Donnerstag, 16. März 2017

Beet

Also, isch habe gar kein Auto. Wisst ihr ja. Ich fahre Rad und so. Nils auch meistens.
Bei uns im WRG ist das auch ne echte Krux mit den Parkplätzen. Genauso anstrengend und Mangelware wie im Östlichen. Da tut man quasi ein gutes Werk, wenn man kein Fahrzeug hat, was hier auch noch irgendwie untergebracht werden muss. Oder Du nimmst den Smart vom Nachbarn, der passt kreuz und quer. Zur Not auch hochkant. Oder Du bildest Dir ein, Dein Kombi sei auch ein bißchen smart und bastelst Dir den kleinsten Raum zwischen zwei anderen für Deine Karre irgendwie zurecht. Passt schon oder wird eben passend gemacht.

Das dachte sich wohl auch der laufende Meter von weiter unten links auf der Straße. So'n schmaler kleiner Typ, rotgesichtig, gelocktes Antlitz und nach Feierabend immer am Rennen. Im Marathonoutfit. Bei Wind und Wetter. Egal, er rennt. Und wenn man so viel läuft - weg vor wem auch immer - muss man ja sein Auto irgendwo lassen...
Vorzugsweise ganz in der Nähe der eigenen Behausung, denn: man hat ja nicht so Bock morgens vor und abends nach Feierabend noch so weit zum Auto zu laufen. Ohne Witz, Freund Jogger mag es zuweilen wohl auch mal bequem. Und da war ihm jedes Mittel recht beim Abstellen. Die gute alte Fahrschule und ihre Vorschriften. Schei* drauf. Kollege Läufig will sein Autochen platzieren und dann macht er das halt mal in der Kurve. Na und? Bronxx bleibt bronxx und die machen die Regeln schon mal nicht.
Also, den ganzen freien Platz am Fahrbahnrand nutzen, Karosse abparken und dann husch husch ins Häuschen. Rennklamotten überstreifen und abhauen. Gesagt getan...

Und eigentlich macht das ja alles nix hier im WRG. Eigentlich... Wäre da nicht die bucklige Nachbarschaft, die immer wieder mal ein Auge werfen muss, wer hier was wann wo wie mit wem tut. In den noblen Gegenden heißt das soziale Kontrolle oder Gardinenpolizei.

Werte WRG-Freunde, streicht heute mal die Gardine. Und dann sind wir bei Polizei. Jaha, wer hätte das gedacht, wohnt doch mitten in der bronxx ein Polizist. Sogar mitten in der Straße vom Jogger. Es kommt obendrein noch schlimmer: zwei Etagen unterm Jogger. Und, ne Gardine hat der auch... Aber braucht er gar nicht. Sein Ticketblock in der Tasche genügt ihm. Den braucht man ja nur ganz galant zu zücken, den Bleistift anzuhauchen und das Nummernschild vom Falschparker abzumalen. Und zack, hat der Ironman ein Zettelchen an der Windschutzscheibe.
Oder im Briefkasten...
Ein Beet, wie der Braunschweiger sagt. Bei sowas wird es plötzlich blumig in BS. Und auch hier in der bronxx.
Tja, kleine Sünden bestraft der liebe Freund und Helfer sofort. Das darf dann auch der kleine Rennemann lernen. Läuft bei ihm, oder?!



Donnerstag, 9. März 2017

Für umme

Ihr kennt das. Diese ganzen kleinen Sperrmüllhäufchen an und in den Straßen. Kleine und große Gegenstände des Alltags werden dort an Hauswänden oder auf Bürgersteigen platziert. Manchmal liebevoll im Pappkarton zusammengestellt oder hineingelegt. Und meist auch mit einem Zettel versehen. Darauf steht dann so etwas wie "Zum Mitnehmen." Oder: "kostenlos". Wir hatten ja seinerzeit schon mal die herrenlose Lebensmittelplastiktüte hier im blog quasi verwurstet.
Diese sogenannten give-aways sind überwiegend kleine Möbelstücke, Haushaltswaren, manchmal auch Klamotten oder nur essbares. Eben so ganz normales ausrabgiertes Zeugs des alltäglichen Gebrauchs, das den Besitzern meist zur Last gefallen ist, nicht mehr begehrt oder sonst wie verwendet werden kann.

