Donnerstag, 25. Mai 2017

bronxxer Lenkersturz

Ein klassischer Samstag in unserer bronxx beginnt für mich mit einem späten gemütlichen Frühstück. Danach dann unter die Brause und los zum Einkaufen.
Geld, Rucksack, Taschen und meinen EKZ zusammengesammelt und dann ab die Post. EKZ steht übrigens für Einkaufszettel. Seit ich selber schreiben und für mich sorgen muss.
Auf dem Weg nach unten noch schnell den Müll gechartert, keine Leerfahrten. - Ein Eisenbahnerkind ist eben anders als andere. -


Die Lebensmitteljagd ist relativ schnell erledigt. Die üblichen Geschäfte in der Umgebeung geben - jedes auf seine eigene Art - alles für den Kletterrosengaumen her. Tja, wenn es nur nicht immer alles so viel wäre... Die Posten auf dem EKZ werden nämlich regelmäßig durch spontane Wünsche vor Ort ergänzt. Dann stehe ich schlussendlich am Band an der Kasse und hoffe, dass das alles in meinen Rucksack passt. Same procedure as every saturday und so auch heute wieder.

Gefühlte zehn Kilo auffem Buckel und dann noch je drei- bis fünftausend Gramm rechts und links an die Lenkstange vom Gefährt gebammelt, trat ich den Heimweg an. Schön den kleinen Schleichweg an der Baustelle und an Harry's Bierhaus vorbei. Wie immer.
Auf halber Strecke sehe ich noch eben wie der eine Beutel vorne links Anstalten macht, sich dem Vorderrad gefährlich zu nähern. Böses ahnend, ziehe ich ihn weiter nach außen. Doch irgendwie will der nicht und das Schicksal hat in dem Moment andere Pläne mit mir vor...

Mein Gehirn schaltet meine Augen auf Zeitlupe und dann kann ich mir schön in Ruhe ansehen, was kommt und kommen musste. (Schön ist hier natürlich ironisch gemeint. Denn ihr kennt es. Es ist nicht witzig, sich selbst dabei zu beobachten wie man gerade ziemlich große Scheiße baut und sich aber auch so gar nicht dabei bremsen kann.)

Mein Fahrrad stoppt abrupt seine Fahrt, das Vorderrad blockiert. Gleichzeitig versuche ich noch durch Bremsen das Ganze irgendwie abzumildernd. Unnützes Unterfangen, weiß ich selber. Aber ich will am Ende nicht die sein, die nicht alles versucht hat.
Als nächstes werde ich unsanft aus meinem Sattel befördert. Ich will natürlich so gar nicht, aber, wenn ich mich jetzt weiter festhalte, wird es echt übel. Ich lasse los. Und das ist auch gut so. Meine Hände brauche ich nämlich, denn der asphaltierte Radweg kommt immer näher. Und der Lenker, der mir noch den Weg versperrt, auch. (Boah, Schweißausbrüche beim Schreiben...)
Inständig hoffe ich, dass ich mir weder Nase, Kopf noch die Gusche aufhaue. Sieht doch auch echt blöd aus und ich bekomme nachher noch Besuch...
Ich reiße meine Arme nach vorne, spüre meinen Rucksack von hinten meinen Oberkörper nach vorne drücken und falle und falle und falle...

Dann endlich, der Aufprall. Ich habe es geschafft, bin auf dem Asphaltboden der Tatsachen gelandet. Sammele mich kurz, prüfe meine Extremitäten durch und befreie mich von meinem Rad, das kreuz und quer über und unter mir liegt. Ich sehe mich um, Gott sei Dank ist da keiner und war Zeuge. Puh, zittrig stehe ich auf und sortiere meinen1 Krams und das Rad. Das Schutzblech des Vorderrades hat sich so galant gefaltet, dass ich es nur tragend nach Hause bewegen kann.
Bis auf eine kleine Platzwunde am Knie, schmerzt es mich kaum. Ich bin nur wütend. Weil ich jetzt - neben dem Einkauf - auch noch den Drahtesel nach Hause schleppen darf.
Und die mitleidig interessierten Blicke der Passanten bringen mir herzlich wenig. Grummel! Statt zu glotzen könnten se mir ja auch mal helfen. Aber, das macht dann wieder keiner...
Ewigkeiten später gelange ich zuhause an. Zack, erstmal Arnica einwerfen, Schock verdauen und in den social media ein wenig Mitleid erheischen. Ja man, ich bin auch nur ein Mensch! Knapp der großen Katastrophe vom Sattel gehüpft und nach ein paar Tagen und blauen Flecken nun auch wieder fast schmerzfrei.

