Auch dieser Titel ist bekannt. Nur eben anders. Ich hoffe, Euer Kopfkino läuft.
Und das ist auch gut so, denn nun können wir Euch bequem auf eine ganz andere Bilderreise schicken:
Vom Job aus bin ich selten am ganz frühen Nachmittag zuhause. Ich arbeite eher so nine to five und haben eben erst dann Feierabend. Ganz schlecht also für diverse Dienstleister, die immer irgendwie genau in dieser bösen Nachmittagszeit krampfhaft versuchen, ihre Kunden zu erwischen. Eigentlich schon an sich widersprüchlich ohne Ende. Aber so läuft das hier. In der bronxx und in der ganzen weiten Servicewüste. Als Kundin bleibt mir nichts anderes übrig als die kleine A-(Post)karte aus dem Kasten zu ziehen und mir dann binnen einer Woche die Beine in kilometerlangen Schlangen vor der Hauptpost in den Bauch zu stehen. Voll ätzend, langweilig und überflüssig. Oder? Ich überlege jedesmal, ob ich wirklich lieber nix mehr bestelle...
Mein Kollege ist inzwischen so schlau, sich das Zeugs auf Arbeit liefern zu lassen. Hat Vorteile. Und neugierige Kolleginnen inklusive.
Zurück zu meiner Hütte, meinem Paket und meiner Klingel. Und dem Tag, an dem ich mal Glück hatte mit Der Heiligen Lieferantenschaft. Ich war echt zuhause, als er - ganz in echt - klingelte. Unglaublich!
Ich also an die Gegensprechanlage (jaha, jetzt passt se uff) und fragte, wer da sei. "Ein Paket für Sie.":dröhnte es zurück aus dem Hörer. YEAH! Ich freute mich und rannte völlig aufgeregt in meiner Butze umher. Meine langersehnte Bestellung, die ich ganz gleich in den Händen halten würde. Und ich muss nicht wieder zur Ausgabestelle gurken und so weiter und so fort. Wie geil!!! Hach,gerettet!
Nach gefühlten acht Minuten holte mich die Türklingel unvermittelt aus meiner selbstvergessenen Hausparty ab.
Hä, wer war das denn jetzt schon wieder? Heute wollen ses aber auch wieder wissen. Riechen, dass de Muddi zuhause ist..
Ich gehe zur Gegensprechanlage und frage ziemlich genervt: "Ja?".
"Ahm, ich wollte ihnen eigentlich ihr Paket hochbringen..."
Oh mein Gott, Der Heilige Lieferant. Voll vergessen...
Und der arme Kerl stand die ganze Zeit da unten vor verschlossener Tür und hatte brav gewartet.
Ich drückte nun endlich den Türöffner und befreite den gebeutelten Dienstleister. Er kam nach oben geflitzt, völlig verschwitzt und mit einem Schächtelchen in der Hand, das er mir etwas irritiert übergab.
Tja, es gibt auch noch gute Paketmänner auf dieser Welt und sogar hier inne bronxx. Die arbeiten ohne Klingelstreich und bimmeln sogar zweimal bisse reingelassen werden.
Ich bin ja nich so...
Wenn ich zu meiner Lieblingsdrogerie oder zum Bürgerpark - wie gerade eben - fahre, muss ich immer bei Harry vorbei. Harry hat einen großen Grill, einen noch größeren Hof, eine Bühne, viele Sitzgelegenheiten, drinnen und draußen, und eine Zapfanlage. Und eine Tafel. Für Ankündigungen. Weil da öfter mal Parties sind. Und Konzerte. Richtig gute. Wie solche mit dem Dr. Nörten Trio. Mein Nachbar Frank ist Drummer bei den Doktoren. Die spielen am kommenden Wochenende wieder dort.
Nämlich in Harry's Bierhaus. Die angesagteste Kneipe hier in der bronxx. Und alle werden sie wiederum dabei sein. In Scharen. Um die Band zu feiern, sich reichlich zu zu prosten und jede Menge Spaß zu haben.
Harry hatte den richtigen Riecher mit seinem Bierhaus in der bronxx. Viele Gäste und vor allem Stammkunden kommen gerne zu ihm und das mit der Musik ist eine gute Idee. Alles richtig gemacht!
Es ist immer was los in da Haus. Wochentags ab spätem Nachmittag und am Wochenende öffnet er auch schon eher seine Türen. Im Sommer kann man es sich dort draußen ganz nett machen, wird öfter mal gegrillt und wie gesagt, Mucke gemacht.
