordentlich frequentier, begossen und für gut befunden. Dem anschließenden Finale des DFB-Pokalspiels stand nun nix mehr im Wege. Außer ein paar verschossene Elfmeter, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Auch für die EM sind die Plätze in der ersten Reihe sicher. Endlich braucht niemand mehr ungeschützt im bösen Sonnenlicht am Pissoir auf dem Betonbänken zu verharren und Angst haben, dass er sich einen Sonnenbrand einfängt. Biggy hat jetzt ein lauschiges Plätzchen im Schatten für alle durstigen Kehlen. Den besten... Im großen Schaufenster. Ohne Glas. Umrahmt von blaugelben Gardinen, gemütlich und ungefährlich. Da geht auch mal ein kleines Bierchen mehr...
Übrigens: im kleinen Schaufenster bei Biggy ist schon EM. Sie hat wieder neu eindekoriert. In schwarz rot gold. Fußballe, Wimpel und einiges mehr schmückt die Fläche hinter der Glasscheibe rechts vom Eingang. Und von den Sitzplätzen da draußen kann man das auch super sehen.
Läuft beim Kiosk, würde ich sagen.
Biggy weiß, was gefragt ist... hier bei uns in der bronxx...
Und ich bin wieder mal mittendrin unterwegs zum Einkaufen. Vorbei am Marktstand auffem franky.
Und auch bei Biggy komme ich vorbei. Bei Biggy ist heute richtig action.Biggy rüstet auf. Wegen Fußball und so. Pokal-Finale und EM werfen ihre Schatten voraus. Ebenso die neue Markise, die gerade an der Außenfassade vom Kiosk angebracht wird. Schließlich sollen es die fleißigen Biertrinken richtig schön schattig haben, wenn die Sonne ihnen auf den Kopp brezelt. Zu heiß ist auch nicht gut...
Sonnenschirme sind out, nehmen unnötig Platz weg und sind eben irgendwie nicht so richtig schick. Deshalb hat Biggy einen patenten Handwerker engagiert, der nun aus ein paar Holzbalken und aus lang die Meter Plastiklackfolie - kennt ihr vielleicht von Tischdecken - einen Sonnenschutz zaubert. Und weil man ja hier in Braunschweich is... natürlich in blau und gelb... is klar, ne?!
Es dauert jedenfalls nicht lange und dann steht äh hängt dat Ding anner Wand. Der Mann mit der Bohrmaschine, dem Hammer und den Nägeln hat richtig rangeklotzt. Zack noch eine Bahn weiß-blau-gestreifte Folie in Sitzhöhe an die Hauswand und eine zweite blaue Gartenbank davor, fertig ist die kleine neue Chillout-Zone in der bronxx. Schön mit Sitzkissen und allem Schnickschnack. Fast wie Terrasse. Am gleichen Nachmittag wurde die auch schon ordentlich frequentier, begossen und für gut befunden. Dem anschließenden Finale des DFB-Pokalspiels stand nun nix mehr im Wege. Außer ein paar verschossene Elfmeter, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Auch für die EM sind die Plätze in der ersten Reihe sicher. Endlich braucht niemand mehr ungeschützt im bösen Sonnenlicht am Pissoir auf dem Betonbänken zu verharren und Angst haben, dass er sich einen Sonnenbrand einfängt. Biggy hat jetzt ein lauschiges Plätzchen im Schatten für alle durstigen Kehlen. Den besten... Im großen Schaufenster. Ohne Glas. Umrahmt von blaugelben Gardinen, gemütlich und ungefährlich. Da geht auch mal ein kleines Bierchen mehr...
Übrigens: im kleinen Schaufenster bei Biggy ist schon EM. Sie hat wieder neu eindekoriert. In schwarz rot gold. Fußballe, Wimpel und einiges mehr schmückt die Fläche hinter der Glasscheibe rechts vom Eingang. Und von den Sitzplätzen da draußen kann man das auch super sehen.
Läuft beim Kiosk, würde ich sagen.
Biggy weiß, was gefragt ist... hier bei uns in der bronxx...
Donnerstag, 19. Mai 2016
Gegenteiltag
Kennt ihr das? Diese Tage
an denen man das Gefühl hat, dass man in der Haut eines anderen
steckt?
Irgendwie wirkt plötzlich alles verzerrt, verzogen und passt nicht so richtig. Hmnnn.
Wir haben uns in diesem Rahmen mal einem kleinen Experiment unterzogen, dessen Zeuge ihr heute werden dürft. Nein, natürlich haben wir nicht an uns rumschnippeln lassen, aber lest selbst:
Wie bei kreativen Menschen so üblich kommen die besten Ideen immer dann, wenn man mal wieder bei einem Glas Guinness zusammen hockt und über allerlei Vorkommnisse der letzten Tage philosophiert.
Bei uns hier in der bronxx ist ja immer etwas los ... wirklich ... das fängt bei den besoffenen Bauarbeitern, die ab Nachmittag vorm hiesigen Supermarkt sitzen und mit Vodkaflaschen werfen an und endet spätestens dabei, dass schon wieder jemand meinen Kellerschloss geknackt hat – wohlgemerkt ohne etwas zu stehlen (warum also überhaupt ?!).