Und ganz im Zuge von Wiederverwertung, Müllvermeidung und oft aus Sparsamkeit heraus - denn Sperrmüll anmelden oder abgeben kostet - stellste Deinen Kram einfach anne Straße. Messies und Jäger und Sammler haben eh Hochkonjunktur, da wird sich schon jemand finden, der das mal rucki lecki mitnimmt.
Hat bisher immer geklappt. Ehrlich. Auch bei mir. Sowohl als auch. Ich habe ein per ebay Kleinanzeigen getauschtes Küchenregal auch einfach mal mit einem Zettel versehen nach unten gebracht. Siehe da, innerhalb 'ner guten halben Stunde war das Ding weg.
Ebenso habe ich mal auf einem Spaziergang mit meinem Kumpel ein kleines Tischchen entdeckt. Es war auch als Geschenk auf dem Bürgersteig abgestellt. Ich war happy und habe es dann mitgenommen. So kommt in der Welt halt eins zum anderen und das andere zu ganz anderen. Tolle witzige Idee! Und es werden tatsächlich Müllberge vermieden... D.h. es liegt nicht mehr so viel in der Gegend rum...
Außer... Ihr wisst, was jetzt kommt??? Jaha, richtig geraten: außer hier inner bronxx.


Da läuft das natürlich an manchen Stellen dann ganz anders ab als gedacht. Und das geht dann so: Karton wird beispielsweise an der K-straße rausgestellt. Ganz normal auf den Gehweg. Schön anne Seite. Und auch mit Zettel dran. "Sucht Euch was aus." Also so eine Art "Verschenken deluxe", nämlich noch mit Wahlmöglichkeit.
Überwiegende Anbieter sind Studenten-WGs. Außer ich jetzt, nech?! Die ersten bronxxer gehen vorbei, nehmen sich was mit. Wer zuerst kommt, mahlt auch zuerst. So, das letzte Teil wird aus der Pappkiste gefischt. Nun isse leer. 

Im Östlichen hätte man jetzt bestimmt den Karton mitgenommen und ihn am nächsten Altpapiercontainer ordnungsgemäß verklappt. Brav und ordentlich. Tja, wat macht das Westliche in dem Fall?
Habt ihr eine Idee?
Richtig, das WRG benutzt den Karton als Ablage für neues Krams. Denn, was die verrückten Studenten da können, können andere auch. Mal gucken, was wir noch so für Sachen rumfliegen haben, die weg können. Leere Colaflasche und Kleiderbügel. Prima, habe ich gerade bei und werde das jetzt mal ganz galant los. Und steht ja draußen dran, dass es mit Aussuchen ist...

Tja und dann kann es Dir passieren, das de hier schlendern gehst und dann auf eben genau so eine Verschenkekiste triffst. Und dann guckste erstmal blöd und wunderst Dich über den Müll da drin. Aber, geh mal eine Stunde später dran vorbei. Dann wirst Du merken, dass bestimmt alles weg ist. Gebrauchen kann hier immer irgendwer alles.
Ist ja geschenkt. Kostet nüscht. Ist ja für umme. Und denn noch quasi mit Aussuchen... nur hier, hier bei uns in der bronxx...

Donnerstag, 2. März 2017

Mamfred

Ohne ihn hätte ich diese tolle Wohnung nie bekommen...
Ohne ihn würde ich hier nicht mehr wohnen...
Manfred, mein Freund, Retter, Helfer.

Ich - und nur ich - nenne ihn liebevoll Mamfred. Das bleibt aber bitte unter uns. Ihr lasst das schön bleiben. Sonst bin ich echt geliefert. Damit das schon mal klar ist.