Also, folks, Augen auf im Verkehr und anderweitig! Und bitte nicht nachmachen! Absteigen geht anders... hier bei uns inne bronxx!

Donnerstag, 18. Mai 2017

Hömma

Werter Unbekannter!

Wie an jedem anderen Tag schaute ich auch heute erwartungsvoll in den Briefkasten, als ich von der Arbeit nach Hause kam. Ich weiß nicht wirklich, auf was ich da eigentlich so wartete, aber heute schien es sich gelohnt zu haben. Es lag tatsächlich was im Kasten.
Ein Buch! Oh, lass mal gucken. Ein Taschenbuch. "Radio Heimat" heißt es. Und zwischen den Seiten steckt ein gefalteter Zettel aus Umweltschutzpapier. Wie ein Lesezeichen. Und mit schwarzem Filzer hat jemand meinen Namen draufgeschrieben. Eine Männerhandschrift. Das sehe ich gleich.

Spontan habe ich einen Freund, der mir das sicherlich hat zukommen lassen, im Verdacht. Bedanken muss ich mich noch. Ja, mache ich die Tage bei facebook.

Tja, und so gehen die Tage ins Land. Das Taschenbuch liegt bei mir im Wohnzimmer und ich habe mich noch immer nicht bedankt. Doof...

Dann, der vermeintliche Schenker schreibt mir eine Botschaft. Oh, ja. Und, übrigens danke noch für das Buch! Er ist irritiert. Ich auch, denn: Er war das nicht.

Was nun? 

Ich nehme den Zettel aus dem Buch. Vielleicht finde ich dort den Absender. Beim Auseinanderfalten entdeckte ich den Brief an mich.
Oben und unten wieder mit dem schwarzen Filzer geschrieben. Dazwischen mit Schreibmaschine weitergemacht.

Ich lächele vor mich hin und bin berührt. Das ist eine echte Fanpost! Von einem Mann, der aussem Ruhrpott kommt, und nun inne bronxx lebt. Er schreibt was von Trallafitti und so.

Wie genial! Einer aus dem Land des Lattenjupps, der den blog gerne liest. Und es hat ihn an dieses Buch erinnert.


Hömma! Ich danke Dir, lieber Unbekannter! Besser kann es nicht sein! Ehrlich! Und, ich werde es lesen! Versprochen! Wenn ich wieder genug Zeit habe.
Und ich weiß, es wird gut werden, hömma!



Und vielleicht weiß ich bis dahin auch, wer Du bist...
Oder wisst ihr das vielleicht?!



Lieben Gruß

die bloggerin aus der bronxx

Freitag, 12. Mai 2017

Keine Thermik

Sie hat schon lange irgendwie Probleme gehabt, wurde nicht mehr richtig warm und heizte auch nicht mehr konstant und gut auf.
Und das irgendwie gefühlt seit Jahren. Heizen, abwaschen und auch noch duschen? Alles auf einmal? Das wurde ihr alles zuviel, das packte sie so gar nicht mehr. Wie eine alte Lady, die schon viele Jahre auf dem Puckel hatte, wollte sie lieber ganz ruhig und behäbig ihren Dienst tun. Sich schon gar nicht überarbeiten...
Zum Schluss und zu allem Übel verlor sie auch noch Wasser und tropfte tagtäglich über Stunden vor sich hin. Unaufhörlich und stoisch war - wenn alles still wurde - in der Küche ein leises kontinuierlichs Tropfgeräusch zu hören...

