Donnerstag, 15. Februar 2018

Sperr ma den Müll weg
















So, heute probieren wir hier inner Hausgemeinschaft ma was ganz neues aus: Abholung von Sperrmüll. Und das Ganze im Kollektiv. Jaha, wir leben hier zwar im Westen, aber zusammenhalten tun wa manchma wie im Osten. Und so auch für heute. Na, ja, genau genommen ist eigentlich morgen erst der Termin. Aber heute Abend, bei Nacht und Nebel und womöglich noch Schnee, machen die Nachbarn ausser bronxx schwer einen auf Leidensgemeinschaft. Dann werden nämlich nach der Tagesschau die eigens gesammelten Werke unten anne Sch-straße gestapelt.

Ich bin gespannt, was und wer da so alles auflaufen wird. Vor gut einem Monat habe ich bei uns unten im Treppenghaus einen Aushang gemacht und diese gemeinsame Aktion angeregt. Zunächst passierte gar nischt. Dann kam von obendrüber verstohlen der Hinweis darauf, dass man ja nur mit einem einzigen Brettchen dienen könne und sonst alles andere an Hab und Gut noch irgendwie bestens gebrauchen und verwerten könne.
Der Tänzer unten hatte och nüscht, aber immerhin schon genaue Infos zu Alba (in deren Hand die städtische Müllabfuhr fest gehalten wird), dem Ablauf und den Kosten parat. Wie praktisch...
Und dann nach weiteren drei Tagen bimmelte die Nachbarin zur rechten und hatte den ganz großen Wurf: klar, wir sind dabei. Ihr Männe hatte scheinbar schon fleißig im Freundeskreis die Mülltonne getrommelt und nach und nach wurde aus der einsamen Sperrmüllrausstellerin ein ganzes Kollektiv. Tja, und jetzt sind wir ganze vier Parteien, jeder zahlt nen Appel und nen Ei - okay plus ein Euro fünfundsiebzig - und kann lang die Meter unten hin stapeln. 

Alba und de Männer mit den blauen Autos wissen bescheid, haben per Mail das ganze laufende Band angegeben bekommen und werden morgen früh dann in aller Ruhe tutti kompletti ihren Schredder-LKW befüllen. Ich bin sicher, das die anderen sich auch nicht lumpen lassen werden und ihr Anteil am großen Haufen mindestens genauso groß sein wird wie der meine.
Später mehr dazu... Wie gesagt, im Dunkeln ist gut munkeln und gut Keller entrümpeln... Dann ist ab neune drei zwei eins und endlich weg ist meins.
Ich bin happy. Fast für umme, nur runtertragen, nicht selber zur Frankfurter karren und noch ein gratis Kollektivnachbarschaftscrossoverkellerentrümpeln: Sch- und O-straße machen Ernst und gehen aufs Ganze...
Und wehe, wehe ihr kommt hier nachher noch rum und peilt den Stapel oder die Lage. Oder nehmt Euch da was oder legt noch was dazu... Dann gibt's Ärger hier bei uns inne bronxx. Schließlich wisst ihr ja, wessen Haus hier alles so wohnt und was hier so passieren kann, wenn man nicht bei zweieinhalb ganz brav auffen Franky is...


Donnerstag, 8. Februar 2018

Beim Barte des Studenten

Letzten Samstag habe ich mir mein Geschenktütchen geschnappt, mich so'n büschen uffgehübscht und bin dann so etwa gegen 21 Uhr über'n Fränkie getrippelt. Nach gut zehn Minuten Fußweg, einer Klingel, einer Haustür, zwei Treppen und einer Wohnungstür, wurde ich begrüßt von zwei jungen Männern mit Bart. 
Von drinnen kam mir ein warmer Duft nach herzhaft frischgebackenem entgegen und natürlich das Geburtstagskind himself: der schwarze Peter. Wieder ein Jahr länger inner bronxx gelebt, geliebt, gelitten und gearbeitet und das sollte gebührend gefeiert werden. Oben in seiner Studentenbude, mit lecker Essen und allem, was das Spirituosen-Regal im Supermarkt unseres Vertrauens so hergab.