Und manchmal sitzt auch schon ein Gast um acht Uhr dreißig draußen am Tisch. Ratet mal, wer mich da am frühen Morgen beim Radfahren überrascht hat? - Eifrige blog-Leser sollten die Antwort kennen und wissen, dass das eigentlich nur einer sein kann... - Korrekt Alta, mein Rapper.
Er saß an einem heißen Sommermorgen ganz zeitig auf Harry's Hof. Bestimmt war er sogar der erste Gast an diesem Tag.
Mein Rapper aalte seinen Körper leichtbekleidet auf den Holzsitzbänken und strahlte mich an: "Na, mein Schatz, wo willst Du denn schon so früh hin? Ein schönes Rad hast du da. Setz Dich zu mir!"
Getränke standen bereits parat. Artig aneinander gestellt auf dem Tisch vor ihm. Eine Dosenbier und eine Limo. Der Gentleman hatte aber auch an alles gedacht. Ich tippe mal, ab genau halb neun war Happy Hour bei Harry. Nur für uns zwei.
Mit ohne Grillteller und Candlelight. Und sogar mit ohne Harry.
Zur Not geht das auch mal so pur, ohne diesen ganzen Schnickschnack.
Ja, was soll ich sagen: schaut mal vorbei beim Bierhaus. Es lohnt sich. Also, ich meine natürlich, wenn er da ist. Der Harry natürlich...
Am vergangenen Freitag saß ich mal wieder am Franky. Draußen im Gambit. Ein mehr oder weniger lauer Herbstsommerabend nach dem Rundgang durch die Kunst in der bronxx.
Da sehe ich auf der anderen Straßenseite den schwarzen Peter, umringt von einem Pulk von Leuten. Ich würde gerne laut pfeifen auf den Fingern. Aber ich kann es immer noch nicht. Also rufe ich ihn und winke. Er kommt rüber an unseren Tisch. Freude, Begrüßung. Yeah!
Aber er hat nicht ganz so viel Zeit: "Wir müssen dringend unsere Akkus laden. Wir fangen gerade Pokémons und hier sind voll viele auf dem Frankfurter Platz."
Oh my god... Ich brech ab. Bisher hatte ich davon nur in den sozialen Medien gelesen und jetzt rücken die Comichelden plötzlich ins WRG ein. Und mein blog-Kritzler mittendrin.
Da ich das noch nie gespielt habe, schaue ich es mir auf seinem Display an. Tatsächlich. Eine Figur erscheint auf der Landkarte. Pikachu... Aha.
Die muss man wohl jagen und einfangen beim Spaziergang auf Straße, Wald, Wiese, Feld und auf dem Klo.
Es gibt Items, Eier, Bonbons und Professor Willow ist im Notfall immer dabei.
Habe gerade im Netz recherchiert. Auf der Hälfte klicke ich weg. Ich bin zu alt für sowas. Ehrlich.
Dann hatte ich gehofft, dass mein Sohn mir da weiterhelfen kann.
Aber is nicht. Er hat das nach kurzer Anspielphase wieder vom Smartphone gelöscht: "Das ist mir zu anstrengend, Mama. Dafür hab ich keine Zeit."
Was soll ich jetzt tun?
Selbst austesten? Es lieber lassen? Mich weiterhin mit den ganzen anderen bronxx-Figuren vergnügen? Einmal mit dem schwarzen Peter und seinen Leuten auf Jagd gehen?
Also, als ich hier in die bronxx zog, habe ich schon damals jede Menge virtuelle Geister wahrgenommen. Hätte ich mich damit geoutet, wäre ich höchstwahrscheinlich für verrückt erklärt worden. Die Welt braucht eben immer ein Weilchen länger, die Dinge zu begreifen und zu akzeptieren. Pikachu und der Prof helfen Euch dabei. Klar.
Ich lasse es lieber. Denn, um alle kann ich mich nicht kümmern.
Und jetzt muss ich auch mal los. bronxxApp an und suchen. Nach neuen Abenteuern. Im WRG. Und das mit bloßen Augen. Ohne Navi. Bloß intuitiv und so. Mega!
Jetzt geht das aber rund hier.
Seit Mittwoch. Und, nicht nur in der bronxx. Eher nur so halb.
Und auch nicht, was ihr denkt. Das nur so halb halb.
Der Rundgang steht an. Gestern ging es los.
Da öffnen die Klassen und Ateliers der HBK ihre Tore, Fenster und Türen und kredenzen Euch ihre Beiträge zum Abschluss des Semesters.