Da bekam ich das erste Mal richtig Angst: um sie und um uns. Was, wenn sie plötzlich gar nicht mehr kann? Wenn nun - statt Wasser - auch noch Gas austritt? Dann hätte ich im schlimmsten Fall ein ganzen Wohnhaus auf dem Gewissen und keine Bleibe mehr.
The bronxx big boom bang sozusagen. Damit wäre ich zwar in die Geschichte dieser Stadt eingegangen, aber halt auch bei drauf.
Wollte ich nicht und sollte ich wohl auch nicht.
Denn: erstmal Vermieter anrufen und dann die Gas-, Wasser-, Glitzer-Fraktion. Glitzer deswegen, weil Sch...e sagt man ja nicht.

Zwei Tage später kam dann Cheffe persönlich in meine Hütte und der minutenkurze fachmännische Blick hatte die Lage bestens im Griff: Ventil kaputt. Nun musste der Vermieter nochmal ran, in sein Portemonnaie gucken und ne Entscheidung treffen.
Wieder drei Morgende später war er soweit. Ich darf ne neue!
Und alle so yeah!

Aber ihr kennt das, wenn Handwerkers kommen? Zwischen 10 und 16 Uhr bereithalten. Ja gut. Nicht. Arbeiten muss ich nun auch nochmal und nen Tag Urlaub war mir das nicht wert. Machen meine Nerven auch nicht mit. Hier frierend im Kalten zittern, ob ich es Nachmittags warm haben werde... Nee, lasse mal. Isolde bot sich sodann an. Sie ist unsere älteste blog-Liebhaberin und war auch bei der allerersten Lesung am Start.
Jetzt war sie auch da, kam mit ihrem Rentnerchopper die zigtausend Stufen in den zweiten hochgekeucht und saß brav einige Stunden bei mir auffem Sofa. Enstpannt!
Man konnte ja auch nicht Pippi gehen, weil die das Wasser abgestellt haben. Und kurz vor meinem Abflug hatte ich das letzte "Einmal-geht-noch" (so der Meister im Blaumann) für mich inne Fliesen gekachelt...

Hach, ich war ja so gespannt auf meinen Feierabend an dem Tag. Und es war groß, gannz groß. Denn, mich erwartete eine warme Hütte und ein neues Gerät. Leise vor sich hinbullernd.
Nicht mehr diese stündlich entfachte gefühlte halbe Bombenexplosion. Ebenso der Blick in die offene Flamme bleibt mir zukünftig erspart. Hatte ja auch immer irgendwie was bedrohliches bei. Das ist nun Geschichte! 
Und ich sage Euch, ich feiere mein heißes Wasser, meine warme Bleibe und das Duschen OHNE Temperaturschwankungen. Stundenlang, wenn man will... Ich bin glücklich!
Also, keine Thermik mehr inne bronxx. Zumindest bei mir in der Butze... Noch was im Vertrauen: und die Handwerker erst...
Aber psst!

Donnerstag, 4. Mai 2017

WRG im Internetz

Unsere bronxx ist im Internetz. Also jetzt so richtig und ganz in echt. Und nicht nur als blog sondern eben richtig. 
Das WRG probiert sich aus im Netzwerken, also im www.
Und das kam so: Vor Wochen flatterte uns allen hier ein DIN A 4-Zettel ins Haus. Eine Einladung, kostenlos an einer Nachbarschaftsplattform teilzunehmen. Von Nachbarn für Nachbarn und so. Wenn man mal jemanden sucht, zum Aushelfen, Babysitting, zum Laufen oder einfach nur so. 

Als Gastgeber war Rico aus der Arndtstraße angegeben und eine Internetadresse, die man in den Browser eingeben sollte. Mit Registrierung uns so.