Ich also rein in die gute Stube, den Nils geknuddelt, meine Gaben überreicht und dann kam der dritte bärtige Kollege aus der Küche zur Begrüßung. Ach ja, nicht nur die Hütte ist voll mit dem haarigen Thema in allen Variationen... Nein, heute war wohl scheinbar irgendwie Bartabend deluxe. Da ich ja diese Vorliebe meines blogger-Kritzlers kenne, habe ich auch unter meine Geschenke etwas verpackt, was dieser Leidenschaft zugute kam. Habe sogar extra alle Mitbringsel in Papier verpackt, auf denen bärtige Berühmheiten zu sehen waren.(Die meisten von denen kannte ich nicht mal. Aber egal, hauptsache auch Haare im Gesicht...).


Nach und nach klingelte es und es trudelten noch viele weitere Geburtstagsgäste ein. Und die meisten hatten... richtig.. einen Bart. Da kommste Dir als Frau echt schon komisch vor, fast wie nackich. Doch, kreativ, wie Künstler nun mal sind, gab es auch hierfür Lösungen: Bärte zum Aufkleben. Gleichberechtigung für alle! YEAH!!
Jede der anwesenden Damen, Mädels, ladies - whatever - durfte sich ein passendes Teilchen aus der Angebotspalette aussuchen. Die reichte von "Schnauzer" bis "Pornobalken". (Jaha, stand original so auf der Packung.) Und dreimal dürfter raten, wer sich letzteren untere Nase gebappt hat... Korrekt! Icke... Wer sonst!

Erstaunlicherweise passten die Damen des Abend farblich astrein zu der reichhaltigen Auswahl an Klebebärten. Das war ein echter Spaß!
Und nun hatten alle irgendwie Haare um die Lippen.


Meine waren mit der Zeit leider sehr anstrengend zu tragen. Zum einen hing das Essen da drin (ihr seht schon, ich muss üben und das auch schon bei der Nur-Kurzhaar-Version). Zum anderen war der Kleber echt fies und spannte tierisch auf der Haut. Kurzerhand montierte ich mir das Teil auf die rechte Handfläche. Immer noch solidarisch, aber eben artgerecht...
Leider musste ich die Party denn auch vorzeitig verlassen, denn zuhause riefen meine Mutterpflichten einmal mehr. Mein Sohn traute seinen Augen nicht, als ich nach Hause kam: die haarträchtige rechte Hand und das wiederum an seiner Mama. Aber, als Kind der Kletterrose ist man sicher einiges gewohnt von der Ollen und wundert sich über fast gar nichts mehr. Ich erzählte ihm dann fix vorm Zubettgehen noch vom überaus leckeren Buffett, bestellte Grüße von den Bartmännern und klärte über den Kleber auf meiner rechte Flosse auf.

Da nimmt das Kind ganz trocken den Pornobalken, hält ihn mir über die Nase zwischen die Augen und meinte:"Geil, Mama, voll die Monobraue."
Ich habe abgefeiert, das zweite Mal an diesem Abend. Dafür liebe ich dieses Kind und natürlich immer wieder unser Leben und noch mehr unsere bronxx!




Donnerstag, 1. Februar 2018

Eine kleine Landpartie
















 
Unser kleiner Mikrokosmos genannt 'Westliches Ringgebiet' ist ja gar nicht so klein. Viel größer als man denkt. Jenseits des FRÄNKY gibt es auch noch eine ganze Menge zu entdecken. Tiere anschauen, die Großen in echt und so, Gartenzwerge bewundern, an Spielteichen herumdümpeln, alles möglich. Und das alles ohne das eigene urbane Umfeld verlassen zu müssen. Bürger M. zieht heute mal die gemütlichen Schuhe an, schnürt sein Bündel und macht sich lustig pfeifend auf den Weg und lustwandelt in Richtung Rudolfplatz.