Die HBK ist die Hochschule für Bildende Künste, die ihren Sitz auch mehr oder weniger in der bronxx hat. Der schwarze Peter ist einer dieser Studenten dort. Jenes junge Völkchen zwischen zwanzig und dreißig, das dem Lotterleben fröhnt und sich erstmal im Leben austestet. (Ich bekomme bestimmt Haue für solche Sätze, aber ehrlich: mir doch egal.)
Schließlich weiß ich selber wie es einst war. Die Zeit der größten Freiheit im Leben. Und in Sachen Kunst kann man sie sich manchmal auch echt bewahren, diese Freiheit.
Der schwarze Peter jedenfalls macht sein Ding und geht seinen Weg. Und jetzt waren se alle tierisch am Rödeln. Kommt ja Besuch in die heiligen Arbeits-Atelier-Kruschel-Krümel-Frickel-Hallen. Viereinhalb Tage lang trödeln, schlendern, huppeln, humpeln und gehen viele viele Menschen durch die Hochschul-Räumlichkeiten, die hier auch nochmal an diversen Stellen in der bronxx verteilt sind.
Dann wird es bunt hier bei uns und es gibt jede Menge Kunst zu sehen: Fotografien, Malerei, Collagen, Skulpturen... Irgendwas mit Holz, Papier und noch mehr Fantasie. Und nicht zu vergessen, Installationen. Ganz wichtig. Das gleiche wie eben nur mit Video oder und überhaupt Geräuschen.
Da hängt, steht, sitzt alles mögliche im Raum und erzählt seine Geschichte. Dem Auge, dem Ohr und dem Herz des Betrachters.
Das sind genau die Tage, an denen sich irgendwie alle in die bronxx und in die Kunst trauen. Ganz offiziell, ohne Scham. So einfach drauf los.
Ich liebe diese Ausstellung, die sogar den Namen "Rundgang" trägt.
Dann mache auch ich mal wieder eine Runde durch das WRG. Eine Tour durch ihre kreative Seite.
Einen Spaziergang durch die Kunst und das, was noch nicht wegkonnte. Irgendwie darf das hier auch nicht weg. Es soll bitte bitte bleiben. Denn das ist es auch, was ich so liebe. Hier. In meiner bronxx.
Ach ja, schaut doch ruhig mal vorbei. Auch beim schwarzen Peter. Das Motto dort:
"Ist das kaputt?"
Keine Ahnung. Fragt ihn einfach.
Supermärkte gibt es inna bronxx reichlich. Auch diesen blau gelben. Den, wo alle so schrecklich in ihre Mittel verliebt sind und sich ihres Lebens freuen. Ist ja auch okay.
Sollen sie.
Der bronxx-Abkömmling dieser Kette wird immer dann vom schwarzen Peter und mir frequentiert, wenn alle anderen in ihrem Sortiment nicht weiter wissen. Klein, aber oho, hat diese Filiale alles zu bieten, was das Herz begehrt. Vegan, vegetarisch, bio, glutenfrei, spezielle Biersorten, das Guinness für unsere Treffen. Eben alles. Und auch recht teuer, aber was willste machen.
Draußen tummeln sich auf dem Parkplatz abwechselnd der Wilhem-Busch-Broiler-Stand oder der Polyester-Fummel-Verkäufer. Ein beliebter Treffpunkt, wenngleich das Unterhaltungstalent der Kassiererinnen und Kassierer gut und gerne mal ne Schulung hier im Laden am Franky vertragen könnte....
Doch, Gerste und Weizen sind auch hier nicht ganz verloren, hat man doch - sogar im Laden angegliedert und das ist heutzutage selten - eine Bäckerei integriert. Und natürlich auch eine Bäckereifachverkäuferin. Ganz klar.
Eben zu der Dame musste der schwarze Peter neulich, weil Hunger und so. Da andere vor ihm den selben Gedanken hatten, stellt er sich brav in die Warteschlange und harrt der Dinge, die da kommen.
Es geht voran und endlich ist der Typ vor ihm dran. Marke Business-Macker: schniekes Hemd, feinster blauer Zwirn oben drüber, schicke Krawatte um und das Schmalzlöckchen stündlich in Form gebürstet. Nebenbei fragt man sich: was macht so einer hier in der bronxx? Egal.
Jedenfalls ist ihmchen am Dransten und bestellt bei der Fachverkäuferin allerlei belegte Brötchen. (Ah, der Snack zwischen den Meetings. Wobei, ein Blick auf die Uhr sagt: eher das Abendessen eines betuchten Workoholic-Singles.)