Jedenfalls ergab ein Wort das andere und plötzlich stand da ein Begriff im Raum und grinste uns frech von Oben herab an. Plop. Der Gegenteiltag war geboren.
Irgendwie wirkt plötzlich alles verzerrt, verzogen und passt nicht so richtig. Hmnnn.
Wir haben uns in diesem Rahmen mal einem kleinen Experiment unterzogen, dessen Zeuge ihr heute werden dürft. Nein, natürlich haben wir nicht an uns rumschnippeln lassen, aber lest selbst:
Wie bei kreativen Menschen so üblich kommen die besten Ideen immer dann, wenn man mal wieder bei einem Glas Guinness zusammen hockt und über allerlei Vorkommnisse der letzten Tage philosophiert.
Bei uns hier in der bronxx ist ja immer etwas los ... wirklich ... das fängt bei den besoffenen Bauarbeitern, die ab Nachmittag vorm hiesigen Supermarkt sitzen und mit Vodkaflaschen werfen an und endet spätestens dabei, dass schon wieder jemand meinen Kellerschloss geknackt hat – wohlgemerkt ohne etwas zu stehlen (warum also überhaupt ?!).
Jedenfalls ergab ein Wort das andere und plötzlich stand da ein Begriff im Raum und grinste uns frech von Oben herab an. Plop. Der Gegenteiltag war geboren.
Keine neue Erfindung,
zugegeben, aber dennoch immer wieder belustigend. An einem solchen
Tag ist es dir erlaubt dich völlig frei von deinen Gewohnheiten zu
machen und wie der Name alleine schon sagt – komplett ins Gegenteil
abzudriften. Damit der Name auch wirklich Programm ist, haben Frau
Climbing Rose und ich uns eine Kleinigkeit einfallen lassen um euch
ein wenig aufzurütteln. Also darf Peterle heute mal was schreiben :)
Stellt euch also folgendes
Szenario vor – ich streife mir das Röckchen und die schwarzen
Lederstiefel über und überreiche dann sogleich meinen Vollbart an
unsere Kletterrose – die Show kann beginnen. Wir treten zusammen
aus dem Haus und flanieren über eine völlig blank polierte Straße
die im Schein der Blauen Sonne am orange farbenem Himmel in ein
hartes hellblau getaucht ist. Am Straßenrand steht die nette alte
Dame, welche immer so freundlich gegrüßt hatte und wirft plötzlich
allen wüste Beschimpfungen entgegen. Besonders jene, die sich an
diesem Morgen rückwärts fahrend bereits auf dem Weg in den
Feierabend befinden werden von ihr nicht geschont.
Wir gehen weiter zum
ehemals Frankfurter – nun Wiener Platz, da kommt uns der Rapper
eine Arie nach der anderen schmetternd entgegen. Als er uns sieht
verstummt er kurz, stimmt dann aber abrupt in das Pfeifen einer Horde
Bauarbeiter zu unserer Rechten, welches wohl nun mir gegolten hatte,
mit ein.
Hinter des Kasse im
Supermark erhalten wir einen Kurzvortrag des Kassierers über das
Wachstumsverhalten von Litschis ehe er den Gartenpinkler davon
abhalten muss ins das Gemüseregal zu urinieren. Wieder draußen
schleichen riesige gefleckte Katzen an uns vorbei, bis wir mit
bedauern feststellen, dass der Chinese um die Ecke nun für alle Zeit
seine Pforten geschlossen hat. So ein Pech.
Also ziehen wir ab, winken
noch kurz der nun vorwärts laufenden, rückwärts laufenden Frau die
uns freundlich zunickt und mit ihrem neuen Freund, der Schiefe Mann
der nun nach vorne statt nach Hinten gekrümmt ist, Händchen haltend
von Dannen zieht.
Letztlich beschließen wir
uns ins Bitgam zu setzen und bei einem Weißbier weiter zu überlegen
was heute noch zu tun sein, da streift plötzlich ein Großer Wagen
mit langem Schlauch vorbei der fein säuberlich nebst jedem Baum
einen frischen Hundehaufen mit einem lauten Flopp-Geräusch
platziert.
Spontan hat sich der
Appetit auch gleich wieder verflüchtigt also streifen wir doch noch
weiter durch unsere xxnorb, sehen aus der Ferne wie die alte mit dem
Kinderwagen in lustigem Engelsgewand ihr Wägelchen Richtung
Sonnenuntergang schiebt und entschließen uns dass es wohl genug
wirres Zeug für heute war.
Also gehen wir zurück in
meine Wohnung, der Schwarze Peter bekommt seinen Bart zurück und die
Climbing Rose darf wieder in ihr alt gewohntes Outfit schlüpfen. In
der Hoffnung dass damit wieder alles beim Alten ist, beschließen wir
diesen Tag und lassen sicherlich bald wieder von uns hören, oder
viel mehr – aus der bronxx.
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