An der weißen Halle, die früher mal ein  Schwimmbad war und jetzt als Schul-Aula genutzt wird, biegen wir ab und haben schon unseren ersten Schmunzelmoment: Kälberwiese! Hach, wie schön. Kälbchen gehen doch immer. Nach etwas mehr als hundert Metern werden die Häuser zu Häuschen, es wird heimeliger und hutzeliger. Wir sehen einen Bachlauf und es wird Sommer im Herzen, die nächste Straße mit einem tollen Namen: Sommerlust. Wer möchte dort nicht wohnen? Aber immer weiter. Lerchenfeld, Brunnenweg, Vogelsang. Wo sind wir hier, in einem Märchenfilm? Man könnte es fast annehmen. Jetzt gleich zur linken wird es wieder handfest und rustikal, ein Vereinsheim namens "Mahlzeit". Leider ist gerade geschlossen. Aber Lust auf Bratwurst und Wolters bekommt man allein bei dem Anblick schon. An dem Vereinsheim biegen wir ab und schlürfen der Nase nach ins Grüne und finden einen Spielteich, inmitten vom Büschen und Bäumen. Ob man hier wohl im Sommer einen Grill aufstellen könnte? Ein passendes Plätzchen dafür wäre es schon.
Den Trampelpfad weiter getrampelt stehen wir auf einmal an einem großen Schotterplatz und einer noch größeren Wiese. Auf dem Schotterplatz war früher einmal im Jahr ein Schützenfest, besser gesagt, das Siedlerfest. So richtig mit Schießbude und Autoscooter und so. Die große Wiese war einmal ein Sportplatz. Demnächst wird dort groß gebaut. Wenn man sich den ein oder anderen Vorgarten in der direkten Nachbarschaft näher anschaut, fällt auf, dass man das für keine so gute Idee hält, weil nicht wenige Protestplakate dagegen im Fenster stehen haben. Aber lassen wir uns davon nicht beirren und entdecken weiter. Wir näher uns dem Gebrause der Autobahn und folgen dem Weg der parallel dazu verläuft und durchqueren eine Unterführung, lassen ein paar Kleingärten links liegen und stehen mitten auf dem Feld. Huch, wo sind wir denn hier gelandet? Jetzt sind wir außerhalb unseres Heimatackers und befinden uns in Lehndorf. Na hoffentlich fragt niemand nach einem Visum, ist doch bestimmt nicht erlaubt. Wir sind auf dem Gänseanger, aber leider keine Gänse weit und breit, dafür aber Pferde. Sie stehen auf der Weide und mümmeln vor sich hin und etwas weiter an den Pferdeställen sieht man auch ein paar Reiter. Eine Straße weiter gibt´s sogar ein klassisches Gasthaus mit einem schönen Biergarten unter alten Bäumen. Und das direkt neben einer Kirche. Toll! Leider immer noch die falsche Tageszeit. Nachmittagspause. Wir trotten die Straße herunter, kommen noch an einem Reiterhof vorbei, unterqueren wieder die Autobahn und lassen die Idylle hinter uns. An den ersten Neubauten vorbei, stehen wir auf einmal auf der Hildesheimer Straße. Aber da waren doch eben noch Pferde und so ... Ja, so schnell kann es gehen. Harter Kontrast innerhalb von weniger als einem Kilometer. Eben noch Pferdeduft, jetzt wieder Autoabgase. Aber so ist das hier, Apfelkuchenidylle und urbaner Vollschock, alles nah bei einander, hier bei uns in der bronxx ...

Donnerstag, 25. Januar 2018

Zeigt her Eure Füße

Eins muss man Biggi, unserer Kiosk-Besitzerin am Frankie, lassen: sie macht immer von sich reden und sie ist innovativ. Jepp, so oder so.

Am letzten Wochenende war sie sogar in der Presse vertreten. Leider aus einem brandaktuellen Anlass. Die 112 musste anrücken und das gleich zu Hauf und sogar mit Kran und haste nich gesehen. Ich kam am Freitagabend spät in Richtung Sch-straße geradelt und sah schon von weitem das Blaulicht-Geblinker am Platz. Je näher ich kam, desto skurriler erschien mir das Szenario. Das haste sonst nur im Fernsehen bei Krimis oder bei Amokläufern... Mir wurde wieder ganz komisch zumute und ich musste ja irgendwie auch dadran vorbei, um in meine Hütte zu gelangen. Ich habe kurzerhand einige Passanten und de Männer in de Löschuniform angehauen und um Infos gebeten. Den Rest habe ich mir später aus den Polizeiseiten des Internets gesogen.

Bei Biggi muss es hinten hinterm Verkaufsraum gebrannt haben und da alle Altbauten bei uns inner bronxx in trauter Eintracht und nah beieinander stehen, hat man kurzerhand alles Löschfahrzeug, was sich am Nachmittag zuvor nicht im Östlichen beim Feuer ausgetobt hatte, nun ins Westliche mitgenommen. Man weiß ja nie...
Schlussendlich ging alles nochmal gut und später schmeckte denn allen Unbeteiligten das erste Bierchen auf den Schreck auch schon wieder lecker... Sprich, Biggi lebt und es geht weiter im Text.