Damit alles besser rutscht, muss noch ein Getränk dazu. Er fragt die Dame vom Fach, ob sie ihm auch was zum Trinken dazu verkaufen könne. Und wie sich das für den figurbewussten Youngdressman von heute gehört, bringt er noch die leichte Coke ins Spiel.
Sie überlegt kurz, dreht sich langsam um, kraspelt inne Auslagen rum und kehrt in Zeitlupe wieder verbal zum Anzugmann zurück: "Wir haben nur Kola und Kola lüff."
Er dann so völlig verdutzt: "Bitte wie?"
"Na, Kola LÜHÜV, die neue. Die mit dem grünen Etikett die." Die Backwarenqueen gibt alles!
Kollege Anzug, ganz contenance, darauf hin: "Okay, dann nehme ich so eine."

And the Oscar goes to... the weltbeste Brötchenbelegerin ever im blaugelben Supermarkt unseres Vertrauens.
Gar nicht auszudenken, was in so einem Laden loswäre, wenn wir dann noch den Mann mit den harten Erdbeeren an der Kasse hätten.
Leif is leif. Nur hart und echt inne bronxx. Prost lüff!
Ja, die gute alte Rio Reiser Band ist diesmal Namensgeber für unseren Beitrag.
Und klar wissen wir, dass die im Original noch ein ganz klein wenig anders hieß...
Das ist ja schon alles mit Absicht etwas verändert... Nicht auszudenken, wenn es anders und ganz in echt wäre. Wir wären sicher geliefert...
Die heutige Geschichte liegt etwa zwei Jahre zurück. In etwa. Ich habe mir nicht alles akribisch im Kalender angezeichnet, was hier so passiert ist in der bronxx.
Zweitausendvierzehn war ich noch in einem Schichtdienstberuf tätig, daran erinnere ich mich ganz genau. Und ich hatte die Woche Frühschicht. Früh ins Bett und noch früher wieder raus. Also kurz nachdem die bronxx sich schlafen legt.
An diesem Morgen war ich noch eher wach als sonst. Irgendwas um vier Uhr war es. Es war schon hell, das Vogelgezwitscher weckte mich. Und eine Frauenstimme.
Sie rief immerzu einen Namen. Dazwischen ließ sie ihrer Wut lautstark freien Lauf. Schimpfworte. Frisch serviert à la card aus der bronxx. Mit Beilagen.
Na, ihr wisst schon, diese ganzen bösen Wörter, für die man als Kind im Kindergarten zehn Minuten im Waschraum bleiben muss. Die hatte sie alle wieder rausgeholt. Denn die Waschraumtage waren längs vorbei für sie. Die Pubertät allerdings auch. Das konnte ich hören. Sie keifte im Stile einer gehörnten Gattin, die die Verliebtheitsphase nach den Hochzeitsglocken lange überbrückt hatte. Mit was auch immer. Wut wahrscheinlich. Und die musste jetzt raus. Genau morgens um vier Uhr fünfzehn. Nun gut, denn mach. Ich ging erstmal in Ruhe auf den Pott.
War allerdings von der Seite des Hauses noch näher am Geschehen dran.
Dann krachte und klirrte es da draußen nebenan unten links ein paar Mal hintereinander gewaltig. Ich fuhr zusammen in meiner Küche, wo mein Morgencafé mich gleich erwarten würde. Boah, was um Himmels Willen war das? Zertrümmerte da jemand Autoscheiben mit einem Hammer? Was passierte da unten?
Nach kurzem Herzstillstand und Gesichtslähmung sortierte ich mich, warf mir ein Jäckchen über, zog den Schlüssel und rannte in den Hausflur. Fenster aufreißen und gucken, was da los ist.
Schräg links unten hatte es sich der kleine olivhäutige Nachbar mitsamt Kissen an seinem geöffneten Fenster gemütlich gemacht. Feixend und mit Kippe im Mund beobachtete er genüsslich die Szenerie. Die gute Frau, also die wütende Dame von eben, keifte und schimpfte übelst weiter. Sie zog wiederum abermals alle Register des bronxx-slangs. Ihre Aggression hatte sich um ein vielfaches potenziert. Denn, der letzte Stein, den sie da in das Fenster des Gatten - oder was auch immer - geworfen hatte, war auf der Fensterbank liegengeblieben. Munition war also verschossen.
Ich war ja irgendwie froh. Das waren ganz schöne Brocken, die da lagen...