Also Manfred war damals da, als ich mir meine Wohnung angesehen habe. Er hat mir die Tür aufgeschlossen und alles gezeigt. Und ich war sofort verliebt. Also in die Wohnung. Manfred ist schon vergeben. Manchmal fühlt sich das etwas mehr "leider" an. Aber, kannste nix machen. 

Jedenfalls hat Manfred mir mit seiner Anwesenheit sehr geholfen, mich für diese vier Wände zu entscheiden. Und so in etwa alle vier bis acht Wochen ist er eh hier in der Sch-Straße. Dann gibt es was zu repaiereren. Irgendwas ist ja immer an und in so'nem Haus. Früher hatte Manfred noch einen Kollegen. Der ist aber nicht mehr. Die beiden haben in allen Hütten Holzfußboden verlegt, gestrichen und so weiter. Manfred kann alles. Einfach alles.
Und er hilft, wo er kann: wenn meine Flurlampe auf halbacht hängt; er schraubt sie an. Meine Wohnungstür Macken im Holz hat, er lackiert die Stellen über. Die Rauchmelder angebracht werden müssen, er steigt auf die Leiter und zack sind die Dinger dran. Wackelt, passt und hat Luft. Bei ihm immer.

Und, wenn Zeit ist, gibt es auch 'nen Kaffee bei mir. Extra für Manfred. Ab und an auch ein Stück Kuchen dazu. Dann zieht er brav seine Schuhe aus - das ist wie bei meiner Frau zuhause - und dann wird es sich bei mir auf dem Sofa gemütlich gemacht. Dann erzählt er Geschichten aus der Nachbarschaft, von seiner Familie und vieles mehr. Manfred hat dabei das Herz am rechten Fleck und ist ein hervorragender Hobby-Psychologe. Dann sitzt er neben mir, mit seiner Handwerkerhose, seinem Karohemd, seiner Schiebermütze auf, guckt mich warm lächelnd durch seine Brillengläser an und riecht immer ein wenig nach Arbeit und Holz.  


Bald wird er wohl in Rente gehen... Och nö! Wer legt denn bloß ein gutes Wort beim Vermieter für mich ein und bewahrt mich so vor einer Mieterhöhung? Und wer trinkt dann mit unserem türkischen Hausmeister unten im Keller im Kabuff schwarzen Tee und isst seine Stullen und seine Mandarinen?

Mamfred muss dringend bleiben, finde ich. Eine gute Seele. Die beste eigentlich. Hier bei uns in der bronxx.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Der ist e(h) Schrott

Das ich einen neuen Laptop habe, wisst ihr ja schon, oder? Klar, habe ich doch so nebenbei schon erwähnt...
Und eben schnell nochmal im Duden nachgeschlagen, ob es nun der oder das Laptop heißt. Da war ich mir immer unsicher. Duden meint, beides okay. Also, wieder mal recht gehabt mit meinem Gefühl.

Jedenfalls habe ich ein neues. Hier umme Ecke erstanden bei einem ganz kleinen tollen PC-Laden. Habe mich vorher im Netz aufgeschlaut und den Rest Beratung dann vor Ort mitgenommen. Ging zackig und zughause nur anstellen und los geht es.

Mein alter war schon sieben Jahre alt und lief noch mit dem besten Betriebssytem aller Zeiten. Echt ey! Der hat mir wirklich treue Dienste geleistet. Ich habe ihn dann Tag für Tag abgeräumt und vieles gelöscht. Schnief! Und das, wo ich mich so ungerne von etwas trenne... Puh, das war echt hart. So hart, wie auch die Entscheidung, ihn im Anschluss auf die Müllkippe zu bringen. Also zum E-Schrott. Ist hier natürlich auch ganz in der Nähe. Es gibt ja irgendwie nix, was es hier nicht gibt in der bronxx. Stelle ich gerade fest. Nur leider hatten die am Wochenende so gar nicht auf. Gut, also dann am Montag. Und damit das hier am Samstag in der Hütte trotzdem ein bißchen aufgeräumter aussah, raus das Ding. Auffen Flur vor die Wohnungstür. Hochkant bei der Pflanze abgeparkt... Und vielleicht ist er ja auch schon über Nacht wie von Zauberhand verschwunden. Wer weiß. Alles schon vorkommen hier im WRG.