Die Deko draußen am kleinen Kiosk blieb auch unversehrt. Kein Wasserstrahl konnte der Lügenpergola was anhaben. Und auch die liebevolle Wandgestaltung hat überlebt. Biggi hat nämlich hier wiederum für ein Stück mehr urbanart inner bronxx gesorgt. Oh ja. Sie hatte die grandiose Idee, altes Schuhwerk mit Blumenerde und zarten Pflänzchen zu bestücken und diese sodann anne mühevoll errichtete Sonnenschutzwand (wir berichteten vor xenneunzich Wochen)angeknöpert. D.h., pragmatisch wie se nun ma is, anne Wand genagelt, per Grundausstattung mitgelieferten Schnürsenkel. 
Ich saget Euch, Biggi ist einfach mal der Hammer. Suchste hier in Braunschweig vergeblich nach upcycling und wie se nich alle heißen... Das ganz Ding schimpft sich ja hier immer Großstadt, aber so janz klappt det denn ja doch maleiderweise nich. Das Künstlerherz sucht dann vergeblich nach dem Ausdruck, der Dir in Berlin in jeder Ritze entgegegensprüht. Das is hier nich so und wird wohl auch nie werden. (Ja, ja, ich weiß, ich wertschätze jetzt vermutlich die ganzen local artists zu wenig...)


Und dann haste im WRG ne Kioskbesitzerin, die macht einfach aus der Not ne Tugend,  sammelt alte Schlappen vonne Kundschaft ein, kauft man bisschen Blumenerde und Grünzeug und Ruckzuck haste voll die Streetart hier auffem Frankie. So muss das und nur so geht das! Das halbe Viertel rennt barfuß hier rum, aber wir haben es schön hier. Hier bei uns inne bronxx! Also, nehmt Euch mal nen Beispiel an uns hier! Auf geht´s!

Donnerstag, 18. Januar 2018

Jakupi ist nicht schuld

Unser blog-Trio hat jetzt eine eigene WhatsApp-Gruppe. So weit isses mit uns schon gekommen. Hehe. Aber eigentlich auch ganz praktisch: Themen werden ruck zuck besprochen, Absprachen getroffen und Bürger M sorgt für allerlei lustige Bildchen rund ums WRG. Ich amüsiere mich göttlich in dieser Gruppe mit den beiden bärtigen.

Letzte Woche sollte ja - wie üblich - unser neuester Beitrag am Donnerstag erscheinen. Doch, daraus wurde nüscht. Denn, der schwarze Peter konnte nicht. Ihm war am Mittwochabend etwas kotzig und mit Magen kann man nicht malen. Zu allem Übel ging es ja dann auch noch um Döner... Also in dem Beitrag. In Nils Magen ging es um Pizza. Die wollte wohl weder vor noch zurück und legte so unseren blog-Kritzler dermaßen lahm. Er musste nachem Bett mit de Schüssel bei sich bei und Iberogast in sich drin. So teilte er sich uns im Chat mit.
Sogleich begann dort eine rege Diskussion über die ganz besonderen Allheilmittel. Bürger M empfahl zur Genesung den Kräuterschnaps aus dem Dorf, das auch mit W anfängt: "Entweder ist´s dann gut oder der Körper schaltet auf Umkehrschub." 

Was war passiert? Der schwarze Peter hatte mal keinen Bock auf selbstgebruzzeltes Futter oder das Abendessen von Muttis Herd. Und dann zog es ihn mal eben schnell übern Franky in Richtung yippiejaja yippie yippie yeah, um sich was aus dem Land, wo die Zitronen blühen, zu essen zu gönnen. Was mit Weizen, Tomaten und Käse überbacken. Was mit allerlei Belag oben druff. Achtundzwanzig Zentimeter im Durchmesser aufwärts, knusprig hauchdünn in den Ofen geschoben. Molto bene, belissima! Doch die Pizza war wohl nicht gut. Irgendwie nicht wirklich.
 