Erstmal hat mich der schwarze Peter angehauen, ob ich auch so ein Ding bekommen habe. Ja - hab ich! Dann haben wir etwas skeptisch geguckt. Als nächstes haben unsere Augen plötzlich aufgeleuchtet. Wir beiden hatten denselben Gedanken dabei: Cool, Werbung für unseren blog machen. Dann war wieder die Skepsis dran: Was soll das denn sein? Wer steckt dahinter? Und warum eigentlich? Abschliessend auch die noch entscheidendere Frage, wer von uns beiden
überhaupt noch Zeit übrig hat, das ganze Ding mal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Tja, es war eigentlich klar, die Entscheidung fiel auf mich. Oder hatte ich es freiwillig angeboten? Egal...

Und, wie das immer so ist, anfangs lag der Zettel von nebenan.de in der Ecke, wurde hin- und hergeräumt, mit einem Kaffeetassenkringel verziert und vor zwei Wochen habe ich die Einladung dann endlich angenommen. Das war ein Akt, kann ich Euch sagen! Weil, ja weil ich mich mit unserem bsbxx.blog-Namen dort anmelden wollte. Pfiffig wie ich bin. Die Admins von der Seite sind aber auch nicht ohne und ebenso schlau wie ich und haben den Plan durchkreuzt. Ein Foto von meinem Perso wollten sie nämlich auch haben zur Idenifikation. Spätestens da fiel der ganze Zauber dann auf...

Grummel! Ich gebe es ja zu, ich wollte mich ein wenig verstecken. Künstler und deren Freiheit und so.

Bei nebenan.de gildet das aber mal so gar nicht. Läuft eben nicht. Klarname oder nix Profil. Basta. Konsequent und gut eigentlich. Nach langen Emails mit den freundlichen Admins kam ich dann nun endlich in die Nachbarschaftsplattform.
Hier tummeln sich - neben mir - zig andere weibliche und männliche Bewohner des WRGs. Meine hood heißt hier "unteres-westliches-ringgebiet". Alle Teilnehmer aus diesem Gebiet - der bronxx quasi - können sich dort mit oder ohne Bild begucken, sind mit ganzem Namen angezeigt und entscheiden alleine, ob und wieviel ihr Profil über sie verrät. 

Menschen aus angrenzenden Wohnvierteln, z.B. dem "äußeren westlichen ring" dürfen auch mal bei mir in meine virtuelle kleine Internetwohnung auf dem Portal gucken. Sie erfahren wiederum nur meinen Vornamen und den Anfangsbuchstaben des Nachnamens abgekürzt. Sind ja auch nicht so direkte Anwohner und Nachbarn. Man bleibt ein wenig geschützt und kann dann je nach eigenem Ermessen entscheiden, wie weit andere in die Privatsphäre Einblick haben dürfen.

Haste Dein Profil also erstellt, haben Dich die Admins geprüft, ob de auch n echter Nachbar bist und durchgelassen, dann kannste praktisch loslegen: Kontakte knüpfen, den Partner fürs Leben finden, Deine Hund an nen anderen Mann bringen oder jemanden finden, der ne coole Idee hat, wo man abgefahrene Fotos von Deinem Auto machen kann. So inner Botnik vorm alten Baum oder nahe dem Schrottplatz vielleicht. Und so weiter und so fort... Praktisch alles.



Ihr merkt schon, das WRG wird jetzt modern, mit eigenem Netwerk und so. Quasi ein bronxx-Intranet.

Und wir sind mittendrin. Wenn ich den blog demnächst dort vorstelle, dann noch mehr... Also, benehmt Euch, wir müssen einen guten Eindruck machen, sonst liest uns keiner. Oder die glauben, das sei hier alle bloß erfunden...
Solltet ihr selbst Lust haben, mitzumischen, dann mal los. Ist eine tolle Sache und völlig kostenlos. Mehr ist mehr! Wie immer, hier bei uns in der bronxx...