Sonntag dann rausgeguckt. Nee, alles gut. Er ist noch da. Das blieb auch so den ganzen Tag. Am Abend dann klingelt es. Es ist dieses Klingeln, wo Du genau weißt, dass es Deine Nachbarn sind und sie vor der Tür stehen. Na gut, ich im Uzzel-Look anne Tür. Der Hausmeister steht da. Laptop inner Hand. MEIN Laptop. Oder MEINEN. Duden erlaubt auch das. Nur ich hatte das noch nicht so richtig erlaubt.
"Was ist damit?", fragt er mich. "Du, der ist alt, zeigt den blauen Bildschirm. Der Lüfter ist im Eimer. Ich habe mir einen neuen gekauft", antworte ich.

"Kann man vielleischt noch Monitor gebrauchen. Isch bastele gerne. Nehm isch."
Seine Augen strahlen mich an. Wie kann ich da ablehnen... Wenn`s schön macht? Dann soll er doch glücklich damit werden. Ich freu mich, dass mein kleiner technischer Begleiter nun vielleicht noch woanders weiterlebt. Sei es auch nur in Teilen. Computer sind doch auch nur Menschen... Und ma ganz ehrlich: ich brauche am Montag nich zu ALBA latschen. Und ich bin fast nicht mehr traurig, denn war ja eh Schrott.

Donnerstag, 16. Februar 2017

flamencus nudus

Tja, bei der heutigen Story habe ich echt lange überlegt, ob ich sie hier reinschreibe. Andererseits liebe ich ja auch das Skurile und die Realität mag ich genauso gerne...
Deshalb, egal, los geht es:

Vor kurzem war ich zum Essen verabredet. Ja, kommt vor. Auch bei mir und mit mir. Diesmal in dem anderen netten Restaurant in der bronxx. Das ist gegenüber einem Krankenhaus. Mehr muss ich für Eingeweihte glaube ich nicht sagen. Jedenfalls hab ich da am frühen Abend brav gewartet. Die Leute vom Dorfe sind ja immer ein wenig überfordert mit dem minimalen Parkplatzangebot. Kurven tierisch lange im WRG umher und sind dann bei Ankunft verspätet und fix und fertig. Ich war es auch. Hab ich doch die ganze Zeit in der übelsten Kälte rumgestanden und ausgeharrt. Bei gefühlten Minus fuffzich Grad.

Kurz bevor ich wieder gehen wollte - ja, so sind die Regeln in der bronxx - kreuzte der Begleiter dann doch noch auf. (S)ein Glück.
So, dann aßen wir also. Der Rest ist unwichtiger Schnickschnack. Zumindest für Eure Augen und den Verlauf hier.
Der weitaus interessantere Part beginnt nachdem wir die warme Essgelegenheit verlassen mussten, damit der bronxx-Besucher sein Auto wiederfindet. Unter meiner Regie versteht sich. Ein paar Eckdaten von dem gutesten eingesammelt und dann zack zum Auto gelotst.
Seiner Beschreibung nach waren da Geschäfte in der Nähe, ein Kreisel und eine Kirche. Ein Kinderspiel für mich... Sherlockine bronxx findet alles wieder. Und so standen wir auch nach kurzer Zeit bereits vor seinem Auto und besagten Gebäuden.
In dem einen war noch Licht. So'ne Hütte, wo man tanzen kann. Das Ding gibt es schon Jahrzehnte. Ich hatte da aber noch nie action drin wahrgenommen. Dann fragt man sich natürlich insgeheim auch mal, wie die da überleben können.
Heute war alles anders. Hell erleuchtet im Inneren und Mucke auf hundertachtzig. Sie dröhnte uns durch die großen Schaufensterscheiben entgegen.
Diese wiederum waren verdeckt durch meterlange Vorhänge. Bis... ja bis auf einen kleinen Spalt. Und, ich bin auch nur ne Frau und eben auch neugierig.