Kollege oliv zog grinsend an seiner Zigarette. War besser als Fernsehen und Weiber muss man in so'nem Stadium einfach mal machen lassen. In Ruhe. Und genau so dann auch beobachten. Er hatte die Lage im Griff.
Die Steinschleuder zog nun motzend von dannen, begleitet von beschwichtigenden Wortfetzen ihres Mannes, der - sich schützend - weder aus dem Fenster noch aus dem Haus gewagt hatte.
Dann war Ruhe und mein Milchkaffee war auch fertig. Und ich auch. Oh what a day... Als ich später zur Arbeit losmusste, lagen da die Scherben in der Fensterbank.
Und, wenn sie nicht gestorben sind, liegen sie da noch immer.
Schwund musste mit einplanen. Woanders und ebenso hier in der bronxx. Und zum Glück bin ich aus dem Schichtdienst raus...
Am letzten Wochenende bin ich auch mal spät nach Hause gekommen. D.h. so spät war es eigentlich noch gar nicht.
Ehrlich gesagt habe ich dann immer ein wenig Angst, mein Rad noch in den Keller zu bringen. Denn dabei steht die Haustür lange auf und ich habe das alles nicht im Blick... Und dazu noch mein Kopfkino und Drama-Denken, ihr wisst ja...
Umso mehr froh war ich, als ich in meiner hood um die Ecke bog und schon von Weitem meinen Nachbarn rauchend vor dem Haus stehen sah. Yeah! Ein Aufpasser!
Ich war gerettet.
Er begrüßte mich freudig und wir kamen sofort ins Reden. Ich mag ihn sehr. Und ein bißchen berühmt isser auch. Denn er ist Tänzer. Und vor 1-2 Jahren hing das halbe Haus nachts vor der Glotze, um - zusammen mit ihm - dem Weltmeister-Titel entgegenzufiebern. Boah, ich war damals voll müde, bin x-mal eingeschlafen und doch noch rechtzeitig wieder aufgewacht, als seine Truppe es geschafft hatte.
Die sehen ja dann auf dem Bildschirm ganz anders aus als in da Haus. Gefühlte drei Zentner Schuhcreme zieren Gesicht und Haar und alles ist irgendwie sehr steif und gestelzt. Aber das muss wohl so.
Jedenfalls machte er mir das Begrüßungskommitée und damit den Abend.
Wie immer bei unseren Treffen in und ums Haus herum ist der blog das Thema Nummer Eins. Als fleißiger Verfolger ist er auf jeden Fall up to date und jede story wird nochmal durchgehechelt. Mittendrin biegen dann noch zwei weitere Nachbarn um die Ecke. Sie von nebenan und er aus dem dritten.
Da müssen wir beide erstmal Aufklärungsarbeit betreiben, weil die beiden sich - weder im blog noch im Nachbarn beobachten - als besonders bewandert erweisen.
Werbung scheint mal wieder das A und O zu sein und so legt der Tänzer auch gleich los:
Er schnappte sich ein paar Charaktere aus dem blog, beschrieb sie nochmal mit seinen Worten und untermauerte das Ganze mit einer kleinen Performance aus Tanz, Pantomime und Figuren à la heiteres Beruferaten. Mimik, Bewegung perfekt. Mit Händen und Füssen gleichzeitig im Einsatz. Einfach göttlich. Ich habe abgefeiert als ich die Blicke unserer beiden Hausbewohner dazu sah.
Eine Mischung aus Amüsement und Verwirrung zugleich. Zwischendurch haben sie immer überlegt, ob sie die Person kennen und demnächst dann endlich wiedererkennen werden. Als Zuschauerin habe ich diese Spätvorstellung im bronxx-Straßen-Theater sehr genossen. Waren doch auch noch mir bis dato verborgene Schätzchen dabei, die ich nunmehr nur noch schriftlich hier drin zu verwursten brauche.... Wie praktisch.
Weltmeister im Tanzen wird er nicht mehr, da er aus dieser Truppe raus ist. Aber ein neuer Job ist ihm sicher: Bronxx-blog-Vortänzer. Nämlich, wenn wir unsere Ausstellungs- und Lesetour starten. Dabei darf er auf gar keinen Fall fehlen....
So als Augenschmaus und optische Untermalung beim Geschichten erzählen.
"Ich war zwar nicht auf dieser einen Schule und meinen Namen kann ich auch nicht tanzen" - so sein statement nachts um halb zwei. Aber: gelernt ist eben gelernt.
Und, was im Waldorf geht, geht hier in der bronxx auch... Nur eben anders...