Ganz toll, da biste nun bronxxer, hast ma richtich Hunger auf die italienische Teigfladenvariante, gehste los, vergisst, dass es Jakupi gibt und realisierst, dass Selendi nich mehr ist... Und dann haste den Salat äh den Rucola und den Oregano. Ist doch alles Käse! So wird das nix...

Also, das nächste Mal wieder zum vertrauten Italiener rechts die große Straße runter. Rein in seine kleine gemütliche Hütte, wo immer der Fernseher läuft und gefühlt das halbe WRG seine Pizza Prosciutto oder wassonsto al forno bestellt und dann nach Hause holt. Immer freundlich, immer fix, günstig und bewährt. Denn, er ist nicht schuld...
Und, wer es nicht weiß oder glauben machen täten tut, der geht da ma selbst hin! Benvenuto a bronxxo und haut rein!


Donnerstag, 11. Januar 2018

Hang the DJ

Ihr kennt das: Fenster der eigenen Hütte sind geschlossen. Es ist schon weit nach Mitternacht. In Eurem Bett läuft der Film "Schlaflos in Braunschweig" und ihr wälzt Euch von A nach B und wieder zurück. Irgendwann klappt dann das Einschlafen und zack, Werbepause vorbei, Film kann weitergehen. Und warum? Ja, weil da unten inner Sch-straße irgendso ein Heiopei zu dämlich ist, sein Auto richtig auf- oder abzuschließen. Und so'ne Alarmanlage lässt nichts ungesühnt. Egal wie spät es ist... "Tuut, Tuut, Tuut...", hupt sie in der Endlosschleife erstmal die halbe Nachbarschaft wach. 

Man könnte ausrasten, denn das Geräusch nervt - trotz Fenster zu, gewaltig und schier gar nichts kann es beenden. Außer der Autobesitzer selbst. Ab und an sind ja da Strategen dabei, die es dann dann noch raffen, diese akustische Nervtöterei wohltuend zu unterbinden. Und, wenn es richtig gut läuft, hier bei uns inne bronnx, klappt das ganze Unterfangen nach mindestens fünf Anläufen.
Je nachdem wieviele Substanzen und/oder Hirn beim Besitzer am Start sind, kann es auch schon nach drei Wiederholungskonzerten mit Hornsoli vorbei sein. Eine ganze Zeit hatten wir das hier alle zwei Tage, ein Déjà-vu war echter Schei**dreck dagegen.
Am Ende fragste Dich, wer da wessen Auto öffnen wollte und ob das hier nicht eigentlich doch ne mordsgefährliche Gegend ist...

Dann war echt lange Ruhe in Sachen Hupkonzert. Nix mehr, alles ruhig und entspannt. Jeder hat sein Fahrzeug wiedergefunden morgens oder im Dunkeln und alles war schick.
Am vergangenen Sonntag saß ich mit meinem Sohn beim Frühstück. Eine der wenigen Gelegenheiten, wo wir mal etwas länger morgens zusammenhockten. Gemütlich und nicht in Eile, in der warmen Küche bei Kakao und Hafermilchcafé (ja, se is ökich und vonne intolerante Abteilung). Jedenfalls chillen wir da so mal ganz einfach unser Leben und ratet mal, was plötzlich und wie aus dem Nichts heraus und aber vor allem - ganz unglaublich - am hellichten Tag unsere Küchenidylle vollends zerstört hat... Na? Nich schwer,nech?! Ja, sischer dat, de Autohupe. Eins A. Mitten am Morgen eines Sonntags im WRG dröhnt das Ding alles über. In der üblich penetrant hektischen Art, die einem schon nach ca. zehn Sekunden auf den nicht vorhandenen Sack geht.

Boah ey, wer war da wieder zu bescheuert, gnadenlso dumm und bekloppt und muss mit special effects sein Aufmerksamkeitsdefizit auffüllen? Und das für Minuten! 
Die OM-Atmosphäre war nachhaltig dahin. Auch als die Hupe endlich brutalst abgewürgt wurde und es wieder still war, mochte die innere Ruhe sicht zunächst nicht wieder einstellen. Im Kopp hallt das ja irgendwie auch noch gefühlte Stunden nach...

Mein Sohn guckt mich an, unterbricht das Schweigen und meinte nur ganz trocken: "Mama, das ist meine Lieblingsmucke hier in der bronxx. Der neueste Song von DJ Autoklau. YEAH!" Dabei riss er rappermäßig die Arme hoch und lachte. 