Die winzig kleine Gardinenlücke gab ein warmes gedämftes Licht und einen Holzfussboden preis. Mein Auge blieb an einer Art Paravent hängen. Äh, was war das? Ihr wisst ja,ich bräuchte eigentlich ne Brille und so... Doch plötzlich sah ich sehr scharf... Olala. Auf den hölzernen Dielen vor dem Raumteiler kniete eine Frau. Scheinbar war es drinnen kuschelig warm. Denn, auch die Männerbeine und die eine Männerhand, die da mehr und mehr sichtbar wurden, hatten nichts an. Der Dame war wohl auch nicht kalt, sie warf genussvoll die lockige Mähne in den Nacken und dann sah man auch die andere Hand der zweiten Person ihren Körper streicheln.

So und hier ist Schluss. Aus. Ende Basta. Wir sind und bleiben ein Familienblog, nicht wahr?!
Aber, vielleicht ist es ja ganz anders als wir so denken... Wer weiß... Ich werde es leider nie erfahren. Weil, ich habe mich doch irgendwie nicht getraut dort zu klingeln. Das hätte ich gerne getan. Um zu fragen, ob man da auch Tanzkurse belegen kann, wo die Sachen bei anbleiben. Ist ja schließlich richtig dolle kalt draußen und ne Erkältung hab ich eh schon...
Also, falls ihr da mal längs kommt und die eine oder die beiden sind da, fragt doch bitte mal nach für mich.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Würb oder stürb

Eigentlich hatte ich diesen Slogan der Werbebranche zugeordnet. So als Redewendung aus den siebzigern... Tja, nix da. Ich hab ja nun nen neues Laptop mit den gleichen bekannten alten Suchmaschinen. Und die sagen was anderes. Ein Buchtitel. Aber jetzt ist es einfach mal ein blog-Titel. Vorsichtshalber habe ich das etwas abgeändert. Halt n büschen auf die bronxx zugeschnitten. Die Rechtschreibung spielt sowieso verrückt seit Handy & Co. Alter!

Boah jetzt habe ich schon wieder den Faden verloren... Wie immer. Wartet. Ach ja, nun weiß ich wieder (und meine neue Tastatur ist echt mal gewöhnungsbedüftig):
Es war glaube ich an einem Wochenende im letzten Jahr, irgendwas Spätsommer oder Herbst so rum. Ich war unten bei den Mülltonnen. Vor dem Haus. Wir haben davon reichlich im Angebot. In allen Farben, fast alle doppelt. Die schwarzen sogar fünffach (wirklich mit zwei f!) und die gelbe in riesig. Für den Plastikmüll. Also, immer ne kleine Empfangsparade, wenn man den Gang zur Haustür entlang will. Vom Fengshui her ganz mies, aber wem erzähle ich das.
Warum wir so viele haben? Das ist nämlich weil wegen der Nachbarn aus dem Haus links von uns. In Ermangelung eines eigenen langen Hauseinganges sind deren Tonnen bei uns mit abgeparkt. Kann man so machen, ist dann aber halt K..... Und so, ne?!