Freitag, 28. April 2017

Trennkost

Trennen ist in. Besonders was den Müll angeht. Und in Braunschweig sowieso. Hier gibt es ja seit Jahren entsprechende Container und Mülltonnen für alles. 
Bei uns im Gang zum Haus steht eine ganze Armada von Tonnen. Große, kleine, noch kleinere und schön farblich sortiert. 
Die schwarzen sind für den Hausmüll. In der großen gelben landet das Plastikzeugs. Papier, Karton und Co kommt in die blauen Tonnen. Und die kleine grüne schluckt Gartenabfälle und anderes kompostierbares Gedöns.
             Das ist bei Euch so und bei uns hier im WRG natürlich auch. Und haste mal viel Karton, bringste das gefälligst in den ganz riesigen Container, den die Stadt kostenlos überall abgestellt hat. Haste gelesen, Herr Nachbar??? Also, nicht halb IKEA leerräumen und dann unsere blauen Tonnen hier wochenlang verstopfen! Noch uncooler: die Regalkartons unzerkleinert oben auf die Tonnen zu legen. Da haste echt so ne Kravatte, wenn da morgens dran vorbei gehst!

Das Gefühl muss wohl auch jemand in der HBK gehabt haben, als er (oder sie) dort die Hausmüllcontainer mit Argusaugen untersucht hat. Haben sich doch die Kommilitonen erdreistet, leere Rotweinflaschen - und derer gleich zwei - hübsch verpackt in einer Mülltüte in die schwarze Tonne zu legen. Der gelbe durchsichtige Zugbandbeutel mit dem prequären Inhalt war einfach ungeniert im Hausmüll verklappt worden. Warum auch immer: Keine Zeit, keine Ahnung, keine Lust...
Und hier in Deutschland sprich in Braunschweig sprich in der bronxx bleibt kein Verbrechen ungesehen. Und schon gar nicht ungesühnt.
Prangte doch schon am nächsten Morgen ein DIN A 4 Fotoprint an der Gemeinschaftspinnwand. Darauf war der ominöse Fund, gestochen scharf abgeknipst, zu sehen. Darüber prangte eine handschriftlich verfasste Notiz mit der Aufschrift: MUSS DAS SEIN????? DAS GEHÖRT DOCH IN DEN GLASCONTAINER!!!!!



Es leben die Satzzeichen in erhöhter Auflage und die Grußbuchstaben. Das Gebrüll des erbosten Ghostwriters. Und statt der Entnahme der falschen Einwurfartikel hat er lieber ein Bild geschossen und es in Farbe aus dem Drucker geschoben.


Und was kommt jetzt? Ein Karton? (Für die alten Hasen unter Euch war das ein uralter Witz aus einer Fernsehreihe. Die jungen Hascherl überlesen das, okay?!) Tja, der geneigte blog-Leser weiß ja nun, dass hier im WRG immer alles anders kommt als man es sich so denkt.


Dementsprechend geht es auch schon einen Tag später am schwarzen Brett in der HBK munter weiter mit dem Müllfahndungsplakat. Diesmal bappt mitten im Foto - schräg unter den Rotweinflaschen im Plastemantel - ein kleiner Aufkleber. Er ist von weißem Untergrund und dicke schwarze Lettern künden in Druckschrift eine kurze, aber klare Kampfansage: Verklag mich doch! 
Sparsam im Gebrauch an Ausrufezeichen, dennoch krass in der Aussage.
Eine künstlerisch wirksame Kriegserklärung. Alter, wir haben jetzt beef! Und zwar kreativ!

Was aus den beiden Streithähnen wurde? Niemand weiß es. Nicht mal Nils. Irgendwann waren alle Zettel abgenommen und entsorgt. Wollen wir mal hoffen, dass sie rechtmäßig in der blauen Tonne gelandet sind! Aber nun gut, wie heißt das immer so schön: im Zweifel für den Angeklagten.
Also, lasst Euch nicht erwischen. Beim Trennen. Und auch sonst nicht. Die bronxx sieht alles! 