Mal schauen, wann er wieder in der Stadt ist, dieser weltberühmte DJ. Der scheint seine Fans echt zu lieben, besonders hier bei uns in der bronxx.

Freitag, 5. Januar 2018

Der Döner macht's schöner

Erstmal wünschen wir Euch hier ausser bronxx ein "Froh's Neu's!" mit allem drum und dran und viel Glück und so! Seid ihr gut reingekommen?
Wir ja; der eine in Schweden, die andere in Berlin und der Dritte schlicht gemütlich im WRG. Und jetzt hat uns vermutlich alle der ganz normale Alltag wieder. Fein gespickt mit Böllerresten und Scherben auf den Straßen und noch besser: auf den Radwegen.  Manno ey, kann man das nicht mal am nächsten Tag ordentlich wegfegen? Nee, die Kletterrose darf wieder tagelang im Dunkeln hoffen, dass die Pneus heil und unversehrt bleiben. Das nervt mich echt mal kolossal ab, liebe Leute... Auf der Rückfahrt am Tag 2 im neuen Jahr war es besonders schlimm. Ich hätte alle drei Sekunden absteigen und schieben können. Grummel! Das einzig Gute dabei, ich hab' meine bronxx mal wieder mit anderen Augen gesehen. Weil, überall mal anhalten, Rad tragen und eben langsam machen und so...

So auch an der Ecke Luisenstraße, wo Deniz seinen Dönerladen hat. Hier habe ich meinen Sohn im zarten Kleinkindalter seinerzeit mit den türkischen Kostbarkeiten angefixt. Und hier kann ich auch immer wieder völlig ausgehungert auflaufen, werde sehr lieb empfangen und der Chef macht mir immer das beste, leckerste und größte Mitnahme-Alu-Päckchen fertig. Seit gut einem Jahr baut er den Laden nebenan aus, maurert, zimmert, steckt sein Herzblut in den ehemaligen italienischen Imbiss. Wenn ich vorbeifahre, winke ich dem Häuslebauer jedesmal ermutigend zu. Es wird so langsam...


Und heute fiel mir beim Scherbenspießruten-Lauf ich noch etwas sehr angenehmes beim Deniz in spé auf. Das Mobile war weg. Ja, echt jetzt ma. Dieses hässlichste aller Riesenmobiles, das sich je auf den Dächern Braunschweigs gedreht hat, ist abgebaut. Ausgedreht, weggepustet, immobil, weiß der Geier. Ist mir ehrlich gesagt auch egal, wo das abgeblieben ist. Das geht mir mehr als am Arm vorbei. Das gut ein bis einskommafünf Meter hohe Teil war gefrickelt aus lauter bunten Zutaten wie Bändern, Schaufeln, Eimerchen und nochwas in dem Dreh. Es bewegte sich bei bronxx-Wind und quirlte seine bunten Intarsien kitschig as ever durch die Lüfte. Anner Ecke beim Deniz auffem Dach. Seit ich denken kann tat es das und bei jedem Anblick war für mich Fremdschämen angesagt. Puh...
Das ging so gar nicht, wäre in jedem Kleingartenverein sicher prämiert worden mit 1 A und Sternchen, aber nicht hier mitten anne Hauptverkehrsstraße.

Mich erinnerte es immer an Strand und so Spielzeugbahnen, wo man Wasser oder Murmeln runterlaufen lässt, mit ner Kreuzung aus Windspiel und Drehteilbeetdeko im Vorgarten. Tja, nu isses wech. Und es fällt gleich auf. Entweder Silvester endlich abgeschossen mithilfe von Raketen oder der türkische Imbissbetreiber hat das Vorrecht auf dem Dach seines Ladens und hat dem ganzen Elend ein Ende bereitet.

Wie dem auch sei, die Ecke ist wieder frei, aufgeräumt und sicher hat Deniz sich auch gedacht, dass Döner mit alles eben nicht immer mit alles sein muss und schon gar nicht seine Döner und sein Dach.
In diesem Sinne: Döner macht's schöner. Zumindest hier bei uns inner bronxx. Und für alle Veganer: das gibt es ma auch in veggie.
Also, schaut ma längs... und für mich ruhig mit scharf!