Wir glotzen auf den Abfall von einem gefühlten Drittel der bronxx. Auf der Straße ja eh, aber hier nun in komprimierter Form. Ab und an begegnet man dann eben schon mal einer Nachbarin von nebenan beim Unratverklappen. So auch an jenem Tag.
Ich begrüße die blonde großgewachsene junge Frau, der ich nach gefühlten Jahrzehnten endlich persönlich gegenüberstehe. Wir stellen uns kurz vor und kommen ins Quatschen. Voll syympathisch! Und ruckzuck sind wir beide in unserem ganz privaten blog über die Macken und Mucken des WRG. Es ist streckenweise sehr witzig ud wir feiern ab. Sie hat viele stories auf Lager, die ich noch nicht kannte und umgekehrt.
Und dann wage ich mich ganz weit nach vorne und erzähle ihr von dieser Website. Das Eis ist endgültig gebrochen. Unser blog hat eine neue Fanin.

Einige Tage später bekomme ich sogar eine ganz liebe Mail mit einem sehr schönen feedback. Leider haben sie und ihr Mann es nicht geschafft, zur letzten Ausstellung zu kommen. Schade, aber wir planen - natürlich - noch weitere Gelegenheiten uns zu zeigen. Wir halten sie und Euch auf dem Laufenden. Versprochen! Ihr wisst ja: würb oder stürb. Zur Not und hier inna bronxx auch anner Tonne...

Donnerstag, 2. Februar 2017

Dügün



Das Wort sagt Dir nix? Haste so ähnlich aber schon mal gehört oder gelesen?
Dann meinst Du bestimmt Dürüm…
Kannste essen, ist dann aber nicht dasselbe.



Dügün geht anders. Eigentlich gehört da auch noch ein Zeichen über das g. Nämlich so eine Art nach oben offener Bogen. Gab es hier auf der Tastatur jedoch nicht im Angebot. Also bleibt es weg… Das g wird nicht mitgesprochen. Wie dünn mit zwei üs und einem n.
Am Wochenende hatten wir Dügün am unteren Ende der Sch-straße. Gegen frühen Nachmittag, zur besten Kaffeezeit, wurde es auf einmal tierisch laut.

Ich lag auf meinem Sofa, erholte mich vom Einkauf und wartete auf die Verabredung am Abend.
 
Plötzlich tönten Trommeln, Oboen und allerlei anderes türkisches Instrumentarium durch mein geschlossenes Fenster. Geradewegs zur mir in die Komfortzone. Wie aus dem Nichts ging es voll ab auf einmal. Erst dachte ich, dass sei eine Demo. Dann kam ich auf Mittelaltermucke… Ganz viel Tüdelü und Gepauke. In einem Affenzahn…

Schließlich packte mich die Neugier und ich sprang an mein Fenster. Aber ich sah nichts. Ich öffnete es und dann kam die Party gefühlt bis in mein Wohnzimmer. Rhythmisch und sehr osmanisch. Das Tempo gefiel mir. Doch ich konnte einfach nichts erkennen


Mist, ich wollte gucken, zuhören, mittanzen. Es half nix, anziehen, raus aus der Hütte und nachsehen. Unten im Treppenhaus angekommen, habe ich unseren Weltmeistertänzer rausgeklingelt. Er sollte mich begleiten. Erstens weiß er genau, wei man sich dazubewegt und zweitens wollte ich da nicht alleine hin… Tja, aber wie das so ist, wenn man seine Nachbar mal braucht, machen se auf, haben jedoch wieder für die besten Ideen überhaupt keine Zeit.
Ich also alleine raus vor die Tür auf den Bürgersteig. Der Musik noch näher. Was für eine abgefahrene Party! Handgemachtes Live-Konzert im WRG, nur ganze hundert Meter von mir entfernt. Unglaublich genial!

Ich will und muss da hin. In dem Moment kommen meine Nachbarn aus dem ersten aus unserem Haus. Ich sehe sie fragend an. „Dügün“, sagt die kleine fünfjährige Tochter. „Das ist türkische Hochzeit“, erklärt mir ihre Anne. Ihre Mutter und so.

Schade. Ich werde hier bleiben, denn ich bin ja da gar nicht eingeladen. Und leider heirate ich auch nicht. Aber wer weiß… wenn, dann so… Mit Dürüm und allem Drum und Dran...
Eben wie die hier, hier bei uns in der bronxx.