Donnerstag, 20. April 2017

Sommer, Sonne, Sand und Palme



Also, ich habe gerade Urlaub. Der erste richtige in diesem Jahr. Und wie alle Büroleute, mit Ausnutzen der Feiertage und so… Habe ich mir auch mal gegönnt.
Dann werden aus fünf Tagen schnell mal neun.

Zeit genug, um zu Entspannen. Zeit genug, um durch das Grün des Parks zu laufen. Dann am Eingang der Strandbar die Schuhe auszuziehen und barfuß über den Holzweg durch den weißen Sand zu laufen. Wohlig spüre ich dessen Wärme zwischen meinen Zehen. Die Sonne hat die winzig kleinen Körner aufgeheizt und meine Füße versinken in ihnen.
Ich schaue mich um und möchte mir schon mal einen schönen sonnigen Sitzplatz sichern.
Einen Sonnenstuhl, am liebsten einen gleich an der Oker. Von der Sonne verwöhnt, die frische Kühle des nahen Wassers genießen.
Da bisher nur wenige andere Besucher den Weg hierher gefunden haben, bestehen gute Chancen auf einen solchen Platz in der ersten Reihe.
Jetzt fehlt nur noch ein leckeres Getränk… Ich gehe immer noch durch den heißen Sand, geradewegs auf die Strandbar zu. Die Warteschlange ist kurz und so bin ich schon bald an der Reihe. Heute nehme ich mir eine Orangina mit Strohhalm mit zu meinem ausgewählten Plätzchen. Der Sonnenstuhl aus rotem Segeltuch erwartet mich schon. Ich fege einige Sandkörner vom Stoff und lasse mich genüsslich in den Sitz sinken, stelle meine Schuhe und meine Orangenbrause in den Sand ab. Ich strecke meine Beine aus, wühle mit den Füßen behaglich im Sand und blicke verträumt auf das Wasser. Die Oker mündet in ganz sanftem Wellengang immer mal wieder ans Ufer. Sie durchsäumt den Bürgerpark ebenso wie einige Teile unserer Stadt. Heute ist sie klar und eine frische Brise steigt von ihr aus zu mir nach oben an den Bootssteg. Hier sitze ich unheimlich gerne, schaue aufs Wasser, beobachte alle Boote, die kommen und gehen.

Ich schließe die Augen und träume vor mich hin. So muss Urlaub sein, Erholung und Entspannung. Dann nicke ich ein wenig ein…

Als ich wieder erwache, liege ich in meinem Wohnzimmer auf meiner Couch. Huch, ich war eingeschlafen. Eigentlich wollte ich ja einen neuen blog-Beitrag fertigmachen. Doch, ich habe Urlaub… Also, einen Gang runterschalten. Und die Heizung hochfahren oder besser noch den Kamin. Denn, es ist Winter. Es schneit – mitten im April – und mir ist kalt. Und den Leuten in der Okercabana wird auch kalt sein. Noch stehen da keine Strandstühle im nassen Sand. Und die Bar wird seit Ostern leider momentan vergebens auf Besucher warten… Dabei ist es so richtig schön da. Schon seit Jahren und die Zeit dort verbringen ist wirklich immer wie ein bisschen Urlaub machen. Schon von weitem weht die rote Palme und lädt die Gäste ein zum Chillen im weißen Sand. Und das mitten im WRG. Hier bei uns in der bronxx…


Donnerstag, 13. April 2017

Zum Teufel mit dem Detail

Momentan versuche ich, meine Lebensmittel auch mal in den anderen Supermärkten des WRGs zu erstehen. Dennoch lande ich schlussendlich immer wieder in unserem Spezial-Laden inner bronxx.
In letzter Zeit war da ein häufiger Personalwechsel zu verzeichnen.
Der graue muffelige ist weg, die blonde Zipfelmütze scheine ich wohl immer zu verpassen und die sympathische türkische Mitarbeiterin wohnt wahrscheinlich dort. Mit ihr auch eine Freundin vom schwarzen Peter, die seitdem sie den blog kennt, auch mich stets freundlich grüßt. Sie so vor ein paar Wochen zu mir:"Dich kenne ich. Von facebook und aus dem blog." Läuft doch, würde ich mal sagen.

Der Kollege "Harte Erdbeeren" ist am dritthäufigsten hinter der Kasse zu finden. Er hat immer ein Lächeln im Gesicht und nimmt seine Kunden hinterm Band gelassen und geduldig in Empfang.

Und stellt Euch vor, neulich waren sogar die Rückwärtsgeherin und Mutti Feuerhexe gemeinsam im Geschäft. 

Vorwärts und mit sonniger Miene haben se beide in trauter Eintracht ihr Abendessen gekauft.
Ich konnte das Szenario ganz in Ruhe von Kasse zwei aus beobachten. Es war nach meinem wohlverdienten Feierabend, als ich nach getaner Arbeit tierischen Kohldampf hatte und mir dringend was hinter de Kiemen schieben musste. Ich wusste nur nicht was, als ich vom Rad sprang und in den Laden flitzte. Irgendwas warmes sollte es werden. Dose? Och nö... Pizza? Nicht schon wieder. Selber kochen? Puh, zu hungrig. Blieb einzig und allein noch die TK-Abteilung. Na, mal gucken, was mich und meinen Magen hier so anlachen wollte.
Da, Tortellini mit Gemüse in Sahnesauce. Wer sagt es denn. Die kenne ich, geht schnell, gelingt immer und klebt nicht. Also. Jetzt nur noch was zum Trinken und eine Doppelpackung Küchenrolle. Brauche ich immer und für alles.

Danach anne Kasse. Inne Schlange. Na, super, warum müssen die ausgerechnet j e t z t alle einkaufen, hatten doch 'n ganzen Tag Zeit. Die Hälfte von denen, ach, was sag ich, alle, bestimmt alle, waren nicht arbeiten und kommen jetzt aus ihren Kojen raus zum Einkaufen. Ich habe Hunger, lassen sie mich durch.
Kasse zwei wird aufgemacht, die Schlange verkürzt sich im Nu und ich entscheide mich für den Kassiermann mit den harten Erdbeeren. Das wird bestimmt lustig, weil garantiert wieder so ein Knaller passiert. Das ist Programm bei ihm.

Gleich bin ich dran, es wird auch Zeit, denn mein Magen hängt schon inne Kniekehlen.
Alle vegetarischen Freunde lesen gerade mal weg: Halbes Schwein auf Toast wäre jetzt exakt das Richtige.
Ja, ich hab ja Tortellini. Die lege ich zusammen mit dem anderen Krams aufs Band, wo der Kunde vor mir seine beiden Rotweinpullen und die Wurstpackung bereits geparkt hat. Der beste Kassierer der bronxx begrüßt ihn, zieht die wahllos drappierten Waren über den Scanner und sagt dann die Summe an:"Sechseurosechsundsechzig." Nach einer kurzen Schrecksekunde grinsen beide sich ein. Erst für sich selbst und dann nochmal einander zugewandt. Die ganze Szenerie steht kurz still. Wie in einer Slowmotion - ja ja, ich weiß, zuviel denglish und so, also Zeitlupe auch beim Film genannt -.


Dann geht es im Normaltempo weiter. Der Kunde zückt seinen Geldbeutel und legt einen Schein aufs Tresen. Ebenso zügig rückt unser Supermarktsunnyboy das Wechselgeld raus, das ihm das Kassendisplay anzeigt. Juchuh, gleich bin ich dran...
Und dann kommt's. Noch bevor die jetzt und auf alle Ewigkeit folgende Frage überhaupt gestellt werden kann, wirft der Herr vor mir hastig ein "Den Kassenbon will ich aber lieber nicht. Den kannste behalten" in den Ladenraum. Wieder lächeln sich die beiden Männer wissend an und nicken sich zu. Dann zieht mein Vorgänger endgültig von dannen. Schnell weg hier...


Denn manchmal steckt der Teufel nicht im Detail sondern in vollen Zahlen. Auf den Bons. Hier bei uns inne bronxx...